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„Heute schon gegessen?“

die Skyline von Shanghai
In der Milliardenstadt Shanghai gefiel es Swenja Dorn so gut, dass sie beschloss, einen zweiten Sprachkurs dort zu absolvieren.
Foto: Julia Grimminger

Sprachreise Shanghai

„Heute schon gegessen?“

Swenja Dorn (19) wollte nach dem Abitur nicht direkt studieren. Sie entschied sich daher für einen einmonatigen Sprachkurs in Shanghai – und war so begeistert, dass sie kurzerhand weitere vier Monate im Land der Morgenröte verbrachte. Für abi>> berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Steckbrief

Name: Swenja Dorn

Alter: 19

Woher: Hannover

Abitur: 2015

Möchte: International Business studieren

Schon während ihrer Schulzeit verbrachte Swenja Dorn im Rahmen eines Schüleraustauschs zwei Wochen in China. „Da mich die Kultur und das Land sehr interessieren, wollte ich nach meinem Abitur noch einmal dorthin und einen Chinesisch-Sprachkurs absolvieren“, erzählt die 19-Jährige. Sie recherchierte im Internet und fand beim Sprachreiseanbieter Stepin ein passendes Angebot für einen einmonatigen Sprachkurs in Shanghai. „Im Juli 2015 meldete ich mich auf der Seite an und überwies die insgesamt 1.770 Euro für Kurs und Unterkunft. Dann ging es Ende Oktober auch schon los“, erinnert sich Swenja Dorn.

Zusammen mit zwei weiteren Sprachschülerinnen war sie in einer Wohnung direkt neben der Sprachschule untergebracht. „Die Wohnungen werden von der Sprachschule gestellt. Das Tolle ist, dass sie super zentral liegen und man zum Unterricht nur über die Straße laufen muss“, erklärt Swenja Dorn.

Chinesisch sprechen leicht gemacht

Unterrichtet wurde immer vormittags zwischen 9 und 13 Uhr. „An der Sprachschule gibt es auch die Möglichkeit, einen Intensivkurs zu absolvieren, bei dem man noch zwei zusätzliche Unterrichtsstunden am Nachmittag hat“, erzählt die 19-Jährige, die sich jedoch für den normalen Kurs entschieden hatte.

Ein Porträt-Foto von Swenja Dorn

Swenja Dorn

Foto: privat

Im Vormittagsunterricht lag der Fokus vor allem auf der Sprache. „Die Schule stellte uns ein Buch mit verschiedenen Kapiteln zu Grammatik, Vokabeln und Dialogen zur Verfügung, die wir durchgearbeitet haben“, erzählt die Sprachschülerin, die mit dem Aufbau des Unterrichts sowie mit der Sprachlehrerin sehr zufrieden war. „Ich finde, dass man in dieser kurzen Zeit relativ viel gelernt hat. Um im Alltag kommunizieren zu können, hat es definitiv gereicht“, erklärt Swenja Dorn. Dennoch würde sie im Nachhinein den Intensivkurs belegen, bei dem die chinesische Schrift stärker behandelt wird. „Um sich in Shanghai zurechtzufinden und die Schilder zu verstehen, ist die Schrift einfach wichtig“, findet die 19-Jährige. Schließlich handelt es sich um eine Millionenmetropole.

Von der Schule an die Uni

Nach dem einmonatigen Sprachkurs ging es für Swenja Dorn wieder zurück nach Deutschland – doch nur für ein paar Wochen. Die Stadt hatte ihr so gut gefallen, dass die Abiturientin beschloss, noch einmal vier Monate einen Sprachkurs in Shanghai zu absolvieren – diesmal an einer Universität.
Zum Semesterstart im Februar 2016 flog sie daher erneut nach China und buchte sich über Airbnb ein Zimmer. „Im Nachhinein weiß ich, dass man über bestimmte Internetseiten und Apps auch an günstigere Unterkünfte kommen kann. Doch ich hatte nicht genug Zeit, um mich vorab ausreichend zu informieren“, erzählt Swenja Dorn, die für die vier Monate etwa 1.500 Euro zahlte. Genauso viel kostete auch der Sprachkurs an der Universität. Für beide Auslandsaufenthalte zusammen brauchte sie etwa 6.000 Euro – samt kleineren Reisen und Verpflegung. Finanzieren konnte sie die Reise dank der Unterstützung ihrer Eltern und ihren Ersparnissen, die sie durch einen Job nach dem Abitur auffrischte.

Essen wird hier großgeschrieben

Gerade der Esskultur wird in China eine ganz besondere Bedeutung zugeschrieben. „Essen ist hier wie ein großes Fest. In der Regel trifft man sich mit Freunden immer zum Essen und anstatt zu fragen, wie es einem geht, fragen die Einheimischen, ob man heute schon gegessen hat“, erzählt Swenja Dorn. Nicht nur daran musste sie sich anfangs erst gewöhnen, sondern auch an das andere Verständnis für Hygiene. „Da kommt es schon vor, dass die Knochen einfach auf den Tisch gespuckt werden“, berichtet die 19-Jährige.

Hilfe bei der Studienentscheidung

Swenja Dorn kehrte mit zahlreichen neuen Erfahrungen und einem konkreten Studienwunsch in ihr Heimatland zurück. „Während meines Auslandsaufenthalts habe ich gemerkt, dass ich mich im Studium auch mit anderen Kulturen auseinandersetzen möchte. International Business ist ein Studiengang, der mich interessieren würde“, erzählt die 19-Jährige, die bei ihrer Hochschulwahl vor allem darauf achtet, dass die Universität einen Chinesisch-Kurs anbietet. Und wer weiß – vielleicht fliegt sie dann im Studium noch einmal ins Land der Morgenröte.

Weitere Informationen

Stepin (www.stepin.de) ist eine Organisation, die verschiedene Auslandsaufenthalte wie Sprachreisen, Freiwilligenarbeit und Au-pair vermittelt. Weitere Anbieter für Sprachreisen sind beispielsweise Kolumbus Sprachreisen, iST oder ESL Sprachreisen.

 

abi>> 12.08.2016