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Alles für ein gutes Klima

Detailaufnahme Klimadiagramm
Die globale Erwärmung stellt die Energiebranche vor zahlreiche neue Herausforderungen.
Foto: Nancy Heusel

Berufe im Klimaschutz – Hintergrund I

Alles für ein gutes Klima

Wie verhält es sich derzeit in Deutschland mit Klimaschutz und erneuerbaren Energien? Und wirken sich die aktuellen Entwicklungen auf die beruflichen Möglichkeiten aus? Experten wie Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien sehen neben einigen Defiziten durchaus auch viele Chancen.

Überschwemmungen, Dürrekatastrophen, Gletscherschmelze – die Auswirkungen des Klimawandels sind unübersehbar. Aus diesem Grund wurde 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris beschlossen, die globale Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen laut Experten die Treibhausgasemissionen weltweit bis 2060 komplett eingestellt werden. Außerdem gilt es, einen Teil des bereits ausgestoßenen CO2 aus der Erdatmosphäre zu entfernen. Dem Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind-, Wasserkraft oder Solarenergie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie sollen die herkömmlichen Verbrennungsenergien wie Öl, Gas und Kohle sowie die Atomkraft ersetzen. Maßnahmen zu Energieeinsparung und Ressourcenschonung werden ergänzend im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt. Zahlreiche Fachleute arbeiten auch in Deutschland an dieser großen Herausforderung.

Nachholbedarf bei Wärme und Verkehr

Ein Porträt-Foto von Alexander Knebel

Alexander Knebel

Foto: Agentur für Erneuerbare Energien

„Deutschland hat in den vergangenen Jahren durchaus Fortschritte erzielt“, bestätigt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. „Sie beschränken sich jedoch bislang weitgehend auf den Strommarkt. Hier können wir inzwischen schon ein Drittel des Bedarfs durch erneuerbare Energien wie Windkraft, Solar- und Bioenergie decken.“ Dringenden Nachholbedarf indes gibt es nach Einschätzung des Experten in den beiden anderen großen Bereichen der Energienachfrage. „Im Wärmemarkt, und dieser macht den Großteil des Energiebedarfs bei den privaten Haushalten aus, verzeichnen wir nur einen Anteil von rund 14 Prozent, der seit Jahren stagniert. Noch weniger hat sich im Verkehrssektor getan. Hier machen die erneuerbaren Energien lediglich rund fünf Prozent aus, sogar mit abnehmender Tendenz in den beiden vergangenen Jahren.“

Diese Bereiche – Strom, Wärme und Verkehr – sind also die drei Säulen der erneuerbaren Energien. Gemeinsam tragen sie jedoch den Klimaschutz noch nicht. „Alle drei zusammen bringen derzeit einen Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch in Höhe von knapp 15 Prozent“, zieht Alexander Knebel Bilanz. „Von dem auf EU-Ebene gesetzten Ziel, bis 2020 einen Anteil von 18 Prozent zu erreichen, ist Deutschland also noch ein Stück weit entfernt.“

Berufe im Wandel

Doch Defizite bedeuten immer auch Chancen, etwas zu verändern. In jedem Fall macht sich die Energiewende bereits bei Ausbildungen, Studiengängen und beruflichen Möglichkeiten bemerkbar. Bestimmte Unternehmen spezialisieren sich auf erneuerbare Energien und erwarten von Absolventen, dass sie entsprechende Qualifikationen mitbringen. Das zeigt sich auch darin, dass einige Ausbildungsprofile vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern entsprechend aktualisiert wurden. „Da gibt es durchaus Anpassungen an die Bedürfnisse der Branche der erneuerbaren Energie. So enthält die duale Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker/in inzwischen auch Anforderungen für Kompetenzen in Sachen Elektromobilität. Alle, die diesen Beruf erlernen und ausüben, müssen sich nun auch mit dieser Thematik auseinandersetzen“, nennt Alexander Knebel ein Beispiel. Darüber hinaus enthält auch die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik seit der Neuordnung im Jahr 2016 Inhalte im Bereich nachhaltige Energie- und Wasserversorgungstechnik. Außerdem ist eine Spezialisierung auf das Einsatzgebiet der erneuerbaren Energien und Umwelttechnik möglich.

Im Rahmen des Bologna-Prozesses sind außerdem etliche neue spezialisierte Studiengänge mit Fokus auf erneuerbare Energien entstanden, Bachelor- und insbesondere Masterstudiengänge. „Aber auch Absolventen klassischer Studiengänge, etwa in Bereichen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik, können ihren Einstieg in den Klimaschutz finden. Laut Alexander Knebel bieten viele Unternehmen, die ihre Wertschöpfung aus der Energiewende generieren, entsprechende Trainee-Programme. „Im Zuge des erhofften baldigen Ausbaus der E-Mobilität im Straßenverkehr und eines weiteren Wachstums der erneuerbaren Energien ist außerdem zu erwarten, dass Strom-, Wärme- und Verkehrsmarkt enger zusammenwachsen. Wind- und Solarstrom kann zur Speicherung oder direkten Nutzung künftig verstärkt in den Wärme- und Verkehrsmarkt fließen. Dieses Zusammenwachsen benötigt kompetente Fachleute, um die Energieströme zu lenken.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de/

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Umweltbundesamt

www.umweltbundesamt.de

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

www.bmub.bund.de

Agentur für Erneuerbare Energien

www.unendlich-viel-energie.de

Bundesverband Erneuerbare Energien

www.bee-ev.de

Greenday am 14.11.2017

www.greendaydeutschland.de

Grüne Jobs

www.greenjobs.de

abi>> 04.09.2017