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Deutsche Sprache, schöne Sprache

Lektor bearbeitet einen ausgedruckten Text
Das Berufsspektrum im Bereich Deutsch reicht von Literatur und Medien bis hin zur pädagogischen Fachrichtung.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Ich will was machen mit Deutsch – Hintergrund

Deutsche Sprache, schöne Sprache

Lesen, schreiben, kommunizieren: Sprache spielt im privaten wie im Berufsalltag eine entscheidende Rolle. Im Grunde gibt es kein Berufsbild, das ohne Sprache auskommt, allerdings gibt es Berufe, bei denen sie im Fokus steht. Wer etwas mit Deutsch machen möchte, kann verschiedene Richtungen einschlagen.

Ilka Pescheck arbeitet da, wo die deutsche Sprache zum Nachschlagen aufbereitet wird: in der Redaktion des Duden. Die Redakteurin schreibt Einträge für die bekannten Wörterbücher, prüft Beiträge anderer Autoren auf ihre Richtigkeit und beobachtet die Sprachentwicklung anhand einer großen Textmenge aus Zeitungen und Zeitschriften. „Wir wollen wissen, welche Wörter neu oder in einem anderen Zusammenhang verwendet werden“, erklärt die 36-Jährige. „Manche Schreibweisen oder Verwendungen werden zunächst als Fehler, dann als Variante wahrgenommen, bevor sie irgendwann als Veränderung in die Standardsprache eingehen. Der ständige Wandel der Sprache ist sehr spannend.“

Nach dem Abitur hat Ilka Pescheck zunächst Germanistik, Spanisch, Soziologie und das Zusatzfach Deutsch als Fremdsprache in Münster studiert. Studienbegleitend hat sie Praktika in Verlagen absolviert. Nach ihrem Abschluss folgte ein Volontariat beim Schulbuchverlag Cornelsen, bevor sie in Münster in Sprachwissenschaften promoviert hat. „Die Kombination aus fachlicher Kompetenz und praktischer Arbeit aus dem Verlag ist für meine jetzige Arbeit von großem Vorteil“, erzählt die Germanistin. Obwohl sie sich direkt mit der deutschen Sprache beschäftigt, wendet sie 70 Prozent ihrer Arbeit für die Organisation und Planung von Projekten auf. „Das Interessante an meiner Tätigkeit ist, dass immer wieder andere Buchprojekte anstehen. So habe ich ständig neue Aufgaben und mit unterschiedlichen Menschen zu tun.“

Große Vielfalt im Fach Deutsch

Ein Porträt-Foto von Ramona Gegg

Ramona Gegg

Foto: privat

„Wenn ein Schüler in die Berufsberatung kommt und etwas mit Deutsch machen möchte, dann versuche ich im Gespräch herauszufinden, für welchen Bereich Interesse besteht“, berichtet Ramona Gegg, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Hamburg. „Das Fach Deutsch ist sehr vielfältig. Man kann damit im Bereich Literatur und Medien tätig sein, in die pädagogische Richtung gehen oder die Sprache als wichtiges Arbeitsmedium in ganz anderen Fachrichtungen nutzen.“

Für alle, die gerne lesen, schreiben oder mündlich präsentieren, ist der Medien- und Kulturbereich ein mögliches Arbeitsfeld. „Schreibt jemand viel, raten wir dazu, die Qualität der Texte zunächst beispielsweise durch einen Deutschlehrer einschätzen zu lassen“, erzählt Ramona Gegg. Tätigkeitsfelder können Zeitungs-, Hörfunk- oder Fernsehredaktionen sein, aber auch Theater, Bibliotheken, Museen, Verlage oder der Buchhandel.

Ein Germanistikstudium, das Kenntnisse in Sprach- und Literaturwissenschaften vermittelt, ist für den Einstieg eine grundlegende Qualifikation. Dabei ist allerdings schon im Studium eine Spezialisierung ratsam. Als Nebenfächer können beispielsweise Theaterwissenschaften für angehende Drehbuchautoren und Regisseure, Buchwissenschaften für den Buchhandel oder Gesellschaftswissenschaften für den Journalismus sinnvolle Ergänzungen sein. „In diesem Bereich ist ein Masterabschluss von Vorteil. Ebenso wichtig sind Zusatzqualifikationen und Praktika“, meint die Expertin.

