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Zukünftige Berufschancen

Gruppe von Studenten sitzt zusammen.
Arbeitsmarktprognosen können hilfreich, sollten aber nicht ausschlaggebend für die Studienwahl sein.
Foto: Ria Kipfmüller

Station 5: Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Zukünftige Berufschancen

Informatiker, Wirtschaftsjuristen, Sozialpädagogen – welche Berufe zukünftig vielversprechende Perspektiven bieten, beeinflusst oft die Studienwahl. Doch inwieweit sollte man Arbeitsmarktprognosen als Entscheidungsgrundlage einbeziehen?

Wer sich für ein Studienfach entscheidet, sei es Humanmedizin oder Ernährungswissenschaften, möchte natürlich sichergehen, dass ihn nach Abschluss des Studiums auch ein Arbeitsplatz erwartet. Viele Studieninteressierte fragen deshalb zuerst nach ihren Berufschancen und stellen ihre persönlichen Interessen und Neigungen erstmal hinten an, wie auch Jörg-Michael Wenzler weiß. Der Studien- und Berufsberater bei der Esslinger Arbeitsagentur rät hingegen: „Arbeitsmarktprognosen sollten nur eines von mehreren Kriterien bei der Entscheidungsfindung sein. Denn nur wenn einem der Beruf entspricht, wird man zufrieden und erfolgreich sein.“

Nicht zuletzt sind Vorhersagen zu den Berufsaussichten durchaus kritisch zu hinterfragen. Da gibt es zum Beispiel das Phänomen des sogenannten Schweinezyklus: Werden die Perspektiven in einem Berufsfeld (Beispiel: Ingenieure) als besonders positiv gepriesen, animiert das viele Studienanfänger, die später gemeinsam auf den Markt drängen. Das wiederum führt zu einem Überangebot („Ingenieurschwemme“) und hält dann andere von einem Studium in diesem Bereich ab. Es kommt erneut zum Mangel und der Zyklus beginnt von vorne.

Dynamische Arbeitswelt

Nicht zuletzt können Prognosen ebenso durch unvorhergesehene Ereignisse beeinflusst werden, wie etwa die Medien- oder Finanzkrise. Auch der technologische Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung haben Auswirkungen auf die Arbeitswelt und Berufsbiografien. So geht der Trend verstärkt dahin, sich ständig neues Wissen anzueignen, projektbezogen in verschiedenen (virtuellen) Teams zu arbeiten und das häufig auch außerhalb des Büros. Darüber hinaus entstehen immer neue Arbeitsfelder, wie etwa die Informationswirtschaft, bei der Internetdaten analysiert, ausgewertet und für neue Zwecke nutzbar gemacht werden. Und sehr wahrscheinlich wird der erste Arbeitsplatz oder Arbeitgeber nach dem Studium einer von mehreren sein. Gute Berufsaussichten zu haben, bedeutet deshalb vor allem, sich schnell auf neue Anforderungen einstellen zu können.

Seriöser Blick in die Zukunft

Vorhersagen zu den beruflichen Chancen können hilfreich, sollten aber nicht allein ausschlaggebend für die Studienentscheidung sein. Seriöse Prognosen liefert die Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Auf der Website www.statistik.arbeitsagentur.de findest du im Menüpunkt „Arbeitsmarktberichte“ viele Informationen und (retrospektive) Einschätzungen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Wie sich verschiedene Berufsfelder bis zum Jahr 2030 entwickeln, erfährst du auf den Internetseiten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unter dem Menüpunkt „Publikationen“. Im abi>> Portal gibt es eine eigene Rubrik „Arbeitsmarkt“ mit Branchenreports, Arbeitsmarktberichten und Unternehmensporträts.

 

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abi>> 14.03.2016