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Karriere mit Säften und Smoothies

Mit Saft abgefüllte Flaschen auf dem Fließband
Die Arbeit in der Fruchtsaftindustrie ist vor allem für technisch und industriell Begabte und Interessierte geeignet.
Foto: Martin Rehm

Ich will was machen mit Getränken: Interview

Karriere mit Säften und Smoothies

Die Deutschen sind große Saft-Fans. abi» sprach mit Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF), über die Branche und berufliche Chancen.

abi>> Herr Heitlinger, welche Trends zeichnen sich aktuell in der Fruchtsaftindustrie ab?

Klaus Heitlinger: Bei den Fruchtsaftherstellern – unserem Verband gehören mehr als 300 deutsche Hersteller an – ist ein starker Zuwachs an Direktsäften, also von Säften, die direkt nach dem Pressen abgefüllt werden, zu verzeichnen. Die Verbraucher wollen Säfte, die naturnäher und wohlschmeckend sind. Dafür sind sie bereit, mehr zu zahlen. Im Trend sind außerdem Smoothies aus Gemüse. Das stellt die Hersteller vor neue Herausforderungen, da Gemüsesäfte basisch sind und schneller verderben können. Hier ist technisches Know-how gefragt.

abi>> Welchen Anteil haben Säfte am Markt in Deutschland?

Ein Porträt-Foto von Klaus Heitlinger.

Klaus Heitlinger

Foto: privat

Klaus Heitlinger: In der Branche der nicht-alkoholischen Getränke liegt Wasser vorne, mit mehr als der Hälfte der Menge der insgesamt konsumierten Getränke. Softdrinks haben einen Anteil von etwa 25 Prozent, Schorlen und Energy-Drinks zwölf Prozent, Säfte liegen bei zehn Prozent. Trotzdem sind die Deutschen weltweit Spitzenreiter, was den Konsum von Fruchtsaft betrifft. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 33 Litern im Jahr.

abi>> Welche Karrierechancen bietet die Fruchtsaftindustrie Schul- beziehungsweise Studienabsolventen?

Klaus Heitlinger: Die Branche sucht und braucht interessierte junge Leute. Diese sollten, wie gesagt, technisch interessiert sein, denn die Arbeit ist weniger eine Arbeit in der Natur als in der industriellen Abfüllung. Man muss sich mit Maschinen auskennen und großen Wert auf Hygiene legen.

abi>> Welche Berufsbilder gibt es in der Fruchtsaftherstellung und wie werden sich diese in Zukunft verändern?

Klaus Heitlinger: Interessierte können beispielsweise eine Ausbildung zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik absolvieren. Nach zweijähriger Berufspraxis kann man sich zum „Industriemeister – Fachrichtung Fruchtsaft und Getränke“ weiterqualifizieren. Als Industriemeister kann man Führungsaufgaben im Bereich Produktion, Technik oder Qualitätssicherung der Getränkeindustrie übernehmen. Abiturienten steht außerdem unter anderen der Studiengang der Getränketechnologie oder Brauwesen und Getränketechnologie offen. Die Absolventen können im Management, der Forschung und in der Entwicklung arbeiten. Veränderungen der Berufsbilder sind vor allem inhaltlicher Natur. Es müssen immer neue technische Herausforderungen gemeistert werden, beispielsweise dadurch, dass neue Verfahren zur keimfreien Abfüllung von Gemüsesäften eingeführt werden müssen.

abi>> Außer technischem Know-how – welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind für den Berufseinstieg in dieser Branche gefragt? Welche Interessen passen dazu?

Klaus Heitlinger: Wir bewegen uns in einer internationalen Branche. Die Fruchtsafthersteller kaufen Zutaten auf der ganzen Welt ein, zum Beispiel verarbeitete Früchte wie Mangos aus Indien. Deshalb sind Englischkenntnisse von Vorteil ebenso wie Kommunikationsfähigkeit. Mathematisches Verständnis ist ebenfalls wichtig, um beispielsweise Mengen zu berechnen. Wer zudem Interesse an Obst und der Obstverarbeitung hat, ist in unserer Branche willkommen.

abi>> 31.10.2016