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Neugierig auf Naturerscheinungen

Das Gesicht von Albert Einstein mit dem Schriftzug Smart City.
Albert Einstein war einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Seine Forschungen veränderten das physikalische Weltbild maßgeblich.
Foto: Martin Rehm

Ich will was machen mit Physik

Neugierig auf Naturerscheinungen

Das Bestreben, die Vorgänge und Phänomene der Natur zu verstehen, trieb schon viele Menschen an und brachte Physikerpersönlichkeiten wie Albert Einstein, Marie Curie oder Wilhelm Röntgen hervor. Wer vom Schulfach Physik begeistert ist, kann sich für einen der zahlreichen Berufswege entscheiden.

Monica Kolek Martinez de Azagra hatte am Gymnasium einen dieser Lehrer, die es schaffen, dass Schüler mit glühenden Wangen experimentieren und sich auf die nächste Physikstunde freuen. Heute studiert die 20-Jährige Physik an der Georg-August-Universität Göttingen und steht im vierten Semester. „Der Physikunterricht in der Schule hatte mich motiviert und ich wollte ohnehin gerne etwas mit Technikbezug machen“, begründet sie ihre Entscheidung für das Fach.

Für den an vielen Hochschulen zulassungsfreien Bachelorstudiengang genügte die Einschreibung. „In den ersten drei Semestern besuchte ich unter anderem Mathematikvorlesungen, die es in sich hatten. Mit dem Rechnen an der Schule hatte das nicht viel zu tun“, meint die Physikstudentin. Hinzu kamen Vorlesungen im Bereich Experimentalphysik und Theoretische Physik, begleitet von Praktika mit Experimenten im hochschuleigenen Labor. In von einem Tutor betreuten Kleingruppen wurden die Inhalte und Aufgaben aus den Vorlesungen besprochen.

Erste Schwerpunkte setzen

Ein Porträt-Foto von Monica Kolek Martinez de Azagra

Monica Kolek Martinez de Azagra

Foto: privat

Ab dem fünften Semester wird Monica Kolek Martinez de Azagra erste Schwerpunkte setzen. „Ich belege zunächst Pflichtmodule mit Einführungen in Spezialbereiche wie Kern- und Teilchenphysik sowie Festkörper- und Materialphysik“, zählt sie auf. „Zusätzlich kann man Wahlmodule wie Material-, Geo-, Astro-, Biophysik oder Komplexe Systeme belegen.“ Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester; viele satteln anschließend das viersemestrige Masterstudium auf. Das hat auch die Studentin vor: „Ich möchte auf jeden Fall den Masterabschluss machen, um meine Chancen in der freien Wirtschaft zu erhöhen. Darüber hinaus kann ich mir vorstellen zu promovieren.“

Physik als Teil aller Lebensbereiche

Die Möglichkeiten, etwas mit Physik zu machen, sind beinahe so unendlich, wie es wohl auch das Universum ist. Daher gibt Dieter Skorski, Berufsberater für Akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Göttingen, Interessierten Orientierungshilfe. „Die Erkenntnisse der Physik findet man in allen Lebensbereichen wieder und damit in allen Wissenschaften. Meine Beratungen bauen daher auf bereits vorhandene Erfahrungen der Ratsuchenden auf.“ So besteht die Möglichkeit, als Physiker/in in Forschung und Entwicklung tätig zu sein – sei es an Hochschulen, Instituten oder in der freien Wirtschaft. In Branchen wie Medizintechnik, Kommunikationstechnologie oder Halbleiterindustrie sind physikalische Experten auch in Aufgabenbereichen wie Vertrieb oder Öffentlichkeitsarbeit gefragt. Ein spannender Unterbereich der Physik ist die Astronomie/Astrophysik. Er ist über Spezialisierungen in einem grundständigen Studiengang wie Physik oder im Masterstudium zugänglich.

Darüber hinaus werden Lehramtsstudiengänge angeboten. Zudem lässt sich die Physik mit weiteren Wissensbereichen verknüpfen, etwa bei Studiengängen wie Wirtschaftsphysik, Biophysik, Medizinphysik oder Physikalische Chemie. Eine Vertiefung ist insbesondere in entsprechenden Masterstudiengängen möglich. „Hinzu kommt das weite Feld der technischen Wissenschaften“, ergänzt Dieter Skorski. „Sämtliche Ingenieurwissenschaften und ihre Anwendung beruhen immer auch auf Erkenntnissen der Physik, die in klassischen Feldern wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik zum Ausdruck kommen.“ Die Auswahl an Studienmöglichkeiten an deutschen Hochschulen ist groß, so sind unter dem Stichwort „Physik“ unter www.studienwahl.de 502 Studiengänge mit Physikbezug (Stand Juli 2016) verzeichnet. Häufig sind Physiker in Berufsfeldern vertreten, die nicht unmittelbar mit Physik zu tun haben, beispielsweise in der Unternehmensberatung, im Management oder gar in der Bundespolitik.

Die Physik in Ausbildungsberufen

Ein Porträt-Fot von Dieter Skorski

Dieter Skorski

Foto: privat

Auf Ausbildungsebene erscheinen die Möglichkeiten ein wenig übersichtlicher. Dieter Skorski nennt typische Beispiele: „Hier stehen vor allem Berufe wie Physiklaborant/in oder Physikalisch-technische/r Assistent/in im Vordergrund. Weiterhin sind naturwissenschaftlich orientierte Berufe relevant, etwa Biologielaborant/in, Biologisch-technische/r Assistent/in, Chemielaborant/in, Chemisch-technische/r Assistent/in oder Medizinisch-technische/r Assistent/in.“ Schnittstellen zur Physik finden sich zudem in zahlreichen technisch orientierten Berufen.

Wichtige Voraussetzung bei sämtlichen Berufen mit Physik ist neben Neugier und Durchhaltevermögen ein ausgeprägtes Verständnis für Mathematik. „Auch gute Englischkenntnisse sind unabdingbar, weil in der physikalischen Forschung auf internationaler Ebene zusammengearbeitet wird“, betont der Berufsberater.

Auf dem Arbeitsmarkt sieht es insgesamt gut für Absolventen aus. „Rund 3.000 Personen, die eine hochqualifizierte Tätigkeit in der Physik oder Mathematik suchten, waren 2015 arbeitslos gemeldet, sechs Prozent mehr als im Vorjahr“, sagt Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „In Relation zur hohen Zahl Erwerbstätiger mit einem Physik- oder Mathematik-Studium bewegt sich die Arbeitslosigkeit aber mit einer Quote von 2,9 Prozent weiter auf einem niedrigen Niveau.“ Bei den gemeldeten Stellen gab es einen Anstieg. So gingen für Physiker und Mathematiker von Januar bis Dezember 1.200 Offerten ein – neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf das Jahr bezogen hatten 2015 die Agenturen für Arbeit durchschnittlich rund 300 Stellen im Angebot, die sich explizit an Physiker und Mathematiker richteten.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
Suchwort: Physik

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer und der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und die Ergebnisse nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit; hier kannst du nach schulischen Ausbildungen und Studiengängen suchen.
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Deutsche Physikalische Gesellschaft

www.dpg-physik.de

Die junge deutsche Physikalische Gesellschaft

www.dpg-physik.de/dpg/gliederung/junge/index.html

 

Willst du wissen, welche Studienberufe es in diesem Bereich gibt? Dann schau mal in die abi>> Infomappe 11.2 Geowissenschaften, Mathematik, Physik in deinem Berufsinformationszentrum (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter www.biz-medien.de/abi.

abi>> 15.08.2016

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