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Jobbend die Welt erkunden

Die Kabelbahn auf dem Mount Victoria in Welligton
Neuseeland ist eines der Länder, in denen Work & Travel möglich ist.
Foto: Taufer/Meramo

Work & Travel

Jobbend die Welt erkunden

Kein Budget, um nach dem Abi die Welt zu bereisen? Macht nichts. Pack deinen Rucksack und erarbeite dir deine Reisekasse mit Jobs unterwegs. Das geht bei einem Work & Travel-Aufenthalt. Allerdings, einfach ist das nicht immer. Hier erfährst du, was es dabei zu beachten gibt.

Die Welt erkunden und andere Kulturen vor Ort hautnah erleben, davon träumen viele. Wie wär’s damit: Im australischen Outback einen Monat auf dem Feld ackern und im Anschluss an der Küste surfen. In Tokio in einem Hotel Betten beziehen und danach ins aufregende Nachtleben eintauchen. In den chilenischen Anden Pferdeställe ausmisten und die Flamingos in der Atacama-Wüste bestaunen. All das ist möglich mit einem so genannten Working Holiday-Visum. Es beinhaltet eine befristete Arbeitserlaubnis für ein Jahr und richtet sich an junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren.
Ganz wichtig dabei: Innerhalb dieses Jahres darfst du nicht mehr als sechs Monate am Stück arbeiten. Und das ist auch gut so. Schließlich willst du ja auch reisen und mehr von Land und Leuten sehen. Genau deshalb gibt es das Work & Travel-Programm. Es basiert auf einer offiziellen Vereinbarung zwischen Deutschland und zehn Ländern rund um den Globus.

Reiseziele auf allen Kontinenten der Welt

Laut Auswärtigem Amt gibt es derzeit feste Abkommen mit Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Hongkong, Israel, Japan, der Republik Korea, Neuseeland, Taiwan und Uruguay. Allerdings ist die Vereinbarung mit Brasilien noch nicht vollständig in Kraft. Leute, die schon studieren und ein finanzielles Polster vorweisen, können auch ein Working Holiday-Visum in Singapur beantragen. Eine andere Regelung gibt es für Kanada. Das Land verlost pro Jahr ein begrenztes Kontingent von zirka 5.000 Arbeitsvisa für Reisende – ist dafür aber offen für alle bis 35 Jahre.
Wer ein Visum beantragen möchte, wendet sich an die jeweiligen ausländischen Vertretungen in Deutschland, im Falle Hongkongs an die chinesische Botschaft oder die chinesischen Generalkonsulate in Deutschland. Die Genehmigungsverfahren sind allerdings sehr unterschiedlich. Für einige Länder ist das Visum eine reine Formsache und mit einem Online-Antrag erledigt, andere wiederum verlangen den Nachweis finanzieller Mittel oder eine persönliche Beantragung oder Abholung. Es empfiehlt sich also, etwas mehr Zeit dafür einzuplanen. Grundsätzlich gilt für alle Länder: eine Auslandskrankenversicherung muss im Vorfeld nachgewiesen werden.

Wo und wie Jobs finden?

Innerhalb der Europäischen Union brauchst du natürlich keine Arbeitserlaubnis. Du kannst dich mit deinem deutschen Pass innerhalb der EU frei bewegen und jeden Job annehmen, der dir über den Weg läuft. Ob Europa oder die große weite Welt – Jobs findest du von zuhause aus auf Portalen im Internet oder über Jobvermittler. Und vor Ort gilt es, die Augen immer offen zu halten. Aushänge in Kneipen, Hotels oder Ladengeschäften, das gute alte Schwarze Brett im Backpackers oder wertvolle Tipps von anderen Work & Travel-Reisenden helfen bei der Jobsuche weiter.
Die meisten Angebote sind typische Aushilfstätigkeiten. Putzen im Hotel, Kellnern in der Kneipe, Tellerwaschen im Restaurant, Handlangertätigkeiten auf dem Bau, der Farm, der Surfschule, dem Skilift oder im privaten, familiären Umfeld. Auch im sozialen und pflegerischen oder Event-Bereich gibt es Jobs. Alles Arbeitsfelder, bei denen es schon mal vorkommen kann, dass du richtig hart mit anpacken musst. Gut, wenn dir das nichts ausmacht.

Kein Job ohne schriftlichen Arbeitsvertrag

Aber Vorsicht. Beim Jobben im Ausland lauern Fallstricke. Immer wieder gibt es unseriöse Arbeitgeber, die das Unwissen junger Ausländer ausnutzen. Die im Land geltenden Arbeitnehmerrechte, wie zum Beispiel ein gesetzlich geregelter Mindestlohn oder Pausenzeiten, gelten natürlich auch für dich! Bestehe also immer auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag und dokumentiere die geleisteten Stunden, um eventuelle Schwierigkeiten zu vermeiden.
Auf Work & Travel-Reisen spezialisierte Agenturen versprechen, genau diese Fallstricke für dich zu umschiffen. Je nach Angebot organisieren sie das Visum, den Flug, die erste Unterkunft, den ersten Job oder den gesamten Aufenthalt. Außerdem sind sie für dich da, sollten Problemen mit dem Arbeitgeber oder sonstige Schwierigkeiten unterwegs auftauchen. Die meisten haben Ansprechpartner vor Ort und vermitteln Kontakte zu anderen Reisenden im Land.

Spezielle Agenturen bieten Programme

Klar, dass dieser Service etwas kostet. Mit zirka 800 Euro musst du rechnen. Unterkunft, Flüge, Reisekosten vor Ort und Verpflegung exklusive. Wie viel Budget du dafür zusätzlich einplanen musst, variiert stark von Land zu Land. Informiere dich deshalb vorab gut über die Lebenshaltungskosten: Chile lässt sich mit einer recht knappen Reisekasse gut erkunden, Japan dagegen verlangt nach mehr finanziellen Mitteln. Entsprechend gering oder hoch ist aber auch die jeweilige Entlohnung bei den Gelegenheitsjobs.
Apropos Entlohnung: In der Regel brauchst du ein Bankkonto im Land. Auch ein Auslandsführerschein ist hilfreich für bestimmte Jobs und die Jobsuche, genauso wie vorbereitete Bewerbungsunterlagen, eine ausländische SIM-Karte und eine Kreditkarte für dein heimisches Bankkonto – gerade für die erste Zeit im Land.

Interessante Alternative für weitere Länder

Eine Alternative zu Work & Travel-Reisen sind übrigens Praktika und freiwillige Dienste. Da hier die Arbeit nicht mit einem Lohn, sondern mit beruflicher Erfahrung, einem guten Gewissen oder Kost und Logis abgegolten wird, ist dafür meist keine Arbeitserlaubnis erforderlich. Stattdessen reicht ein Touristen- oder ein Praktikumsvisum. So kannst du auch beliebte Reiseländer wie die USA oder Südafrika arbeitender Weise bereisen. Viel Spaß dabei!

 

abi>> 30.05.2018

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