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Abenteuer „Down Under“

Der Inselberg Uluru in der zentralaustralischen Wüste
In Australien gibt es viel zu entdecken – etwa den beeindruckenden Inselberg „Uluru“, der von den Aborigines als Heiligtum verehrt wird.
Foto: Nele Karpowski

Work & Travel in Australien

Abenteuer „Down Under“

Die rot schimmernde Wüste, das paradiesische Great Barrier Reef und nicht zuletzt die pulsierenden Küstenstädte ziehen viele junge Menschen nach Australien. Auch Manuel Kemper (20) hat sich entschieden, nach dem Abitur einige Monate auf der anderen Seite der Erde zu verbringen. Was er während seiner vielseitigen Reise erlebt hat, verriet er abi>>.

Steckbrief

Name: Manuel Kemper

Alter: 20 Jahre

Abiturjahr: 2016

Reiseland: Australien


„Mit dem Gedanken, nach der Schule Work & Travel zu machen, habe ich schon länger gespielt“, erinnert sich Manuel Kemper. Nach dem Abitur tauchten zwar kurz Zweifel auf, ob es nicht vielleicht doch vernünftiger wäre, gleich ein Studium aufzunehmen – aber das Fernweh siegte. Zum Glück, wie der junge Mann aus dem Münsterland heute sagt.

Bevor er sich in den Flieger setzen konnte, galt es jedoch, ein paar bürokratische Hürden zu überwinden. Zum Beispiel musste er ein Working-Holiday-Visum beantragen und eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Unterstützt wurde er dabei von der Organisation TravelWorks, bei der er für rund 1.700 Euro das sogenannte Premium Paket gebucht hatte. In dem Preis enthalten waren Hin- und Rückflug, die ersten beiden Hostelnächte, ein Infoworkshop und die Unterstützung durch die drei australischen Partnerbüros, die beispielsweise bei der Jobsuche behilflich waren. An dem Service gefiel ihm besonders gut, dass er früh mit Gleichgesinnten vernetzt wurde. „Mit einigen Leuten, die ich bei der Gruppenausreise kennengelernt habe, bin ich bis zuletzt zusammen gereist“, erzählt er.

Harte Arbeit und Vergnügen

Manuel Kemper sitzt auf einer Mauer, hinter ihm das Meer.

Manuel Kemper

Foto: privat

In Australien angekommen, beschlossen Manuel Kemper und seine neuen Freunde, erst einmal zu arbeiten, um Geld für möglichst viele Inlandsreisen zu verdienen. So verschlug es sie nach Queensland, wo sie einen Monat lang auf einer Farm Obst und Gemüse pflückten. „Die Arbeit war extrem anstrengend und hart – aber trotzdem eine prägende Erfahrung, die ich nie vergessen werde“, resümiert der 20-Jährige.

Anschließend reisten die Backpacker die Ostküste entlang Richtung Süden und erholten sich zwischendurch, etwa beim Tauchen im Great Barrier Reef oder bei einer Segeltour um die Inseln. Weihnachten und Silvester verbrachten sie in Sydney und genossen das Flair der Metropole: „Das war ein ganz großes Highlight!“ Anfang des neuen Jahres zog die Gruppe in ein Working Hostel, das ihnen unterschiedlichste Jobs vermittelte. Mal half Manuel Kemper beim Aufbau von Küchen, mal arbeitete er im Garten eines Rugby-Spielers.

Grenzerfahrung im Nirgendwo

Bald war genug Geld für einen Abstecher nach Neuseeland zusammen, wo die Abenteurer einen Monat verbrachten. Zurück in Australien kaufte sich Manuel Kemper gemeinsam mit einer Freundin ein Auto und los ging die Tour quer durchs Outback Richtung Norden. Eigentlich sah ihr Plan vor, das Auto wieder zu verkaufen, um von dem Geld weiter nach Asien zu reisen – doch ein totes Känguru, das auf der Straße lag, machte ihnen wortwörtlich einen Strich durch die Rechnung: Als sie das Tier überfuhren, ging der Motor des Autos kaputt, was die beiden Reisenden in eine äußerst herausfordernde Lage brachte. Wie sollten sie sich nun die Weiterreise finanzieren?

Sie versuchten, spontan Jobs zu finden oder einzelne Autoteile zu verkaufen – sogar ihre Camping-Ausrüstung boten sie an. Doch vergebens: Mitten im Nirgendwo waren die Möglichkeiten schlichtweg sehr begrenzt. „Das war die schwierigste Situation in Australien – eine echte Grenzerfahrung“, berichtet Manuel Kemper, fügt aber hinzu: „Als es überstanden war, waren wir stolz, sie gemeistert zu haben.“ Die Lösung bestand darin, auf die geplante Reise nach Perth zu verzichten, die Flüge umzubuchen und gleich nach Asien zu fliegen.

Plötzlich ist alles anders

Schließlich kehrte Manuel Kemper nach zehn intensiven Monaten zurück nach Hause. Ein eigenes Bett, ein voller Kühlschrank, eine Küche: Vieles wusste er plötzlich mehr denn je zu schätzen. Doch der Perspektivenwechsel förderte nicht nur Schönes zutage – so vermisste er beispielsweise schon bald die Freundlichkeit der australischen Busfahrer. Von den vielen Eindrücken ist ihm nämlich die Offenheit und Entspanntheit der Menschen „Down Under“ ganz besonders gut im Gedächtnis geblieben.

Zeit zum Sinnieren blieb jedoch kaum, denn schon bald stand die Frage im Raum, wie es nun weitergehen sollte. Die Antwort war schnell gefunden: Wie schon vor seiner Reise angedacht, entschied er sich für ein Jura-Studium, das er inzwischen in Heidelberg aufgenommen hat. Auch wenn er sich wieder in seinem Heimatland eingelebt hat, an die schönen, aufregenden und lehrreichen Erfahrungen seines Work & Travel-Aufenthalts denkt er gerne zurück: „Es war eines meiner besten Jahre!“ 

Mehr Infos

Die Organisation TravelWorks bietet verschiedene Programme an, die Menschen ab 16 Jahren Auslandsaufenthalte ermöglichen – etwa mittels Work & Travel, Au-pair oder Sprachreise. Daneben gibt es noch weitere Anbieter, die zum Beispiel in dem Portal www.rausvonzuhaus.de zu finden sind.

abi>> 25.01.2018