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An den Aufgaben wachsen

Ein junger Mann nimmt aus den Regalen des CD-Archiv eines Radiosenders eine CD.
Der Arbeitsmarkt rund um Medien ist vielseitig. Ein Praktikum kann zeigen, ob zum Beispiel die Leidenschaft für Musik vom Hobby zum Beruf führen kann.
Foto: Christian Stache

Praktikum im Inland

An den Aufgaben wachsen

Ein zweiwöchiges Praktikum beim unabhängigen Musikvertrieb Broken Silence in Hamburg festigte bei Jana S. (19) den Wunsch, eine Ausbildung zur kaufmännischen Medienassistentin zu absolvieren. Für ein Pflichtpraktikum in der schulischen Ausbildung kehrte sie zu Broken Silence zurück und berichtet für abi» von ihren Erfahrungen.

Steckbrief

Name: Jana S.

Alter: 19

Woher: Hamburg

Abitur: 2015

Leistungskurse: Geografie, Mathematik, Deutsch sowie Politik, Gesellschaft und Wirtschaft (PGW)

Macht gerade: eine schulische Ausbildung als kaufmännische Medienassistentin

Und später: Nach der Ausbildung ein Jahr ins Ausland und danach vermutlich ein Studium im Bereich Medien aufnehmen

 


Musik und Medien – einen Beruf in diesen Bereichen konnte ich mir nach der Fachhochschulreife gut vorstellen. Doch erst einmal wollte ich mit einem Praktikum meinen Wunsch überprüfen. Über Informationen im Internet und einen Tipp aus meiner Familie stieß ich auf den unabhängigen Musikvertrieb Broken Silence in Hamburg. Dieser organisiert für Musiklabels den Verkauf von Tonträgern wie CDs, LPs und auch im Digitalen. Das schien mir ein spannender Arbeitgeber zu sein.

Ich schickte per E-Mail meine Bewerbungsunterlagen und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich war ziemlich aufgeregt, aber hatte mich im Vorfeld auf der Internetseite der Firma gut informiert und nach einer Weile wurde das Gespräch immer lockerer. Die Fragen reichten von ‚Warum möchten Sie bei uns ein Praktikum machen?‘ über ‚Was sind Ihre Stärken und Schwächen?‘ bis hin zu ‚Denken Sie, dass Sie hier hinein passen?‘

Mit letzterer Frage war gemeint, ob meine Interessen auch zu der Arbeit bei einem Musikvertrieb passen. Ich singe selbst und liebe die Musik – so konnte ich die Frage mit Ja beantworten. Kurze Zeit später erhielt ich meine Zusage und durfte für zwei Wochen mein Praktikum dort absolvieren.

Erst zusehen, dann selbst anpacken

Porträtfoto von Jana S.

Jana S.

Foto: privat

Die ersten Tage habe ich den neuen Kollegen über die Schulter geschaut. Acht bis neun Stunden am Stück zu arbeiten, war für mich aber ohnehin sehr anstrengend und eine große Umgewöhnung zur Schule.

Nach der Einarbeitung durfte ich kleinere Aufgaben übernehmen, wie Tourdaten der Künstler, deren Musik über Broken Silence vertrieben werden, auf der Internetseite einzupflegen oder auch mal im Lager Bestellungen abzuarbeiten und dafür CDs herauszusuchen, zu verpacken und zu verschicken.

Es war für mich ein interessanter Einblick in die Berufswelt. Denn es ist etwas ganz anderes, ob man mit der Freundin die Schulbank drückt oder mit zunächst fremden Leuten zusammenarbeitet. Das Praktikum hat mich in jedem Falle in meinem Entschluss bestärkt, dass ich beruflich etwas mit Medien und im kaufmännischen Bereich machen möchte.

Verantwortung übernehmen

Deshalb begann ich wenig später eine zweijährige schulische Ausbildung zur kaufmännischen Medienassistentin. Als ich mir zum Schluss meines ersten Ausbildungsjahrs ein dreimonatiges Praktikum suchen sollte, wollte ich dieses wieder bei Broken Silence machen. Denn zwei Wochen waren für die interessanten Aufgaben einfach zu kurz.

Zum Glück war eine Praktikantenstelle frei und ich konnte zurückkehren. Dieses Mal durfte ich mehr Verantwortung übernehmen. Beim letzten Mal war ich diejenige, die eingelernt werden musste und nur leichte Aufgaben erledigen konnte. Diesmal haben mir die Kollegen mehr zugetraut: Ich handelte eigenverantwortlicher und teilte mir meine Zeit freier ein. Außerdem arbeitete ich jetzt selbst Praktikanten ein, was ich toll fand. Denn dabei habe ich gemerkt, wie viel ich bereits gelernt habe und wie viel Wissen ich nun weitergeben kann.

Mehr Verantwortung bedeutete für mich allerdings auch, dass mir die Arbeit manchmal zu anstrengend wurde. Ich musste mir dann eingestehen, dass ich zu viele Aufgaben angenommen hatte – darin muss ich noch besser werden. Ein schöner Bonus war, dass ich im Gegensatz zu meinem zweiwöchigen Praktikum nun eine Vergütung erhielt. Es ist eher eine Anerkennung als ein Gehalt, aber das war aus meiner Sicht für dieses Engagement auch gerechtfertigt.

Selbstbewusst und eigenständig

Ich bewerte beide Praktika für mich sehr positiv, denn ich habe viele Fortschritte gemacht und bin aus meiner Sicht selbstbewusster, eigenständiger und auch ein wenig reifer geworden. Nach meiner Ausbildung zur kaufmännischen Medienassistentin würde ich gerne ein Jahr ins Ausland gehen, um zum Beispiel meine Englischkenntnisse zu verbessern. Danach würde mich ein Studium reizen, aber das Studienfach weiß ich jetzt noch nicht – außer, dass es auf jeden Fall etwas in Richtung Medien wird.

abi>> 01.12.2016