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Zukunftsbranche Kautschuk- und Kunststoffindustrie

Junger Mann mit rotem Tshirt mixt Plastikgranulat zusammen und wiegt es ab.
Bei der Herstellung von Kautschukmischungen muss auf auf eine exakte Zusammensetzung der einzelnen Stoffe geachtet werden.
Foto: Martin Rehm

Ich will was machen mit Kautschuk oder Kunststoff: Wege in die Branche

Zukunftsbranche Kautschuk- und Kunststoffindustrie

Umgangssprachlich kennt man Kunststoff eher als Plastik und Kautschuk als Gummi. Jeden Tag benutzen wir zahlreiche Produkte, die daraus bestehen. Derart vielfältig sind auch die beruflichen Möglichkeiten in der Kunststoff- und Kautschukindustrie.

Jede seiner Aufgaben führt Roman Zverev mit größter Sorgfalt und Genauigkeit aus. Er bedient schwere Maschinen und ist darüber hinaus für die Herstellung verschiedener Kautschukmischungen zuständig. Dabei kommt es auf die exakte Zusammensetzung der Stoffe an. Aus diesen werden dann später zum Beispiel Reifen oder Tauchanzüge, aber auch Kabelummantelungen und Dichtungen gefertigt. Für die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik der Fachrichtung Compound- und Masterbatchherstellung hat sich der 23-Jährige entschieden, weil er hier sein technisches und naturwissenschaftliches Interesse miteinander verbinden kann. Seinen Arbeitgeber, den Spezialchemie-Konzern Lanxess, lernte er in einem dreimonatigen Praktikum kennen. Ausgebildet wird er am Standort in Leverkusen.

Ein Porträt-Foto von Roman Zverev

Roman Zverev

Foto: privat

„Wer sich für den Beruf interessiert, sollte eine gewisse Flexibilität mitbringen, da man an vielen unterschiedlichen Geräten arbeitet. Hilfreich ist außerdem handwerkliches Geschick“, schildert der Azubi seine Erfahrungen. Am liebsten bedient er Maschinen. Das können zum Beispiel sogenannte Kneter oder Walzen sein, die das Mischen der Stoffe übernehmen. „Es gibt immer neue und verschiedene Aufträge zum Mischen, sodass man viel Abwechslung hat. Außerdem macht mir sowohl das Lernen als auch das Arbeiten mit meinen Kollegen sehr viel Spaß.“

Pläne für die Zukunft hat der angehende Verfahrensmechaniker auch schon: „Erst mal will ich eine sehr gute Abschlussprüfung ablegen. Ich hoffe, dass ich danach übernommen werde. Später würde ich dann gerne noch einen Techniker oder Meister machen.“

Gute Berufsaussichten

Ein Porträt-Foto von Katrin Ballach

Katrin Ballach

Foto: privat

„Die Kautschuk- und Kunststoffindustrie eignet sich für alle, die neben mathematischem und physikalischem Verständnis eine Affinität für Technik mitbringen“, sagt Katrin Ballach, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Stendal. Spaß am Fach Chemie ist ebenfalls eine gute Voraussetzung. Die Einsatzgebiete sind vielfältig – und zukunftsträchtig. „Man kann beispielsweise bei der Weiterentwicklung zukunftsfähiger Werkstoffe mitwirken, die im 3-D-Druck eingesetzt werden. Die Forschung tüftelt derzeit unter anderem an nachhaltigen und umweltgerechten Verfahren bei der Herstellung von Kunststoff.“

Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit, spricht von einer guten Arbeitsmarktsituation für Fachkräfte im Berufsfeld Kunststoff-/Kautschukherstellung und -verarbeitung: „2015 gab es insgesamt 130.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Fachkräfte in diesem Berufsfeld. Die Zahl der Arbeitslosen fiel 2015 mit 2.400 geringer aus als die Zahl der gemeldeten Stellen mit 3.500. Und die berufsspezifische Arbeitslosenquote betrug weniger als zwei Prozent.“ Die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker haben Abiturienten weniger im Blick: Nach Angaben des Institutes für Berufsbildung wurden 2014 insgesamt 2.493 Ausbildungsverträge zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik abgeschlossen. Doch gerade mal 288 der neuen Azubis waren Abiturienten. Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Aussichten für Akademiker in der Branche ebenfalls gut sind und sich viele stattdessen für ein Studium entscheiden. Neben Ingenieuren für Kunststofftechnik sind Maschinenbauingenieure, Ingenieure für technische Produktionsplanung und -steuerung beziehungsweise technische Forschung und Entwicklung gefragt.

Spezialisieren oder breit aufstellen?

Ob man sich für einen spezialisierten Studiengang wie Kunststofftechnik oder einen breiter angelegten Studiengang im Bereich Ingenieurwissenschaften entscheidet, hängt von den eigenen Interessen ab. Die Studiengänge im Bereich Kunststofftechnik sind interdisziplinär angelegt. Die Inhalte umfassen also eine breite Palette naturwissenschaftlicher Themen. „Wer bereits genau weiß, dass er mit Kunststoffen arbeiten möchte und einen hohen Praxisbezug sucht, der findet in den spezialisierten Studiengängen den richtigen Einstieg“, sagt Katrin Ballach. Wer sich für einen ingenieurtechnischen Studiengang der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik entscheidet, ist flexibel und weniger auf die Kunststoffindustrie festgelegt. „Aber auch diese Studiengänge setzen sich innovativ mit neuen Materialien und Werkstoffen wie Kunststoff, Kautschuk und Gummi auseinander.“ Auch in der angewandten Chemie werden unter anderem Methoden zur großtechnischen Herstellung von Kunststoffen und Kunstfasern entwickelt. „Hier gibt es zahlreiche Übergänge zur Verfahrenstechnik beziehungsweise zum Chemieingenieurwesen.“

So vielfältig wie die Anwendungen von Kunststoffprodukten sind die Branchen, in denen man mit einer entsprechenden Ausbildung tätig werden kann, zum Beispiel in der Kunststoff verarbeitenden Industrie, der Zulieferindustrie für Automobil- und Flugzeugbau, der Polymerchemie, dem Maschinen- und Anlagenbau oder der Verpackungs- und Baustoffindustrie. Was die Ausbildungsberufe angeht, sollten Abiturienten nicht nur den Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik in Betracht ziehen. „Da in der Produktion teilweise mit großen Maschinen und Anlagen gearbeitet wird, kommen auch Berufe wie der Mechatroniker infrage. Das Gleiche gilt für Maschinen- und Anlagenführer, Technische Produktdesigner und Werkstoffprüfer der Fachrichtung Kunststofftechnik“, ergänzt die Berufsberaterin.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Kunststoff, Kautschuk)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFE TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.
www.berufe.tv

KURSNET

Die Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchworte: Kunststoff, Kautschuk)
www.studienwahl.de

We move our world

Junge Beschäftigte der Kautschukbranche erzählen aus ihrem Berufsalltag (wird fertiggesellt bis April 2017).
www.wemoveourworld.com

Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk)

Der wdk ist die Organisation der deutschen Kautschukhersteller.
www.wdk.de

Wirtschaftsvereinigung Kunststoff (WVK)

Die WVK vertritt die Anliegen der deutschen Kunststofferzeuger, -verarbeiter und -maschinenbauer.
www.wv-kunststoff.org

Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV)

Der GKV ist der Dachverband der deutschen Kunststoff verarbeitenden Industrie.
www.gkv.de

Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. (IK)

Die IK ist der Bundesverband der Hersteller von Kunststoffverpackungen und Folien.
www.kunststoffverpackungen.de

abi>> 16.01.2017