Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Erfahrungen von unschätzbarem Wert"

Junge Studentin blickt auf einen Globus in der Universität
Nach dem Schul- und Lernstress zieht es viele Abiturienten erst einmal ins Ausland.
Foto: Jeannette Brugger

Überbrückungsmöglichkeiten im Ausland

„Erfahrungen von unschätzbarem Wert"

Nach dem Abi erstmal ins Ausland? Darüber denken viele Abiturienten nach. Ob Work & Travel, Freiwilligendienst oder Au-pair – für Auslandsaufenthalte gibt es verschiedene Möglichkeiten. abi» zeigt, welche Programme existieren, für wen sie in Frage kommen und wie man von der Zeit im Ausland profitieren kann.

Neun unvergessliche Monate, zehn interessante Jobs und eine Menge positiver Erfahrungen. Das ist das Fazit, das Lena Schlegel aus Windsbach bei Ansbach nach ihrem Auslandsaufenthalt zieht. Gemeinsam mit ihrem Freund Max Schweizer ging sie nach dem Abitur zum „Wwoofing“ nach Australien. Wwoof steht für World Wide Opportunities on Organic Farms und meint den Aufenthalt von freiwilligen Helfern auf Bio-Bauernhöfen oder Selbstversorgungshöfen. „Wir haben unter anderem in einem Wildtierreservat, auf einer Rinderfarm und in einem Tier-Rehabilitationszentrum gearbeitet“, berichtet die 21-Jährige. „Die Jobs waren sehr vielseitig. So habe ich zum Beispiel auf der Rinderfarm kontrolliert, ob die Wasserlöcher noch intakt sind, und auf einer Perlenfarm am Meer mitgearbeitet. Wir haben tolle Einblicke in die Kultur Australiens bekommen. Diese Erfahrung hat mich stark beeinflusst. Durch das Wwoofing ist bei mir auch der Wunsch entstanden, nach meinem Politik- und Soziologiestudium zum Beispiel in einer Nichtregierungsorganisation (NGO) zu arbeiten, die sich dem Umweltschutz widmet.“

Rechtzeitig informieren und planen

Ein Porträt-Foto von Lena Schlegel

Lena Schlegel

Foto: Max Schweizer

Wwoofing oder Farmarbeit ist nur eine von verschiedenen Möglichkeiten, nach dem Abi einen Auslandsaufenthalt zu machen. Welche Angebote es sonst noch gibt, erklärt Claudia Silvestroni, Berufsberaterin für Akademische Berufe bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. „Wer nach dem Abi ins Ausland möchte, hat beispielsweise die Möglichkeit, einen längeren Sprachkurs zu machen. Auch ein Au-pair oder ein Freiwilligendienst bieten sich an, ebenso wie ein Auslandspraktikum, ein Work & Travel-Aufenthalt oder ein internationales Work Camp. Man kann sich natürlich auch einen ‚richtigen‘ Job suchen, zum Beispiel im Tourismus als Animateur arbeiten“, schildert die Expertin.

Wichtig sei aber in jedem Fall, sich frühzeitig mit den einzelnen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, da zwischen Bewerbung und Ausreise oft ein Jahr liegt. „Für wen welches Angebot in Frage kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig“, weiß die Beraterin. „Von den eigenen Vorlieben und Fähigkeiten, der Zeit, die man im Ausland verbringen möchte, und natürlich davon, wieviel Geld dafür zur Verfügung steht.“

Wichtiger Punkt: Finanzen checken

Kostengünstig sind zumeist staatlich geförderte Freiwilligendienste (siehe Reportage „Tieferes Verständnis für andere Kulturen“ sowie Interview „Für alle interessant“). Hier erhalten die Freiwilligen für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung. Auch die Ausgaben für ein Au-pair sind überschaubar, denn hier wird die Arbeit mit einem Taschengeld honoriert (siehe Reportage „Mit wenig Geld ins Ausland“). Dagegen können Wwoofing, Work & Travel und private Angebote schnell teuer werden, da hier alle Kosten selbst getragen werden müssen.

