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Ein Jahr für deine Erfahrungen

Strand in Kuba
Sonne, Strand und Meer – viele Abiturienten träumen von einer Auszeit im Ausland.
Foto: Franziska Loos

Überbrückungsmöglichkeiten im Überblick

Ein Jahr für deine Erfahrungen

Das Abi ist geschafft – doch du weißt noch nicht genau, wie es weitergehen soll? Dann könnte eine Auszeit das Richtige für dich sein. Gönn dir ein paar Monate, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln, dich zu orientieren und die Weichen für deinen Start ins Berufsleben zu stellen. Überbrückungsmöglichkeiten gibt es genug: Von Freiwilligendienst und Au-pair über Jobs im In- und Ausland bis hin zu Praktika und Sprachkursen.

Freiwilligendienst

Motivation: Wenn du dich engagieren möchtest und dabei deine persönlichen Kompetenzen stärken willst, bist du mit einem Freiwilligendienst gut beraten – etwa in der Migrationshilfe, in einem Forstamt oder auch im Museum. Zieht es dich ins Ausland, kannst du dich beispielsweise in der Gesundheitsversorgung einbringen. Nach Abschluss des Freiwilligendienstes erhältst du ein qualifiziertes Zeugnis über die erworbenen Kenntnisse.

Im Inland: Es gibt eine Vielzahl von Freiwilligendiensten, wobei nur der Bundesfreiwilligendienst (BFD), das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) sowie das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) über eine gesetzliche Grundlage verfügen. Diese bietet wichtige Schutzfunktionen wie die gesetzliche Sozialversicherung und den fortdauernden Anspruch auf Kindergeld. Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung werden oft erstattet oder gestellt. Außerdem bekommst du ein Taschengeld. Weitere Infos findest du im Infotext „Rein ins Leben“. 

Im Ausland: Das FSJ und das FÖJ können auch im Ausland geleistet werden. Darüber hinaus kommen Organisationen wie der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) oder der Europäische Freiwilligendienst (EFD) infrage. Private Agenturen ergänzen das Angebot, sind aber meist mit höheren Kosten verbunden. Angeboten werden zum Beispiel Einsätze in der Friedens- und Versöhnungsarbeit oder im Sozialdienst.

Dauer: Ein Freiwilligendienst dauert in der Regel 12 Monate, kann aber auch auf sechs Monate verkürzt oder auf 18 Monate verlängert werden. In Ausnahmefällen ist ein BFD bis zu 24 Monate zulässig.

Gut zu wissen: Wen du mindestens 18 Jahre alt bist, hast du auch die Möglichkeit, einen Freiwilligen Wehrdienst zu leisten – etwa bei der Marine, der Luftwaffe oder im Sanitätsdienst. Dieser dauert 7 bis 23 Monate und du beziehst in der Zeit einen Wehrsold.

Jobben

Motivation: Jobben nach dem Abi ist eine gute Gelegenheit, um schon mal etwas Arbeitsluft zu schnuppern und dabei das Konto aufzufüllen. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, die Branche kennenzulernen, in der du später gerne tätig sein möchtest? Entscheidest du dich, im Ausland zu jobben, kannst du dich zudem über interkulturelle Erfahrungen freuen.

Im Inland: Prospekte verteilen, Brötchen verkaufen oder in einer Gärtnerei aushelfen: Neben- oder Ferienjobs sind mit Eigeninitiative in vielen verschiedenen Bereichen zu finden.

Im Ausland: Du kannst auch im Ausland jobben. Wie wäre es zum Beispiel mit Australien, Kanada oder Neuseeland? Besonders beliebt sind Work &Travel-Aufenthalte, bei denen die Reise mit Gelegenheitsjobs finanziert wird. Im Trend liegt zudem das sogenannte Wwoofing, bei dem man für Unterkunft und Verpflegung auf Farmen mithilft.

Dauer: Vom Mini-Job über Teilzeitarbeit bis hin zum Vollzeit-Ferienjob ist alles dabei. Dauer und Umfang sind von den jeweiligen Jobangeboten abhängig.

Gut zu wissen: Die eigenständige Planung von Auslandsaufenthalten ist aufwändig – vor allem, weil es viele Formalien wie Visum und Co. zu berücksichtigen gibt. Hier kann es sinnvoll sein, sich von einer Vermittlungsagentur unterstützen zu lassen. Wer die damit verbundenen Kosten umgehen will, kann sich um ein Stipendium bewerben – davon gibt es allerdings nicht sehr viele. Einige Angebote findest du aber zum Beispiel auf www.praktikawelten.de. Für eine finanzielle Entlastung kann auch das Kindergeld sorgen, das zwar normalerweise pausiert, wenn du jobbst, unter Umständen aber gewährt wird, wenn du zusätzlich einen Sprachkurs besuchst. Hier lohnt es sich zu recherchieren, ob Dauer und Unterrichtsplan des Kurses in Deutschland anerkannt werden. Das gleiche gilt übrigens auch für Au-pair-Aufenthalte.

