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Unternehmen fit für die Zukunft machen

Gruppen-Coaching am Verhaltensrechteck
Unternehmensberater sind viel auf Reisen und verbringen den Großteil ihrer Arbeitszeit beim Kunden vor Ort.
Foto: Patricia Leitao

Arbeiten in der Unternehmensberatung

Unternehmen fit für die Zukunft machen

Ob in Personalfragen, im Zuge der Digitalisierung oder mit Blick auf neue Geschäftsfelder: Damit ihre Kunden auf lange Sicht wettbewerbsfähig bleiben, entwickeln Berater Strategien, optimieren Arbeitsprozesse oder helfen, neue Projekte umzusetzen. Gefragt sind Absolventen unterschiedlicher Fachrichtungen, die teamfähig sind und sich schnell in komplexe Zusammenhänge reindenken können.

Jule Mannack ist seit einem Jahr für die Unternehmensberatung Accenture tätig. Als ‎„IT Strategy & Transformation Consultant“ arbeitet die 26-Jährige die meiste Zeit bei ihren Kunden vor Ort. Das kann in Deutschland, aber auch im Ausland sein. „Wenn man jeden Abend nach Hause kommen möchte, ist Beratung wohl die falsche Branche“, betont die 26-Jährige. Verschiedene Städte und neue Kollegen – für sie macht das die Arbeit reizvoll. Aktuell pendelt Jule Mannack zwischen Mainz, Düsseldorf und Frankfurt: Die Reisezeit nutzt sie zum Arbeiten.

In ihren Projekten geht es zum Beispiel um die Einführung neuer Software und um die Umstellung von IT-Strukturen bei den Kunden. Mit Programmieren hat ihre Tätigkeit dennoch wenig zu tun – sie kümmert sich vielmehr um die Strategie hinter den Projekten, indem sie zum Beispiel die Arbeitsschritte der Beteiligten koordiniert.
Für jedes Projekt wird ein Team zusammengestellt: „Das können drei bis 20 Personen sein, wobei sich die Teams meistens aus Beratern und Mitarbeitern des Kunden zusammensetzen“, erzählt sie. Diese analysieren die Ist-Situation der betreffenden Firma, zeigen Lösungswege auf und setzen die erarbeiteten Konzepte um.

Kein Nine-to-five-Job

Ein Porträt-Foto von Jule Mannack

Jule Mannack

Foto: accenture

Unternehmensberater haben den Ruf, häufig Überstunden machen zu müssen: „Mit einem regulären Nine-to-five-Job ist das sicherlich nicht vergleichbar“, räumt Jule Mannack ein. „Aber der Einsatz hängt immer auch von der Projektphase ab.“ Nicht jeden reizen Stunden im Zug oder mehrere Nächte pro Woche im Hotel – die Beratungsbranche fängt daher an, umzudenken: Bei ihrem Arbeitgeber Accenture wird aktuell zum Beispiel ein Vertragskonfigurator eingeführt, der es ermöglicht, sich stärker an einen Standort zu binden oder mehr Urlaubstage zu nehmen.

Den Einstieg in ihren Job hat Jule Mannack auch ohne klassischen IT-Hintergrund geschafft. „Neben einer hohen Affinität zur IT muss man vor allem analytisch und strukturiert arbeiten und sich schnell in neue Sachverhalte reindenken können“, erzählt sie. Auf ihre Tätigkeit vorbereitet hat Jule Mannack ihr Doppelabschluss in „International Management“, absolviert hat sie diesen Studiengang an der Hochschule Reutlingen sowie an der italienischen Università Cattolica del Sacro Cuore. „IT war und ist für mich eine zukunftsorientierte Key-Branche, die ich im Studium unbedingt näher kennenlernen wollte“, erzählt sie. Das gelang ihr über ein Praktikum.

Komplexe Zusammenhänge verstehen

IT ist neben Strategie-, Organisations-/Prozess- sowie Personalberatung eines der vier großen Themenfelder in der Unternehmensberatung. Unabhängig vom Schwerpunkt sind die Anforderungen an die Berater die gleichen: „Als Dienstleister durchleuchten sie Strukturen und Abläufe in den Unternehmen, hinterfragen die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und überlegen, wie Abläufe effizienter gestaltet werden können. Jedes Projekt bedeutet, hinter die Kulissen eines Unternehmens zu schauen. Ziel ist es, unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und auf eine fundierte Grundlage zu stellen“, erklärt Ludwig Kapsreiter, Berater für akademische Berufe der Agentur für Arbeit in Passau.

Wichtig seien daher selbstständiges, strukturiertes Planen und Handeln. „Berater müssen sich stets neu in eine fachspezifische Materie einarbeiten können. Das ist sicherlich eine große Herausforderung. Sie müssen sich zudem in der Zusammenarbeit mit dem Kunden und auch im Team mündlich und schriftlich präzise ausdrücken und selbstsicher auftreten können“, betont er. Hinzu kommt, dass die Projekte termingebunden sind.

Nicht nur Betriebswirte gefragt

Viele Berufseinsteiger bringen ein betriebswirtschaftliches Studium mit: „Günstig sind Vertiefungsthemen wie Projektmanagement oder Change Management, wobei die eigentliche Spezialisierung wie Controlling oder Personalmanagement im Master stattfindet“, sagt Ludwig Kapsreiter. Neben BWL und VWL sind unter den Berufsanfängern auch Informatiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler, Juristen bis hin zu Philosophen anzutreffen. Auslandserfahrung und einschlägige Praktika erhöhen die Chancen auf einen Berufsstart als Unternehmensberater.

Nicht nur die großen Unternehmensberatungen suchen: Auch mittelständische Beratungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Inhouse-Consulting-Abteilungen großer Unternehmen brauchen Nachwuchskräfte. Wer zum Assessment-Center eingeladen wird und Fallstudien, Einzelinterviews und Intelligenztests besteht, den erwartet im Beruf eine steile Lernkurve: „Kaum ein Berufsfeld bietet in kurzer Zeit einen so breiten Einblick in unterschiedliche Branchen und Themen“, bestätigt der Experte. Das macht die Berater auch für Führungsaufgaben in Unternehmen interessant.

Gute Aussichten

„Mit einem Plus von zehn Prozent bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 2016 auf 2017 wurde der Zuwachs der vergangen Jahre noch einmal übertroffen“, sagt Claudia Suttner von der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. In den vergangenen Jahren ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Erwerbstätigen auf 156.000 gestiegen; hier sind auch die Selbstständigen miterfasst, die in der Unternehmensberatung einen Anteil von über 40 Prozent ausmachen.

Die Arbeitslosenquote ist mit unter drei Prozent gering. „Durch die mit der Digitalisierung zu erwartenden Veränderungsprozesse in den Unternehmen wird auch in den nächsten Jahren ein hoher Bedarf an Unternehmensberatern bestehen“, ist sich die Expertin sicher.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: z.B. Unternehmensberatung)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.

www.studienwahl.de

Inhouse Consulting Network

Netzwerk der Inhouse-Beratungen deutscher Unternehmen
www.inhouse-consulting.de

Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen e. V. (BDSU)

www.bdsu.de

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.

www.bdu.de

Deutsche Gesellschaft für Beratung e.V. (DGfB)

www.dachverband-beratung.de

Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.

www.kmu-berater.de/startseite.html

Verband Beratender Ingenieure VBI

www.vbi.de

VBV – Vereinigung beratender Betriebs- und Volkswirte e.V.

www.vbv.de

abi>> 19.02.2018