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Projektmanagement rückt in den Vordergrund

Mann bei einer Präsentation beim Kunden
Neben guten Noten benötigen potenzielle Berater auch sprachliches Talent und Gespür für Zwischenmenschliches.
Foto: Alex Becker

Arbeiten in der Unternehmensberatung – Interview

Projektmanagement rückt in den Vordergrund

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, um in der Unternehmensberatung erfolgreich zu sein? Und welche Trends bestimmen die Zukunft der Branche? abi>> hat mit Klaus Reiners, Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), gesprochen.

abi>> Herr Reiners, brauchen Berufseinsteiger zwingend einen sehr guten Abschluss, um für Unternehmensberatungen interessant zu sein?

Klaus Reiners: Nach wie vor achten die großen, international tätigen Consultingunternehmen stark auf die Noten. In kleineren, häufig spezialisierten Beratungen ist vor allem der persönliche Eindruck entscheidend. Grundsätzlich kommt es allen Consultingfirmen darauf an, dass der Kandidat zur Beratung passt und bei ihm Entwicklungspotenziale erkennbar sind.

abi>> Gibt es so etwas wie eine Beraterpersönlichkeit?

Ein Porträt-Foto von Klaus Reiners

Klaus Reiners

Foto: BDU

Klaus Reiners: Neben der fachlichen Expertise ist die Persönlichkeit wichtig. 90 bis 95 Prozent der Projekte in den Beratungen sind Umsetzungsprojekte. Berater erstellen also nicht nur Strategien und Konzepte, sondern gehen in die Unternehmen hinein und setzen die Projekte auch um – daher müssen sie gut mit Menschen umgehen können.

abi>> Wie können Interessenten ihren Einstieg in die Branche frühzeitig vorbereiten?

Klaus Reiners: Ein Engagement in einer studentischen Beratung ist hilfreich. Studierende erhalten dadurch nicht nur Einblicke in die Projektarbeit, sondern beweisen, dass sie belastbar sind und ein Ziel vor Augen haben. Studentische Beratungen werden bei der Talentsuche von vielen Beratungsunternehmen gerne als Recruiting-Pool genutzt.
Auch Praktika oder eine Tätigkeit als Werkstudent sind gute Möglichkeiten, sich von der Masse abzuheben. Bei den Fremdsprachenkenntnissen geht man davon aus, dass Englisch fließend gesprochen wird. Das ist das A und O im Berateralltag. Aber je nach Schwerpunkt einer Beratung kann sich ein Bewerber mit weiteren Fremdsprachen interessant machen.

abi>> Lange Arbeitstage, ständiges Reisen: Sind das nur Klischees?

Klaus Reiners: Natürlich stehen auch in anderen Branchen Deadlines an, die zu Spitzenzeiten und Mehrarbeit führen. Im Consulting liegt das in der Natur der Dienstleistung. Projekte müssen vorangebracht werden, weil wichtige Entscheidungen anstehen. Die Termine sind unumstößlich. Das bringt lange Arbeitstage mit sich. Mittlerweile bieten die Beratungen ihren Mitarbeitern immer häufiger an, nach anstrengenden Projekten Auszeiten zu nehmen.
Natürlich darf man die Reisetätigkeit und die Abwesenheit von Zuhause nicht unterschätzen. Auch hier wird versucht gegenzusteuern, etwa mit einem Bürotag am Standort oder im Homeoffice. Hier schafft die Digitalisierung flexible Möglichkeiten.

abi>> Welche Trends bestimmen die Zukunft der Branche?

Klaus Reiners: Im Consulting ist die Digitalisierung das große Thema derzeit. Sie betrifft nicht nur die IT, sondern erstreckt sich über alle Branchen und Unternehmenseinheiten. Das verändert die Geschäftsmodelle, die Prozesse und Organisationformen. Berater müssen ihre Kunden beim Übergang in das digitale Zeitalter begleiten. Neben Change Management spielen dabei auch die Auswertung und der Umgang mit Daten eine entscheidende Rolle.

abi>> 19.02.2018