Für das Arbeitsfeld Literatur und Medien kann man sich jedoch auch anders qualifizieren. Im Buchhandel Fuß fassen kann man etwa über eine Ausbildung zum Buchhändler, die unter anderem kaufmännische Aspekte beinhaltet. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Marketingkommunikation oder Dialogmarketing haben in ihrem Berufsalltag ebenfalls besonders viel mit der deutschen Sprache zu tun.

Vermittlung der deutschen Sprache

Ein weiteres Betätigungsfeld liegt in der Vermittlung der deutschen Sprache. Hier kommt ein Lehramtsstudium für alle Schulstufen ebenso infrage wie Deutsch als Fremdsprache. Die Lehre an einer Hochschule ist mitunter eine weitere Option. „Auch Unternehmen suchen im Bereich Personalentwicklung sprachlich und pädagogisch qualifizierte Mitarbeiter“, weiß Ramona Gegg.

Mit zwei Sprachen arbeiten Dolmetscher und Übersetzer, die treffsicher ins Deutsche und aus dem Deutschen übersetzen können müssen. Einen medizinischen Hintergrund hat die Ausbildung zum Logopäden. In diesem Beruf behandelt man Patienten mit Sprach- oder Sprechstörungen. 

Deutsch als Arbeitsmedium

Deutsch ist außerdem grundlegend für eine Reihe weiterer Berufe. So spielt die Sprache im Jurastudium eine wichtige Rolle. Auch in dualen Studiengängen für den öffentlichen Dienst, die Kenntnisse in Recht, Wirtschaft und Kommunikation vermitteln, etwa Public Management, ist die Sprache wichtiges Arbeitsmedium. Für die Ausbildung bei der Polizei ist Deutsch ebenso grundlegend wie für Verwaltungs- oder Notarfachangestellte. Politiker nutzen die Sprache, um ihre Wähler zu überzeugen; Mediziner, um Patienten Diagnosen und Therapien verständlich zu erklären.

Große Konkurrenz

Prinzipiell ist das Beherrschen der deutschen Sprache in fast jeder Profession unverzichtbar. Ist Deutsch allerdings essenziell für den Beruf, sollte man mit der Sprache sicher umgehen können. „Interesse und Freude am Lesen, Schreiben und Kommunizieren sind Grundvoraussetzungen“, findet die Berufsberaterin. „Man sollte gerne mit Menschen in Kontakt kommen und in der Lage sein, je nach Gegenüber die Sprache entsprechend einzusetzen.“

Was den Arbeitsmarkt rund um Berufe, die mit Deutsch zu tun haben, angeht, lässt sich eine positive Entwicklung feststellen: „In den letzten Jahren ist die Beschäftigung von Germanisten und weiteren Geisteswissenschaftlern deutlich angestiegen. Positiv ist auch die Entwicklung bei Gesellschaftswissenschaftlern, Lehrkräften, Redakteuren und Journalisten, Werbefachleuten, Publizisten oder Dolmetschern“, fasst Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit zusammen. „Allerdings ist es trotz der positiven Entwicklung insbesondere für Germanisten wie für Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler insgesamt eine gewisse Herausforderung, den Einstieg ins Berufsleben erfolgreich zu meistern. Die Erfahrung zeigt, dass der Berufseinstieg schleppender verläuft als in anderen Berufsfeldern. Die Konkurrenz ist groß.“

Weitere Informationen

abi>> Infomappen

Willst du wissen, welche Studienberufe es in diesem Bereich gibt? Dann schau mal in die abi>> Infomappe 4.1 Sprache, Literatur, Kulturwissenschaft in deinem Berufsinformationszentrum (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter www.biz-medien.de/abi.

arbeitsagentur.de

www.arbeitsagentur.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: Deutsch, Medien etc.)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Börsenverein des deutschen Buchhandels

www.boersenverein.de

Deutscher Germanistenverband (DGV)

www.germanistenverband.de

Goethe-Institut

www.goethe.de

abi>> 26.06.2017

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