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Ohne Strom nix los

Windräder auf einem Feld
Längst mehr als eine Energiequelle für morgen: Erneuerbare Energien sind längst fester Bestandteil der immer größer werdenden Stromindustrie.
Foto: Andreas Lander

Berufe unter Strom – Hintergrund

Ohne Strom nix los

Wasserkocher, elektrische Zahnbürste, Smartphone, Elektroherd, Fernseher: Wir nutzen täglich mindestens ein Dutzend Geräte, die mit Elektroenergie betrieben werden. Ohne Strom läuft nichts, weder privat noch im Arbeitsleben.

Der Energiebedarf steigt stetig. Doch fossile Energieträger wie Öl, Steinkohle oder Gase werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Solarenergie oder Geothermie müssen erschlossen werden – ein zukunftsträchtiges Arbeitsfeld unter anderem für Elektroniker, Energietechniker oder Ingenieure für Elektrotechnik.

Eine von ihnen ist Lena Busch. Für sie schien zunächst alles in Richtung Geisteswissenschaften zu weisen. „In der Oberstufe belegte ich die Leistungskurse Deutsch und Kunst“, berichtet die 24-Jährige. Sie interessierte sich jedoch auch für ingenieurwissenschaftliche Themen und war auf der Suche nach einem zukunftsträchtigen Studium. Der Bachelorstudiengang „Energietechnik – Regenerative und Effiziente Energiesysteme“ an der Hochschule Trier hat sie schließlich überzeugt.

„Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Studium darum, wie man Energie effizient umwandeln und erneuerbare Energien nutzen kann“, erklärt sie. In den ersten Semestern hat sie naturwissenschaftliches und technisches Basiswissen erworben und im Labor angewendet. Auch betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen standen auf dem Studienplan. In den höheren Semestern geht es um die Energietechnik im engeren Sinn, etwa um Solar- und Windenergie. Was die Studierenden hier lernen, können sie in einem Praxissemester umsetzen, bevor im siebten Semester die Bachelorarbeit folgt.

Wo wird wie viel Energie verbraucht?

Ein Porträt-Foto von Lena Busch

Lena Busch

Foto: privat

Lena Busch gefiel ihr Praxissemester bei einem großen Trierer Industrieunternehmen so gut, dass sie dort mittlerweile als Werkstudentin tätig ist. „Ich analysiere, wo im Betrieb wie viel Energie verbraucht wird und wohin diese fließt. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern setze ich Projekte um, die dem Unternehmen helfen, effizienter mit Energie umzugehen“, erzählt die Studentin. Sie weiß: Um das Leben auf der Erde auch für kommende Generationen lebenswert zu gestalten, müssen die vorhandenen Ressourcen geschont, erneuerbare Energiequellen erschlossen, aber auch klimaschädliche Emissionen reduziert werden. „Der Industriesektor ist neben dem Verkehrssektor die Branche, die die meiste Energie verbraucht. Daher freue ich mich, wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten mit meiner Arbeit etwas zur Energiewende beitragen kann.“

Ihr Bachelorstudium hat Lena Busch bereits abgeschlossen und befindet sich mittlerweile im zweiten Semester des Masterstudiengangs „Energiemanagement“ an der Hochschule Trier. Hier lernen die Studierenden, wie man Energie gewinnt, verwaltet und wie der Handel mit Ressourcen abläuft. Dieses Tätigkeitsfeld könnte sich die 24-Jährige für ihr künftiges Berufsleben vorstellen.

Anforderungen nicht unterschätzen

Ein Porträt-Foto von Petra Jörres

Petra Jörres

Foto: privat

Petra Jörres, Beraterin für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Krefeld, sieht Lena Buschs Weg als Teil einer sich immer stärker abzeichnenden Entwicklung. „Es entstehen mehr und mehr Berufsfelder rund um das Thema erneuerbare Energien. Das spiegelt sich auch bei den Inhalten der Studiengänge und Ausbildungsberufe wider.“ Grundsätzlich müsse man bei all diesen Berufen unterscheiden, in welchem Rahmen man mit Elektrizität arbeiten will. Das lässt sich gut am Beispiel des Ingenieurs für Elektrotechnik nachvollziehen. Wenn sich ein Absolvent beruflich mit Strom beschäftigen möchte, kann er in der Stromerzeugung arbeiten, beispielsweise in einem Kraftwerk. Interessiert er sich für die Verteilung des Stroms oder den Handel damit, kann er eine Stelle bei einem Stromnetzbetreiber anstreben. Wählt er die Stromübertragung, kann er sich bei Firmen bewerben, die Überlandleitungen warten. Studieninteressierte können aus teils sehr spezialisierten Studiengängen wählen, bei denen beispielsweise erneuerbare Energien, Umwelttechnik, Energiemanagement oder Gebäudetechnik im Fokus stehen.

Für Schulabgänger, die eine Berufsausbildung absolvieren möchten, ist ein Elektronikberuf erste Wahl. Hier gibt es unter anderem die Richtungen Maschinen- und Antriebstechnik, Automatisierung sowie Energie- und Gebäudetechnik. Aber neben den technischen gibt es weitere Berufsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Strom. So können auch Industriekaufleute, die beispielsweise Projekte kalkulieren, Wirtschaftswissenschaftler, IT- und Kommunikationsexperten oder Vertriebsspezialisten in der Branche Fuß fassen.

Auch wenn Strom etwas Alltägliches ist, warnt Petra Jörres davor, die Anforderungen, die gerade die technischen Berufe mit sich bringen, zu unterschätzen. „Man sollte sich im Klaren darüber sein, ob man wirklich Talent für Mathe, Physik und Technik mitbringt.“ Um in dieser Branche bestehen zu können, muss man komplexe Sachverhalte verstehen und logisch denken können. Auch technisches Englisch sollte man beherrschen. Außerdem muss jeder, der sich beruflich mit Strom befasst, verantwortungsbewusst sein und im Blick haben, dass Strom verletzen oder gar töten kann.

Aufgaben im Zeichen der Energiewende

Auf die große Auswahl an interessanten Aufgabenfeldern bei den Stromberufen weist auch Birgit Henrichs vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) hin: „Die Energiewende ist ein großes Thema. Für eine reibungslose Transformation der Energieerzeugungssysteme sind die bestehenden Anlagen genauso wichtig wie die neuen Kraftwerke der erneuerbaren Energien. Hier gibt es für Abiturienten viele verantwortungsvolle Aufgaben in IT, Anlagenbetreuung und Telekommunikation.“

„Die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Energieberufen ist gut“, schätzt Ilona Mirtschin vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit die Situation ein. Die Arbeitslosenquoten in diesem Bereich liegen im Durchschnitt unter drei Prozent. Die meisten gemeldeten Stellen gab es 2016 für Fachkräfte in der Bauelektrik und in der elektrischen Betriebstechnik.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Energie)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

KURSNET

Die Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Energie)
www.studienwahl.de

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BEE)

Seite des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. Er vertritt über 1.800 Unternehmen.
www.bdew.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)

www.bee-ev.de

Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. (BNE)

www.bne-online.de

Informationsportal zum Studiumim Bereich Erneuerbare Energien

www.studium-erneuerbare-energien.de/

abi>> 02.08.2017