Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Rund ums Jobben

Reisepass liegt zusammen mit verschiedenen Flugtickets und Kreditkarten auf einer Weltkarte.
Was gibt es beim Thema "Jobben im Ausland" zu beachten? Das abi>>-FAQ klärt auf.
Foto: Julien Fertl

Jobben im In- und Ausland – FAQ

Rund ums Jobben

Was musst du beachten, wenn du nach dem Abitur Geld verdienen möchtest? Die Antworten auf die häufigsten Fragen findest du in diesen FAQ.

Was ist der Unterschied zwischen Jobben, einem Freiwilligendienst und Au-pair?

Beim Jobben geht es vor allem darum, vorübergehend Geld zu verdienen. Oft handelt es sich um einfache Tätigkeiten, die keine besondere Qualifizierung voraussetzen. Freiwilligendienste sind hingegen soziale Dienste – etwa das Freiwillige Soziale Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst im Inland oder weltwärts im Ausland. Als Au-pair unterstützt du deine Gastfamilie im Ausland bei der Kinderbetreuung. Im Gegenzug bekommst du ein eigenes Zimmer, Verpflegung sowie ein Taschengeld.

Welche Jobs kommen für Abiturienten infrage?

Vor allem Helfertätigkeiten, die keine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium voraussetzen. Dazu zählen zum Beispiel Jobs in der Gastronomie, im Einzelhandel, in Produktionsstätten oder in Callcentern.

Welche Abgaben muss ich zahlen, wenn ich Geld verdiene?

Wenn du in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis arbeitest, werden deinem Gehalt Sozialabgaben (Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) und zunächst auch die Lohnsteuer abgezogen. Liegt dein Gesamtverdienst am Ende des Jahres unter dem Freibetrag von 8.820 Euro (Stand: 2017), bist du von der Steuer befreit. Allerdings musst du dafür am Ende des Jahres eine Steuererklärung abgeben, um die einbehaltenen Steuern zurückzubekommen.

Grundsätzlich unterliegt auch dein im Ausland erzieltes Einkommen den dortigen Regeln zur Einkommensteuer. Infos zu den jeweiligen Steuerabgaben innerhalb der EU findest du auf der Seite der Europäischen Union. Mit vielen Ländern gibt es sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, welche die Handhabung der Steuern konkretisieren. Nähere Infos erteilt das Finanzamt. Sinnvoll ist es auch, vorab mit dem Arbeitgeber zu klären, welche Regeln in dem Land zu beachten sind. Auch im Ausland kann man bei geringen Verdiensten oft einbehaltene Steuern nachträglich zurückfordern. Hierzu ist am Jahresende ein entsprechender Antrag zu stellen.

Bin ich weiterhin bei meinen Eltern krankenversichert?

Wenn du einen Minijob ausübst, bleibst du in der Familienversicherung. Ansonsten darf dein monatliches Einkommen nicht über 425 Euro (Stand: 2017) liegen.

Die Regelungen im Ausland unterscheiden sich von Land zu Land. In vielen anderen Ländern musst du eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen. Deine Krankenkasse erteilt dir dazu Auskunft.

Unter welchen Voraussetzungen bekommen meine Eltern weiterhin Kindergeld?

Deine Eltern haben einen Anspruch auf Kindergeld bis zu deinem 25. Lebensjahr, solange du dich in Ausbildung befindest oder studierst und nicht berufstätig bist. Außerdem musst du in Deutschland leben. Nach dem Abitur sind Wartezeiten bis zum Antritt eines Studiums, einer Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes von bis zu vier Monaten unproblematisch. Wenn du keine feste Zusage von einer Hochschule oder einem Ausbildungsbetrieb hast, solltest du bei längeren Wartezeiten der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit nachweisen können, dass du dich aktiv um eine Ausbildungsstelle oder einen Studienplatz beworben hast beziehungsweise bewirbst, beispielsweise durch Vorlage von entsprechenden Bewerbungen und Ablehnungen. Dann kannst du während dieser Zeit auch jobben und deine Eltern bekommen in der Regel weiterhin Kindergeld.

In seltenen Fällen kann auch bei einem Auslandsaufenthalt weiterhin ein Anspruch auf Kindergeld bestehen, nämlich wenn der Ausbildungscharakter des Auslandsaufenthalts überwiegt (mindestens 50 Prozent des gesamten Aufenthalts), etwa wenn du im Ausland gezielt einen Sprachkurs machst. Informiere dich dazu unbedingt bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Infos zu dieser Frage findest du im „Merkblatt Kindergeld“.

Für welche Länder benötige ich welche Dokumente?

Innerhalb der EU ist ein mindestens noch sechs Monate gültiger Personalausweis ausreichend. Als EU-Bürger brauchst du in der Regel keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.
Für alle anderen Länder benötigst du einen gültigen Reisepass und ein (Arbeits-)Visum, das frühzeitig bei der Botschaft des jeweiligen Ziellandes in Deutschland beantragt werden muss. Die Kosten liegen zwischen 30 und 300 Euro.

Übrigens: Wer etwa ein ‚Working-Holiday-Visum‘ beantragen will, muss volljährig sein.

Was muss ich beachten, wenn ich noch nicht volljährig bin?

Jugendliche unter 18 Jahren benötigen für die Ausübung eines Jobs eine Einverständniserklärung der Eltern und dürfen maximal fünf Tage die Woche und acht Stunden zwischen 6 und 20 Uhr am Tag arbeiten.

Wird mir in Deutschland ein Studienplatz reserviert?

Hast du dich bereits erfolgreich um einen Studienplatz in einem zulassungsbeschränkten Studiengang beworben (und eine Zusage erhalten) und entscheidest dich dennoch für einen klar geregelten Freiwilligendienst (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst, FSJ, FÖJ), soll dir aus deinem Dienst kein Nachteil entstehen.

Wenn du dich in diesem Fall direkt nach deinem Freiwilligendienst erneut für denselben Studiengang und Studienort bewirbst, wirst du bei der Zulassung bevorzugt behandelt. Bei Bewerbung um einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang (Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie) über www.hochschulstart.de wirst du sogar sicher erneut zugelassen.

Diese Regelung gilt jedoch nicht für andere, frei gestaltete Überbrückungsmöglichkeiten wie einen Job, ein Praktikum im In- und Ausland oder ein Au-pair.
Wenn du genau wissen willst, ob dein Freiwilligendienst anerkannt wird, informiere dich am besten direkt bei der Allgemeinen Studienberatung der Hochschule deiner Wahl über die genauen Regelungen.

abi>> 24.07.2017