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Arbeiten im religiösen Umfeld

Ein junger Mann steht neben einer Flipchart und hält vor ein paar Jugendlichen einen Vortrag.
Religionspädagogische Arbeit ist nur eine von vielen Möglichkeiten im Bereich Glaube und Religion.
Foto: Sonja Brüggemann

Ich will was machen mit Glaube und Religion

Arbeiten im religiösen Umfeld

Die Beziehung zu Gott und die Ausübung einer Religion sind bei dem einen mehr, dem anderen weniger ausgeprägt. Generell betrachten die Menschen Glaube und Religion zunehmend kritischer und reflektierter. Nach wie vor ist die Kirche zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland. Denn: Wer selbst religiös ist oder sich gern mit ethischen Fragen auseinandersetzt, findet oft auch beruflich in diesem Gebiet Erfüllung.

Sebastian Blume (24) studiert Grundschullehramt mit den Fächern Englisch und Religion an der Universität Hildesheim. Nach einem zweijährigen Bundesfreiwilligendienst im Offenen Kinder- und Jugendtreff „Go20“ in Hildesheim, der ihm sowohl einen Einblick in die Soziale Arbeit als auch in die schulische Arbeit bot, stand für ihn fest: Ich will Lehrer werden. „Im Fach Religion sehe ich eine Chance für religiöse Bildung, aber auch für die persönlichen Erfahrungen in und Auseinandersetzungen mit der Welt. Ich möchte Schüler auch auf dieser Ebene begleiten und ihnen im Reden von Gott und Glauben ein Werkzeug an die Hand geben, um sich in einer multikulturellen und multireligiösen Welt zurechtzufinden“, begründet der 24-Jährige seine Studienentscheidung.

Bibelkunde und Ethik

Ein Porträt-Foto von Sebastian Blume

Sebastian Blume

Foto: privat

Der Zwei-Fach-Bachelor mit Lehramtsoption vermittelt vielfältige theoretische Grundlagen und Praxiserfahrungen. „Neben den beiden Hauptfächern Englisch und Evangelische Theologie stehen auch Veranstaltungen in Pädagogik und Psychologie auf dem Lehrplan. Zusätzlich kann ein Wahlpflichtfach aus den Bereichen Politik, Soziologie und Philosophie gewählt werden.“ In den ersten beiden Semestern absolvierte Sebastian Blume zudem zwei Praktika an einer Realschule in Hildesheim.

Die Module zur Evangelischen Theologie umfassen Bibelkunde und Ethik, außerdem religionspädagogische Veranstaltungen, bei denen die praktische Umsetzung in den Fokus rückt. „Didaktische Modelle mit Beispielen, Blockseminare zum Erzählen, Singen oder Arbeiten mit Kinder- und Jugendliteratur, aber auch Ausflüge an außerschulische Lernorte haben meine eigene Wahrnehmung von Glaube und Religion verändert und mir neue Ansätze gezeigt, darüber zu sprechen“, so das Fazit von Sebastian Blume.

Vielfalt der Konfessionen

Der gängige Weg in den Arbeitsbereich Glaube und Religion ist ein Hochschulstudium, wie Kurt Hägerbäumer von der Arbeitsagentur Bonn bestätigt: „Der Lehrerberuf ist dabei eine Option. Noch facettenreicher sind die Möglichkeiten mit einem Theologiestudium. In Frage kommen neben den christlichen Theologiestudiengängen auch Judaistik, orthodoxe Theologie und Islamwissenschaft. Grundsätzlich bereitet solch ein Studium auf die Arbeit im Kirchendienst vor – je nach Fach also auf das Amt des Pastors, Priesters, Rabbis oder Imams.“

Doch es gibt auch Alternativen: So können sich Theologen beispielweise als Kirchenrechtler mit juristischen Fragen beschäftigen oder im sozialen Bereich tätig werden, etwa bei Caritas oder Diakonie. „Das Spektrum ist sehr groß und reicht bis hin zum Personalmanagement, denn Theologe zu werden setzt auch Empathie und Kommunikationsstärke voraus“, resümiert der Berufsberater. „Daher entscheiden sich vielen Theologen, die nicht unmittelbar in der Kirche arbeiten möchten, auch für einen pflegerischen oder therapeutischen Beruf.“

Alternativen im geistlichen Bereich

Nach einem Theologiestudium ist es in der katholischen Kirche zudem möglich, als Pastoralreferent tätig zu werden. „Die Aufgaben ähneln denen des Priesters, je nach Bischof reichen sie bis hin zum Predigen, nur entfällt in diesem Fall die Weihe zum Priester“, erklärt Kurt Hägerbäumer. „Pastoralreferenten übernehmen zum Beispiel auch die Seelsorge oder Aufgaben in der theologischen Erwachsenenbildung.“ In der evangelischen Kirche ist nach einer Weiterbildung eine Tätigkeit als Diakon möglich. Hierbei geht es um pflegerische und sozialpädagogische Tätigkeiten sowie weitere Aufgaben in der Sozial- und Bildungsarbeit, in der Verkündigung, Seelsorge und Beratung.

Weitere mögliche Studiengänge im Themenfeld Glaube und Religion sind etwa Religionswissenschaft, Religionspädagogik oder Philosophie. Wer Theologie oder Religion studieren möchte, braucht meist keinen Numerus Clausus zu erfüllen. Es kann aber durchaus sein, dass der Zugang konfessionsgebunden ist, insbesondere bei Studiengängen der Theologie. „Unbedingt erforderlich ist auch eine Affinität zu Sprachen“, betont der Berufsberater, „und zwar speziell zum Hebräischen und Griechischen.“

Außerdem ist der Zugang zum Berufsfeld über eine Berufsausbildung möglich. „Die Wahlmöglichkeiten sind hier aber stark begrenzt“, räumt Kurt Hägerbäumer ein. „Denkbar ist etwa eine Ausbildung zum Gemeindehelfer beziehungsweise Gemeindediakon oder zum Verwaltungsfachangestellten in der Kirchenverwaltung.“

Als Quereinsteiger zum Arbeitgeber Kirche

Daneben steht Absolventen eines anderen geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studiums beziehungsweise einer Ausbildung – etwa im Bereich Pflege oder Verwaltung – eine Tätigkeit beim Arbeitgeber Kirche oder im Themenfeld Glaube und Religion offen. Beispielsweise als Gesundheits- und Krankenpfleger bei der Diakonie beziehungsweise Caritas, als Kaufmann für Büromanagement in der Kirchenverwaltung, als Redakteur oder Lektor bei einem Verlag mit religiösen Publikationen oder als Wissenschaftler in der Religionsforschung.

Gefragt sind diese Berufsfelder mehr denn je. „Die Kirche ist – nach dem Staat – der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland“, sagt Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz. „Im Bereich von Diakonie und Caritas gibt es das größte Beschäftigungsangebot. Aber auch in den Generalvikariaten, Pfarrgemeinden, Akademien und Universitäten werden immer wieder Fachkräfte gesucht. Wir sind dankbar, nach wie vor gut ausgebildete Fachkräfte, vor allem Theologinnen und Theologen, zu haben.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Religion)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Religion)
www.studienwahl.de

Evangelische Kirche in Deutschland

www.ekd.de

Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung

www.kkv-bund.de

Deutsche Bischofskonferenz

www.dbk.de

Theologie studieren

www.theologie-studieren.de

Kirchliche Berufe

www.kirchliche-berufe.de

Praktikum Kirche

www.praktikum-kirche.de

abi>> 02.01.2019