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Unterwegs im Land der Bären

Kanadischer Reisepassstempel
An alles gedacht vor dem Work & Travel? Für die Einreise nach Kanada benötigte Steven Dümmler ein Work & Holiday Visum (WHV).
Foto: Hans-Martin Issler

Work & Travel in Kanada

Unterwegs im Land der Bären

Der Blick über Vancouver bei Nacht, die Gastfreundschaft der Kanadier und die kurze Begegnung mit einem Bären: Steven Dümmler (24) genießt sein Work & Travel in Kanada in vollen Zügen. Zum Glück hat er noch ein paar Monate vor sich, bevor es wieder in die Heimat geht.

Steven Dümmler hat erst eine Ausbildung zum Erzieher absolviert, bevor er sein Abitur an einem Berufskolleg in Lemgo gemacht hat. Im Anschluss wollte er sich mit einem Jahr Work & Travel in Kanada belohnen. Denn die Nationalparks, die weiten Seen und großen Metropolen wie Montreal, Vancouver oder Toronto haben es ihm angetan.

Die Organisation für seinen Aufenthalt fand der 24-Jährige unkompliziert. „Man braucht ein Work & Holiday Visum (WHV), das man online beantragen kann“, erklärt er. Für das kanadische Visum musste er ein polizeiliches Führungszeugnis, einen gültigen Reisepass und am Tag der Abreise den Nachweis vorlegen, dass er mindestens 1.800 Euro auf einem Konto hat. Dadurch soll gewährleistet werden, dass jeder, der einreist, sich nach maximal einem Jahr ein Rückreiseticket kaufen kann.

Auswahl per Losverfahren

Ein Porträt-Foto von Steven Dümmler

Steven Dümmler

Foto: privat

„Auf der Homepage der kanadischen Regierung ist alles Schritt für Schritt erklärt“, erinnert sich Steven Dümmler. Das kanadische WHV wird für jeden nur einmal im Leben ausgestellt, daher entschied er sich für die maximale Dauer von einem Jahr. Das Kontingent ist jedoch beschränkt, die Nachfrage hoch. „Das ist ein wenig wie Lotterie: Der Antrag kommt in einen Bewerberpool und dann werden die Plätze verlost. Manchmal geht es sehr schnell mit dem Visum, aber eben nicht immer.“ Drei bis fünf Monate vor Abreise sollte man sich um das Visum kümmern.

Geplant hat der junge Mann seine Reise über eine Organisation: „So habe ich im Notfall einen Ansprechpartner vor Ort und konnte auch ein passendes Versicherungspaket buchen.“

Gastfreundschaft wird großgeschrieben

Seinen Aufenthalt startete Steven Dümmler in Vancouver an der Westküste Kanadas. Eingelebt hat er sich sehr schnell: „Die Kanadier sind sehr herzlich und hilfsbereit, Gastfreundschaft wird großgeschrieben“, erzählt er. Zudem begegnete er anderen Deutschen, die ebenfalls ihren Work & Travel Aufenthalt in Vancouver begannen. „Durch die Jobs lernt man aber auch Menschen aus aller Welt kennen.“

Um die Zeit möglichst effektiv zu nutzen, ist es gut, sich vorab Gedanken zu machen, was man als erstes machen möchte: Sightseeing oder Arbeiten. Der 24-Jährige erkundete erst einmal Vancouver, bevor er sich seinen ersten Job suchte. „Zu meinen Lieblingsorten zählt auf jeden Fall der Grouse Mountain. Der Weg dahin ist anstrengend, aber der Ausblick einfach nur wunderschön“, schwärmt er.

Bevor er seinen ersten Job annahm, musste er eine Steuernummer beantragen und ein Konto eröffnen. Arbeit zu finden, sei relativ einfach: „Vieles geht über Jobportale, aber zahlreiche Läden hängen auch Schilder mit Anzeigen aus.“ Die meisten Jobs sind Aushilfstätigkeiten, etwa Servicekraft in einem Restaurant, Shop oder Büro: „Viele gehen auch in die Skigebiete und arbeiten dort im Service oder helfen auf einer Farm mit“, berichtet der junge Mann. Er selbst hat bis vor kurzem in einem Restaurant als Bedienung gearbeitet.

Und Steuern? „Wenn man in Kanada arbeitet, muss man wie jeder andere auch Steuern zahlen. Die liegen mit dem WHV aktuell bei etwa 20 Prozent des Einkommens. Einen Teil kann man sich aber über eine Steuererklärung zurückholen“, hat er sich informiert.

Von Ort zu Ort

Untergekommen ist Steven Dümmler auf seinen Reisen meist in Hostels oder bei Gastfamilien. „Über homestaybay.com findet man Familien, die eine Unterkunft zu vermieten haben. Das ist günstig und man bekommt einen Einblick in das Familienleben.“

Highlights hat er schon viele erlebt, etwa als er wilde Bären beim Lachsfangen beobachten konnte. Schade findet er es hingegen immer, wenn er Abschied nehmen muss: „Ich unternehme meist wochenlang etwas zusammen mit anderen Travelern und dann trennen sich die Wege wieder“, erzählt er.

Noch ist seine Reise nicht vorbei: Bis August 2018 wird Steven Dümmler noch durch Kanada reisen. Momentan befindet er sich auf dem Weg nach Toronto.

Working Holiday Visa

Work & Travel ist in allen Ländern möglich, in denen es ein Working Holiday Visum (WHV) gibt. Dazu gehören derzeit neben Kanada auch Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong, Israel, Chile und Argentinien. Darüber hinaus kann man innerhalb der Europäischen Union ohne Visum in allen Ländern Jobben und Reisen.

abi>> 11.12.2017