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Künstlerische Vielfalt

Verschiedene Pinsel und Farben stehen auf einem Tisch in einer Malerwerkstatt.
Kreativ sein, seinen Ideen freien Lauf lassen und sich künstlerisch entfalten - all das zeichnet viele Berufe rund um Kunst und Design aus.
Foto: Thomas Lohnes

Ich will was machen mit Kunst und Design – Hintergrund

Künstlerische Vielfalt

Wer sich für Kunst interessiert, dem stehen viele Berufswelten und Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung offen – ob Kostümbildner oder Grafikdesigner, Kunsthistoriker oder Lehrer, Interfacedesigner oder Goldschmied. Von der Kunst selbst können allerdings nur die wenigsten leben.

Für Julius Nägele war immer klar, dass er später einmal einen Beruf ausüben will, bei dem er seine große Leidenschaft einbringen kann: Zeichnen. „Meine zwei liebsten Kunstlehrer in der Schule haben immer von ihrem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart geschwärmt“, erzählt er. Daher informierte er sich am Studieninfotag vor Ort und kam dabei eher zufällig bei den Studierenden vorbei, die das Künstlerische Lehramt vorstellten. „Das fand ich überraschend interessant“, sagt Julius Nägele.

Mittlerweile studiert der 22-Jährige im 7. Semester Künstlerisches Lehramt an der Akademie – und schwärmt ebenfalls: „Man hat in Stuttgart so viele Möglichkeiten, sich künstlerisch auszuleben.“ Das Lehrangebot ist stark mit dem Studiengang Freie Kunst verzahnt. Zahlreiche Werkstätten – von Holzverarbeitung bis zur Schlosserei – laden zum Ausprobieren ein. Kern seines Studiums ist die Klassenbesprechung alle zwei Wochen, bei der Julius Nägele seinem Professor und Kommilitonen seine aktuellen Arbeiten vorstellt, um sie anschließend gemeinsam zu besprechen. Ziel ist, ein eigenes künstlerisches Selbstverständnis zu entwickeln – die Grundlage für die spätere Unterrichtsgestaltung. „Dann gibt es natürlich noch fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Vorlesungen oder Seminare zur Kunstgeschichte“, erklärt der Student. Als zweites Fach hat er sich für Philosophie entschieden.

Kunst als Hobby oder Beruf?

Ein Porträtfoto von Birgit Dömkes

Birgit Dömkes

Foto: privat

„Die Kunst mit einem Lehramtsstudium zu verbinden, ist ein guter Weg für alle, die neben der Kunst ein sicheres Standbein haben wollen“, sagt Birgit Dömkes, Beraterin für Akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Heidelberg. Denn von der Kunst selbst könnten die wenigsten leben.

„Interessierte sollten sich im Vorfeld überlegen, ob sie die Kunst zum Beruf machen oder lieber als Hobby beibehalten wollen. Und sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass die freie Gestaltung in den wenigsten Berufen Platz hat“, bringt es die Beraterin auf den Punkt. „Manche wollen sich auch eher theoretisch mit Kunst beschäftigen – dann kommt etwa Kunstgeschichte infrage.“ Andere wiederum möchten Kunst und Soziales verbinden. „Dann wäre Kunsttherapie ein geeignetes Studium.“

Studienmöglichkeiten sondieren

Ein Porträtfoto von Victoria Ringleb

Victoria Ringleb

Foto: privat

Für einen ersten Überblick rät Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der Allianz deutscher Designer (AGD), die Studieninformationstage der Hochschulen zu besuchen. Denn allein im Bereich Design gibt es vielfältige Studienmöglichkeiten, zum Beispiel Kommunikations-, Medien-, Informations- oder Gamedesign. „Designer kommen in fast allen Branchen zum Einsatz, egal ob Industrie oder Modebranche, Werbung oder Apps – gutes Design ist überall gefragt.“ Ständig kommen neue Studiengänge hinzu, wie Interfacedesign – die Gestaltung von Benutzeroberflächen zwischen Mensch und Maschine.

