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Als Freiwillige(r) ins Ausland: "Für alle interessant!"

Banknoten liegen verstreut auf weisser Flaeche
Bei staatlich geförderten Freiwilligendiensten wird ein Großteil der Kosten übernommen.
Foto: Martin Rehm

Interview

Als Freiwillige(r) ins Ausland: "Für alle interessant!"

Wer sich zu einem Dienst im Ausland entschließt, lebt und arbeitet nicht nur für mehrere Monate in einem fremden Land, sondern engagiert sich gleichzeitig in sozialen, kulturellen oder entwicklungspolitischen Projekten. Anna Veigel, Leiterin des Freiwilligendienstes kulturweit, gibt Tipps und Hinweise für Interessierte.

abi>> Für welche Abiturienten ist ein Freiwilligendienst besonders interessant?

Anna Veigel: Das ist für jeden interessant! Viele verbinden mit Freiwilligendienst etwas Soziales. Das trifft in gewisser Weise auch zu. Aber die Einsatzgebiete sind so vielfältig, da ist für jede Fachrichtung etwas dabei.

abi>> Es gibt geförderte und privat(wirtschaftlich) organisierte Angebote für Freiwillige. Was ist der Unterschied und was sollte man im Hinblick auf die Kosten beachten?

Anna Veigel: Zunächst einmal muss man wissen, dass immer Kosten anfallen. Das sind beispielsweise Kosten für Essen und Unterkunft, für die pädagogische Begleitung und die Administration, für den Flug oder für Versicherungen. Die so genannten geregelten Dienste werden allerdings staatlich gefördert, während man bei den privaten Anbietern für alle Kosten selbst aufkommen muss.

Bei kulturweit übernimmt beispielsweise das Auswärtige Amt einen großen Teil der Kosten. Es gibt pro Monat ein Taschengeld von 150 Euro. 200 Euro werden zu Kost und Logis dazugegeben, benötigte Versicherungen werden bezahlt und Reisekosten und ein Sprachkurs bezuschusst.

abi>> Welche Anbieter gibt es, die staatlich geförderte Freiwilligendienste anbieten?

Anna Veigel: Es gibt den Europäischen Freiwilligendienst EVS, den internationalen Jugendfreiwilligendienst (ijfd), den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts und uns von kulturweit. Die einzelnen Anbieter unterscheiden sich vor allem in den inhaltlichen Schwerpunkten, in der Förderung und den Kooperationspartnern.

abi>> Frau Veigel, können Sie uns den Freiwilligendienst kulturweit kurz vorstellen?

Ein Porträt-Foto von Anna Veigel

Anna Veigel

Foto: Christoph Löffler

Anna Veigel: kulturweit ist ein internationaler Freiwilligendienst für junge Erwachsene. Gleichzeitig ist er ein Projekt der Deutschen UNESCO-Kommission, das durch das Auswärtige Amt finanziell unterstützt wird. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung von Kultur und Bildung in sogenannten Entwicklungsländern. Mitmachen können bei uns Menschen, die zwischen 18 und 26 Jahre alt sind und für sechs oder zwölf Monate ins Ausland gehen möchten. Aktuell bieten wir 60 verschiedene Länder als Einsatzorte an.

abi>> Wie laufen die Bewerbungsphase und der Freiwilligendienst bei kulturweit ab?

Anna Veigel: Wichtig ist, dass man mindestens ein Jahr vor der geplanten Abreise anfängt, sich zu informieren. Wir haben pro Jahr zwei Ausreisen, immer am 1. September und am 1. März. Die Bewerbungsphase startet jeweils zehn Monate vorher. Bewerben kann man sich online, die Auswahl selbst erfolgt dann nach einem komplexen Bewertungssystem.

Der Freiwilligendienst beginnt mit einem zehntägigen Vorbereitungsseminar. Vor Ort hat außerdem jeder einen Ansprechpartner, der ihn bei Fragen und Problemen unterstützt. Nach drei Monaten gibt es ein Zwischen-, und nach dem Einsatz ein Nachbereitungsseminar. Auch nach ihrem Dienst mit kulturweit engagieren sich viele ehemalige Freiwillige gesellschaftlich und wollen sich weiterbilden. Dieses Engagement finden wir toll und fördern es gerne!

abi>> Haben Sie noch ein paar Tipps auf Lager, wie man sich optimal auf die Bewerbung und den Freiwilligendienst vorbereiten kann?

Anna Veigel: Wichtig ist, dass man sich im Klaren ist, warum man einen Freiwilligendienst im Ausland machen möchte. Außerdem ist es sinnvoll, seine Vorstellungen von so einem Einsatz mit der Realität abzugleichen. Beispielsweise sollte man sich fragen, ob man mit dem Leben in einem anderen Land, mit den dortigen Bedingungen und den kulturellen Unterschieden wirklich zurechtkommt. Weiterhin sollte man sich bewusst sein, dass ein Freiwilligendienst eine Gelegenheit ist, die so nie wiederkommt. Das ist nicht nur ein Posten im Lebenslauf, sondern eine Vorbereitung auf das ganze zukünftige Leben, weil man ganz neue Erfahrungen macht. Wer sich das verinnerlicht und seinem Auslandsaufenthalt offen entgegentritt, ist sehr gut gerüstet.

abi>> 02.11.2015