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Das Wohl des Kunden stets im Blick

Kollegen bei einer Projektbesprechung im Konferenzraum
Die Aufgaben als Auszubildender in der Finanz- und Versicherungsbranche sind vielfältig - doch auch die Anforderungen sind hoch.
Foto: Axel Jusseit

Berufe in der Finanz- und Versicherungsbranche

Das Wohl des Kunden stets im Blick

Der Handel mit Geld in Form von Wertpapieren und Krediten ist aufgrund der niedrigen Zinslage derzeit so beliebt wie schon lange nicht mehr. Je höher die gehandelten Summen, desto höher sind die Anforderungen der Arbeitgeber an die Bewerber, denen vielfältige Zugangswege in die Branche offen stehen.

Ich wollte einen Beruf mit viel Abwechslung erlernen“, erzählt Ramon Köhler, der sich deshalb für die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) entschieden hat. Das Dienstleistungsunternehmen berät seine Kunden rund um Finanzplanung und Risikoabsicherung, erstellt persönliche Konzepte und vertreibt sowohl Finanz- als auch Versicherungsprodukte. „In der Schule ist das Thema Versicherungen so gut wie nicht präsent“, bedauert der 22-Jährige. „Dabei ist die Branche extrem vielseitig und lebensnah.“

Ramon Köhlers praktische Ausbildung findet bei einem Vermögensberater in Halle (Saale) statt. Einmal im Monat besucht er für eine Woche die Berufsschule, den Rest der Zeit arbeitet er im Büro und bei den Kunden vor Ort. „Am Anfang habe ich Kundendaten online verarbeitet, Kundenpost bearbeitet und meine Kollegen zu Außendienstterminen begleitet“, berichtet der Azubi, der den Schwerpunkt Finanzen gewählt hat. Inzwischen ist er im dritten Ausbildungsjahr und betreut schon eigenständig Kunden. Die größten Herausforderungen für Ramon Köhler sind, die häufigen gesetzlichen Änderungen immer im Auge zu behalten und dadurch bei den Produkten permanent auf dem neuesten Stand zu sein.

Vielfältige Zugangswege

Ein Porträt-Foto von Ramon Köhler

Ramon Köhler

Foto: privat

Der Beruf des Kaufmanns für Versicherungen und Finanzen ist nur ein Weg, um in der Finanz- und Versicherungsbranche Fuß zu fassen. Wer sich auf eine Tätigkeit in einer Bank spezialisieren will, kann beispielsweise auch Bankkaufmann werden. Darüber hinaus gibt es Investmentfondskaufleute, „für die aber in der Realität kaum Ausbildungsplätze angeboten werden“, weiß Dirk Huber, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main.

Im vergangenen Jahr gab es deutschlandweit gerade einmal 57 Auszubildende für diesen Beruf. Daneben werden in der Bank- und Versicherungsbranche vor allem Kaufleute für Büromanagement und – im Zuge der Digitalisierung – Fachinformatiker gesucht. „Die Branche hat es schwer, genügend Auszubildende zu finden, weil viele Abiturienten sich statt einer Ausbildung für ein Studium entscheiden“, so Dirk Hubers Erfahrung. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Ausbildungsbewerber hoch sind. Neben einem guten Schulabschluss sind Team- und Kommunikationsfähigkeiten sowie Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefragt. „Schließlich arbeiten die jungen Leute mit dem Geld anderer Menschen“, erklärt Dirk Huber.

Als Studienfach bietet sich für die Finanz- und Versicherungsbranche vor allem die Betriebswirtschaft mit ihren zahlreichen Spezialisierungen an. „Auch Wirtschaftsinformatiker und Mathematiker, allen voran Versicherungsmathematiker, sind gefragt“, erklärt der Berater.

Zunehmende Digitalisierung

„Eine hohe Kundenorientierung ist ebenso wichtig wie Offenheit für die unterschiedlichsten Menschen und ein sympathisches Auftreten im Kundenkontakt.“ Wer bei einem internationalen Unternehmen arbeitet, muss zudem gute Englischkenntnisse mitbringen.

Die Zahl der Beschäftigten in der Branche lag 2017 bei 975.000 – zwei Prozent weniger als im Vorjahr. 2013 gab es noch über eine Million Beschäftigte. Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit, führt diese Entwicklung vor allem auf die zunehmende Digitalisierung der Branche zurück. „Online-Banking und Vergleichsportale und die damit verbundenen Veränderungen im Bankensektor und in der Versicherungsbranche führen zu einer weniger guten Entwicklung als auf dem Arbeitsmarkt insgesamt“, sagt die Expertin. In den vergangenen Jahren wurden immer weniger Stellenangebote für Bank- und Versicherungskaufleute, Bank- und Versicherungsfachwirte sowie Betriebswirte gemeldet. „Trotzdem ist die Zahl der Arbeitslosen im Berufsbereich Versicherungs- und Finanzdienstleistungen dank der allgemein guten Arbeitsmarktlage im Jahr 2017 auf 10.200 zurückgegangen“, weiß Claudia Suttner.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: „Finanzen“)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit (Suchwort: „Finanzen“)
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Bundesverband deutscher Banken e.V.

https://bankenverband.de/

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)

www.bvr.de

Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes e.V.

www.agvbanken.de/

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)

www.gdv.de/

Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e. V.

www.agv-vers.de/

abi>> 12.11.2018