Au-pair

Motivation: Du willst Erfahrungen im Ausland sammeln, deine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und deine soziale Kompetenz erhöhen? Dann könnte ein Au-pair-Aufenthalt zu dir passen: Im Gegenzug für Unterkunft, Verpflegung und ein kleines Taschengeld hilfst du einer Gastfamilie bei der Betreuung der Kinder. So profitieren alle Beteiligten voneinander und die Kosten bleiben überschaubar.

Im Ausland: Au-pair-Aufenthalte finden im Ausland statt und sind weltweit möglich. Besonders beliebte Ziele sind zum Beispiel die USA, Australien, England oder Frankreich.

Dauer: Meist dauert ein Au-pair-Aufenthalt 6 bis 12 Monate, kann aber auch verlängert werden. Die Arbeitszeit pro Woche beträgt in der Regel 30 bis 40 Stunden.

Gut zu wissen: Im Internet bieten zahlreiche Vermittlungsagenturen ihre Dienste an. Hier sollte man darauf achten, dass es sich um eine seriöse Agentur handelt. Weitere Informationen sind beim Bundesverband für Au-Pair Agenturen, Gastfamilien und Au-Pairs in Deutschland sowie im Infotext „Als Au-pair ins Ausland“ zu finden.

Praktikum

Motivation: Möchtest du Erfahrungen für das spätere Berufsleben sammeln und erste Kontakte knüpfen, triffst du mit einem Praktikum eine gute Entscheidung. Zudem sind für manche Studiengänge – etwa Agrarwissenschaften oder Bauingenieurwesen – Vorpraktika verpflichtend.

Im Inland: In nahezu allen Branchen werden Praktika angeboten. Manchmal lassen sich Stellen in der JOBBÖRSE der Agentur für Arbeit finden. Bei der Suche ist aber vor allem Eigeninitiative erforderlich.

Im Ausland: Praktika sind auch im Ausland möglich. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte man sich aber vorab gründlich über die Bedingungen vor Ort informieren. Zu bedenken ist auch, dass in den meisten Fällen gute Sprachkenntnisse erforderlich sind. Außerdem muss man bei einem Auslandspraktikum Kosten für Vermittlungsgebühren, Versicherungen, An- und Abreise sowie Unterkunft einplanen. Finanzielle Unterstützung bekommst du unter Umständen durch ein Stipendium oder Auslands-BAföG.

Dauer: Dauer und Umfang von Praktika variieren und können häufig individuell abgesprochen werden.

Gut zu wissen: Neben Praktika können auch verschiedene studienvorbereitende Programme bei der Berufswahl helfen. Zu nennen sind hier etwa das Schnupperstudium und das Studium Generale. Im Ausland bieten sich sogenannte Academic Gap Years oder Summer Sessions an. Weißt du schon, was du studieren möchtest, kannst du dich mit Brücken- oder Mappenkurse konkret vorbereiten.

Sprachkurs

Motivation: Englisch, Französisch, Spanisch oder doch lieber Japanisch? Mit Sprachkursen kannst du bereits erworbene Sprachkenntnisse vertiefen oder dir ganz neues Wissen aneignen.

Im Inland: Sprachkurse sind beispielsweise an der Volkshochschule möglich oder bei privaten Anbietern.

Im Ausland: Am leichtesten lernt man eine Sprache in dem Land, in dem sie gesprochen wird. Sprachreisen werden in Einzel- oder Gruppenunterricht sowie in verschiedenen Niveaustufen angeboten. Mehr Infos findest du im Text „Sprachreisen im Ausland“

Dauer: Sprachkurse und -reisen sind schon ab einer Woche möglich. Einen größeren Lernerfolg wirst du jedoch haben, wenn du dich für einen längeren und intensiveren Unterricht entscheidest.

Gut zu wissen: Du hast Lust auf mehr? Sprachkurse lassen sich wunderbar mit anderen Überbrückungsmöglichkeiten kombinieren – sowohl im In- als auch im Ausland.

Weitere Informationen

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Arbeitskreis Wege ins Ausland

www.wege-ins-ausland.de

Ausland.org

www.ausland.org

Deutscher Akademischer Austauschdienst

www.daad.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung

www.ba-auslandsvermittlung.de

Rausvonzuhaus

www.rausvonzuhaus.de

Bundesfreiwilligendienst

www.bundesfreiwilligendienst.de

Freiwilliges Kulturelles Jahr

www.fsjkultur.de

Freiwilliges Ökologisches Jahr

www.foej.net

Kulturweit

www.kulturweit.de

weltwärts

www.weltwaerts.de

Au-Pair Society e.V.

www.au-pair-society.org

abi>> 16.02.2018