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Guten Appetit?!

Korb mit verschiedenem Gemüse auf einem Tisch.
Eine ausgewogene Ernährung ist für unsere Gesundheit, Fitness und Leistungsstärke maßgeblich.
Foto: Ann-Kathrin Hörrlein

Berufe rund um Ernährung und Gesundheit

Guten Appetit?!

Cheese- oder Veggie-Burger? Mehr denn je beschäftigen wir uns mit dem Thema Ernährung. Trotzdem steigt die Zahl der Übergewichtigen: In Deutschland ist jeder zweite Erwachsene zu dick. Ernährungsfachleute haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen – und das, obwohl es bis jetzt noch recht wenige Studiengänge und Ausbildungsberufe gibt.

Was und wie wir essen, bestimmt maßgeblich unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Doch viele Menschen sind überfordert, denn das Angebot an industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist riesig. „Wer sich falsch ernährt, riskiert auf Dauer krank zu werden – und wer krank ist, braucht in der Regel einen besonderen Ernährungsplan“, erklärt Lucas Liese, der im vierten Semester Diätetik studiert – an der Diätschule am Klinikum Bad Hersfeld sowie an der Hochschule Fulda. Dabei spielen auch Pädagogik und Psychologie eine Rolle. „Wir lernen nicht nur, welche Diäten man bei Krankheiten wie Fettleibigkeit oder Diabetes anwenden muss, sondern auch, wie man das den Patienten vermittelt und sie unterstützt“, sagt der 25-Jährige.

Lucas Liese hat während seines dualen Studiums schon einige Praktika gemacht, bei denen er Erfahrungen in Kliniken und Seniorenheimen sammeln konnte: „Anfangs habe ich vor allem in der Küche gearbeitet und gelernt, wie man Lebensmittel richtig zubereitet“, erzählt er. „Inzwischen kann ich auch bei ausgebildeten Diätassistenten hospitieren. Die beraten sehr oft Diabetespatienten oder Senioren, die unter den Folgen von Mangelernährung leiden.“

Naturwissenschaftliche oder technische Interessen

Ein Porträt-Foto von Lucas Liese

Lucas Liese

Foto: Privat

Seinen Studiengang gibt es erst seit Oktober 2013. Das Neue daran: Er kombiniert die Ausbildung zum staatlich anerkannten Diätassistenten mit einem Bachelorabschluss. Das hat Lucas Liese überzeugt, denn er wollte sich nicht nur praktisch, sondern auch wissenschaftlich mit Ernährung und Gesundheit auseinandersetzen.

„Es sind vor allem die Studiengänge, die die Themen Ernährung und Gesundheit vereinen“, weiß Mandy Rusch, Berufsberaterin der Leipziger Agentur für Arbeit. „An der Spitze stehen dabei die Ernährungswissenschaften, die Ökotrophologie und die Diätetik.“ Ingenieure für Lebensmittel- oder für Brauerei- und Getränketechnologie haben wiederum die Aufgabe, Lebensmittel und Getränke auf gesunder Basis herzustellen. „Naturwissenschaftliches und/oder technisches Interesse sollte man für diese Studiengänge unbedingt mitbringen. Wer Biologie, Chemie, Mathematik oder Physik nichts abgewinnen kann, der sollte sich anders orientieren“, sagt Mandy Rusch. Wer nicht studieren, sondern lieber eine Ausbildung absolvieren möchte, kann auch als Diätassistent oder Lebensmitteltechnischer Assistent, als Milchtechnologe oder Süßwarentechnologe Karriere machen.

Vielfältige Einsatzbereiche

Ein Porträt-Foto von Monika Düngenheim

Dr. Monika Düngenheim

Foto: Privat

Für Absolventen, die bei ihren beruflichen Vorstellungen flexibel sind, eröffnen sich zahlreiche Betätigungsfelder. So sind Ökotrophologen etwa nicht auf die Ernährungsberatung festgelegt: „Zu den Top-Tätigkeiten gehören seit einigen Jahren auch Qualitätsmanagement und Lebensmittelsicherheit, Marketing und Vertrieb, Wissenschaft und Forschung sowie Produktentwicklung“, erläutert Dr. Monika Düngenheim vom Berufsverband Oecotrophologie. Hauptarbeitgeber sei die Lebensmittelwirtschaft, gefolgt von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Verbänden und Vereinen. „Interessante Perspektiven bieten aber auch die Pharmabranche, Krankenhäuser und Kliniken sowie Agenturen und Verlage.“

Berufschancen gibt es also viele – Absolventen dagegen bislang eher wenige, da bundesweit recht wenige Studiengänge und Ausbildungen angeboten werden. Und auch die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Berufsfeld ist mit circa 6.000 bislang eher niedrig. „Das gilt aber auch für die Zahl der Arbeitslosen, sodass man grundsätzlich von guten Arbeitsmarktchancen sprechen kann“, sagt Susanne Lindner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Lucas Liese hat bereits sehr konkrete Zukunftspläne: Er möchte später übergewichtige Kinder und Jugendliche in Kitas, Schulen und Kliniken bei der richtigen Ernährung unterstützen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Diätetik; Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie; Gesundheitsförderung, Gesundheitspädagogik; Lebensmittelchemie)www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen. (Suchwort: Ernährung)
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ Studiengänge in ganz Deutschland recherchieren.
www.studienwahl.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Umfassende Informationen zu Ernährungsthemen sowie der Fortbildung zum Ernährungsberater (Zertifikatslehrgang).
www.dge.de

Ernährungs Umschau

Das Magazin bietet Nachrichten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zum Thema Ernährung.
www.ernaehrungs-umschau.de

Berufsverband Oecotrophologie

Der Berufsverband informiert u.a. über Studienmöglichkeiten in den Bereichen Oecotrophologie, Ernährungs-, Lebensmittel- und Haushaltswissenschaften, über Praktikumsangebote und Auslandssemester sowie über mögliche Karrierewege.
www.vdoe.de

freitag-ziegler.de

Blog einer Diplom-Ökotrophologin zu den Themen Ernährung, Genuss und Gesundheit.
www.freitag-ziegler.de

abi>> 12.10.2015