„Ich empfehle, sich im Vorfeld intensiv Gedanken über die Finanzierung des Auslandsaufenthalts zu machen“, betont Claudia Silvestroni. „Unter gewissen Umständen wird übrigens das Kindergeld bei einem Auslandsaufenthalt weitergezahlt. Das kann im Hinblick auf die Kosten eine Erleichterung sein.“ So wird in der Regel während eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres, eines Bundesfreiwilligendienstes oder in einem anderen geregelten Freiwilligendienst bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiterhin Kindergeld gezahlt. Der Anspruch gilt nach dem 21. Geburtstag nur, wenn man studiert oder sich in Ausbildung befindet oder nachweislich ohne Erfolg um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bemüht hat, und der Auslandsaufenthalt somit als Überbrückungs- und Wartezeit dient. Konkrete Fragen hierzu beantworten die Familienkassen der örtlichen Agenturen für Arbeit.

Profitieren in vielfacher Hinsicht

Egal für welches Programm man sich letztendlich entscheidet, von einem Auslandsaufenthalt kann man nur profitieren – und zwar sowohl beruflich als auch persönlich. „Bei der Bewerbung um einen Studienplatz zeigt sich das vielleicht noch nicht so, weil ein Freiwilligendienst dafür meist nicht relevant ist. Aber spätestens bei der Jobsuche zahlt sich das aus! Auslandserfahrungen werden bei Arbeitgebern nicht nur geschätzt, sondern oft auch erwartet“, erklärt die Beraterin. „Zusätzlich ist natürlich die Erweiterung der Persönlichkeit und des eigenen Horizonts ein großes Plus. Und man kann sich mit Leuten aus aller Welt ein tolles Netzwerk aufbauen. Solche Erfahrungen sind von lebenslangem Wert!“

Weitere Informationen

Studienwahl.de

In der Rubrik „Zwischenzeit“ findest du einen Überblick und Infos zu den Diensten und Möglichkeiten:
www.studienwahl.de/de/chorientieren/zwischenzeit.htm

Deutscher Akademischer Austauschdienst

www.daad.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung

www.ba-auslandsvermittlung.de

Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit

http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service.htm
sowie www.arbeitsagentur.de > „Dienststellen vor Ort“

„Merkblatt Kindergeld“ der Familienkasse

Hier gibt es Infos zu Fragen rund ums Kindergeld:
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/zentraler-content/veroeffentlichungen/merkblatt-sammlung/mb-kindergeld.pdf

Verschiedene Angebote im Überblick:

Europäischer Freiwilligendienst

Dieser Dienst wird gefördert über das Programm Erasmus+ der Europäischen Union. Die Teilnehmenden arbeiten mit bei gemeinnützigen Programmen im Ausland.
www.go4europe.de

kulturweit

Freiwilligendienst auf Grundlage des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Der vom Auswärtigen Amt geförderte Dienst wird durchgeführt von der deutschen UNESCO-Kommission e.V. Der Schwerpunkt liegt auf Bildung und Kultur.
www.kulturweit.de

weltwärts

Der Schwerpunkt von weltwärts, des Freiwilligendienstes des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) liegt auf Entwicklungspolitik.
www.weltwaerts.de

WWOOF international

Wer sich für Farmarbeit interessiert, wird hier fündig. Die Seite gibt einen Überblick über alle Länder, in denen Wwoofing angeboten wird und verlinkt direkt zur jeweiligen Partnerorganisation.
http://wwoofinternational.org

Weitere hilfreiche Seiten zum Thema:

Rausvonzuhaus

Hier werden Anbieter und Programme für Auslandsaufenthalte vorgestellt, Hintergrundinfos geliefert und Tipps für den Aufenthalt gegeben.
www.rausvonzuhaus.de

Au-pair society e.V.

http://au-pair-society.org

Auslandsjob.de

Auf der Website der INITIATIVE auslandszeit finden sich (neben kostenpflichtigen Programmen) viele Infos sowie ein Forum, um sich mit anderen auszutauschen.
www.auslandsjob.de

abi>> 02.11.2015