Eines ist Victoria Ringleb dabei besonders wichtig: „Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass später im Beruf eine Eigenschaft immer wichtiger wird: Man muss gut über Design reden und andere beraten können – gerade wenn man selbstständig ist.“ Denn auch wenn die großen Agenturen in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind und nach Mitarbeitern suchen, ist ein Großteil der Menschen in Designberufen nach wie vor selbstständig tätig.

Die Mappe als Eintrittskarte

Hat man den passenden Studiengang für sich gefunden, steht oft eine aufwendige Bewerbung um einen der begehrten Studienplätze an. Da die Modalitäten der Auswahlverfahren von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sind, gilt es, sich vorab gut zu informieren. Daneben sei es wichtig, herauszufinden, wie gut man tatsächlich sei, rät Berufsberaterin Birgit Dömkes.

Hilfestellung bietet hier beispielsweise die Internetseite precore.net, bei der sich Interessierte durch die Mappen von Kunststudierenden klicken und sich so vergleichen können. Eine überzeugende Mappe ist quasi die Eintrittskarte in die meisten künstlerischen Studiengänge, ebenso im Bereich Design. „Es reicht dabei nicht, Arbeiten aus der Schule reinzulegen – man sollte sich ein Thema überlegen und dieses auf verschiedene Arten bearbeiten“, rät Birgit Dömkes. Zudem bieten viele Hochschulen eine „Mappenberatung“ an.

Auch Julius Nägele hatte sich für seine Mappe viel Zeit genommen. „Ich habe mich auf meine Stärke, das Zeichnen, konzentriert und mich beraten lassen.“ Mit Erfolg – Julius Nägele wurde zur Eignungsprüfung eingeladen. „Dabei bekommt man ein Thema und hat fünf Stunden Zeit und quasi alle Freiheiten, dazu Arbeiten anzufertigen“, erzählt er.

Von Mediengestalter bis Goldschmied

Wer lieber eine Ausbildung machen will, kann beispielsweise Mediengestalter werden. „Allerdings setzt man mit einer Ausbildung eher die Ideen von anderen technisch um, für die kreativen Stellen ist meist ein Studium notwendig“, erklärt Victoria Ringleb. Wer jedoch gerne handwerklich arbeitet, Dinge selbst herstellen will, hat auch mit einer Ausbildung viele Möglichkeiten. „Diese reichen von Berufen wie Textil- und Modeschneider bis zu Geigenbauer oder Goldschmied“, sagt Birgit Dömkes.

Julius Nägele ist sich sicher, seinen Weg gefunden zu haben. Eine halbe Stelle als Lehrer an einem Gymnasium und daneben noch genug Zeit und Freiheit, um zu zeichnen – das ist sein Wunsch für die Zukunft. Erste Aufträge hat er schon jetzt: für eine schwäbische Stadt gestaltet er gerade ein Wimmelbuch.

Weitere Informationen

abi>> Infomappen

Willst du wissen, welche Studienberufe es in diesem Bereich gibt? Dann schau mal in die abi>> Infomappe 7.1 Bildende Kunst, Design, Restaurierung in deinem Berufsinformationszentrun (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter

www.biz-medien.de/abi.

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchworte z.B. Kunst, Design)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchworte z.B. Kunst, Design)

www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen

www.hochschulkompass.de

Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK)

Berufsvertretung der freischaffenden bildenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland

www.bbk-bundesverband.de

Deutscher Designertag

Dachverband deutscher Design-Verbände

www.designertag.de

AGD Allianz deutscher Designer

Deutscher Verein und Berufsverband zur Unterstützung von selbständigen Designern aller Fachbereiche, mit Informationen zur Vergütung oder Tipps für Weiterbildungen

www.agd.de

Precore.net

Die Seite bietet Abiturienten eine Starthilfe ins kreative Studium. Hier gibt es Informationen zu Hochschulen sowie den jeweiligen Eignungsprüfungen und Studierende stellen ihre (erfolgreichen) Mappen vor.

www.precore.net

Medienstudienführer

Medienstudiengänge von A bis Z, darunter auch Fotografie, Game Design, Grafik- und Kommunikationsdesign

www.medienstudienfuehrer.de

abi>> 29.11.2017