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„Am liebsten ein Beruf mit Englisch“

Ein Bücherregal mit Büchern zum Thema Anglistik
Eine Fremdsprache in der Hauptrolle – Paul Janßen möchte einen Beruf ergreifen, bei dem Englisch im Fokus steht.
Foto: Hans-Martin Issler

Beratungsprotokoll

„Am liebsten ein Beruf mit Englisch“

Dass Englisch in seiner beruflichen Zukunft eine Rolle spielen soll, davon ist Paul Janßen* überzeugt, als er zu einem Termin bei der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven erscheint. Fremdsprachen liegen dem Sechzehnjährigen in der Schule besonders, also möchte er beruflich etwas damit machen – nur was? Berufsberater Jens Homberg hilft ihm weiter.

Paul besucht die 11. Klasse eines Gymnasiums, wo er das sprachwissenschaftliche Profil belegt hat. Das Fach Englisch gefällt ihm besonders, daher sollte es möglichst die Hauptrolle in seinem künftigen Berufsleben spielen. Zumindest möchte er viel mit Sprachen zu tun haben. Soweit ist sich der Schüler sicher. Und doch hat er das Gefühl, noch im Dunkeln zu tappen.

Viel Freude an Fremdsprachen

Ein Porträtfoto von Jens Homberg

Jens Homberg

Foto: privat

Auch wenn Paul den Wunsch geäußert hat, etwas über Berufe mit Bezug zu Fremdsprachen zu erfahren, beginne ich nicht gleich mit einer Auflistung der vielfältigen Möglichkeiten. Stattdessen bitte ich ihn, zunächst zu berichten, warum er sich für das sprachwissenschaftliche Profil entschieden hat und was er besonders an Englisch mag. Dabei stellt sich heraus: Naturwissenschaften haben ihn ebenfalls angesprochen, doch das Erlernen von Fremdsprachen – auch Französisch hat er belegt – sei ihm immer besonders leicht gefallen. Auf meine Frage nach seinen Noten räumt er ein, dass sich diese im guten bis befriedigenden Bereich bewegen, nachdem er in der zehnten Klasse noch gute bis sehr gute Leistungen erzielt hatte.

Die leichte Verschlechterung begründet Paul mit den gestiegenen Anforderungen auf Leistungskursniveau. Nun möchte ich wissen, ob er sich nach dem ersten Halbjahr im sprachwissenschaftlichen Profil erneut für diesen Schwerpunkt entscheiden würde, was er bejaht. Trotz des höheren Lernaufwandes hätte er noch immer viel Freude an den Fächern, weshalb es ihm wichtig sei, später einen Beruf mit Fremdsprachen zu ergreifen.

Sprache im Mittelpunkt oder als Werkzeug?

Daraufhin frage ich den Schüler, ob er bereits recherchiert und schon bestimmte Vorstellungen hat. Seine Antwort fällt vage aus. Auf jeden Fall möchte er studieren, hat auch schon mal an ein Lehramtsstudium gedacht, konkrete Studien- oder Berufspläne habe er jedoch noch nicht. Mit Hilfe einer Übersicht zeige ich ihm, in welchen Berufen Fremdsprachen einen hohen Stellenwert haben. Dabei sieht Paul unter anderem, dass er die Sprache selbst in den Mittelpunkt stellen kann, etwa in Form eines sprach- und literaturwissenschaftlichen Studiums, oder die Sprache eher die Funktion eines „Werkzeugs“ einnehmen kann. Zu beiden Varianten stelle ich ihm Beispiele vor: zunächst das Studium der Anglistik mit all seinen Perspektiven, die auch andere Möglichkeiten als den Lehrerberuf beinhalten, und dann ein Studium der Richtung International Business Administration mit englischsprachigen Vorlesungen und Auslandssemestern in den USA und Großbritannien.

Sich Schritt für Schritt sicherer werden

Außerdem erläutere ich die berufsfeldbezogene Recherche in BERUFENET und stelle die Rubrik „Ich will etwas machen mit …“ auf abi.de vor, in der es konkret um Situationen wie seine geht. Als wir uns weiter vortasten, wird deutlich, dass er weniger an einem vorrangig wirtschaftswissenschaftlichen Studium interessiert ist. Wir fokussieren uns daher schließlich auf ein Studium der Anglistik – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Lehramts könnte es das Richtige für ihn sein. Allerdings ist er etwas verunsichert, ob er mit den Anforderungen eines sprachwissenschaftlichen Studiums zurechtkommen wird. Also schlage ich ihm den Studienfeldbezogenen Beratungstest (SFBT) für philologische Studiengänge vor, den wir im Rahmen unseres berufspsychologischen Service anbieten. Gleich in der kommenden Woche möchte er ihn absolvieren. Wir vereinbaren außerdem bereits den Folgetermin für die Besprechung des Testgutachtens und seiner bis dahin erzielten Rechercheergebnisse.

Damit Paul seine Suche weiter vertiefen kann, stelle ich ihm außerdem einige bewährte Onlinetests zur Studienwahl vor. Interessant wird sein, ob die Testergebnisse seine Tendenz zu einem (fremd-)sprachlich orientierten Beruf oder Studium bestätigen, oder womöglich doch auf Alternativen hinweisen. Nach dieser ersten Phase der Orientierung wird es in einem weiteren Termin darum gehen, die bis dahin voraussichtlich konkreteren Studienpläne zu realisieren – also um die Frage, wo Paul studieren könnte und welche Zulassungsvoraussetzungen zu erfüllen sind.

* fiktives Beispiel

abi>> 08.12.2016