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Umgang mit Arbeitsmarktprognosen

Schüler sitzen entspannt zusammen
Ist mein Berufsziel auch in fünf Jahren noch gefragt? Arbeitsmarktprognosen können einen Hinweis geben, sind jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss
Foto: Thomas Riese

Station 4: Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Umgang mit Arbeitsmarktprognosen

Natürlich möchte man nach Studium oder Ausbildung auch eine Stelle finden und Geld verdienen – egal, ob man Arzt, Fachinformatikerin oder Kulturwissenschaftler ist. Aber wie sehr sollte man bei der Entscheidung für ein Studienfach oder einen Ausbildungsberuf auf Arbeitsmarktprognosen achten?

Eines vorweg: Die Arbeitslosigkeit von Akademikern liegt weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren 2016 gerade einmal 2,3 Prozent der Akademiker arbeitslos, so wenig wie seit 37 Jahren nicht mehr. Es werden immer mehr höher qualifizierte Berufstätige gebraucht – mit Studium oder Berufsausbildung –, während der Bedarf an Geringqualifizierten zurückgeht.

Aber natürlich gibt es Unterschiede, was die Arbeitsmarktchancen angeht – je nach Studienbereich. Seriöse Prognosen liefert die Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Auf der Webseite www.statistik.arbeitsagentur.de findest du im Menüpunkt „Arbeitsmarktberichte“ Informationen und (retrospektive) Einschätzungen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Weitere Infos

Im abi>> Portal gibt es eine eigene Rubrik Arbeitsmarkt mit Branchenreports, Arbeitsmarktberichten und Unternehmensporträts.

Schweinezyklus

Vorhersagen zu den beruflichen Chancen können zwar hilfreich sein, sollten aber nicht allein ausschlaggebend für die Studienentscheidung sein. Jörg-Michael Wenzler, Studien- und Berufsberater bei der Arbeitsagentur Esslingen, rät: „Arbeitsmarktprognosen sollten nur eines von mehreren Kriterien bei der Entscheidungsfindung sein. Denn nur wenn einem der Beruf entspricht, wird man zufrieden und erfolgreich sein.“

Ein Problem von Arbeitsmarktprognosen ist etwa das Phänomen des sogenannten Schweinezyklus: Werden die Perspektiven in einem Berufsfeld (Beispiel: Lehrkräfte) als besonders positiv gepriesen, animiert das viele Studienanfänger, die später gemeinsam auf den Markt drängen. Das wiederum führt zu einem Überangebot und hält dann andere von einem Studium in diesem Bereich ab. Es kommt erneut zum Mangel und der Zyklus beginnt von vorne. Manchmal kann es also hilfreich sein, entgegen dem Trend zu studieren.

Unvorhergesehene Ereignisse

Nicht zuletzt können Prognosen auch durch unvorhergesehene Ereignisse beeinflusst werden, wie das etwa mit der Finanzkrise der Fall war. Der technologische Fortschritt und die Digitalisierung haben ebenfalls Auswirkungen auf die Arbeitswelt. So geht der Trend verstärkt dahin, sich ständig neues Wissen anzueignen, projektbezogen in verschiedenen (virtuellen) Teams zu arbeiten und das häufig auch außerhalb des Büros.

Wenn man sich aber nicht auf Prognosen verlassen kann und immer mit unerwarteten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt rechnen muss, was kann man dann überhaupt tun, um die Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg zu erhöhen? Hier gilt: Unabhängig von der Wahl des Studiengangs oder der Ausbildung sollte man sich solide Grundlagen in seinem Fachgebiet aneignen, durch Praktika berufliche Erfahrungen sammeln und dadurch Kontakte knüpfen, aber auch über den eigenen Tellerrand hinausblicken und immer bereit sein, Neues zu lernen. Wer darüber hinaus mobil ist und gegebenenfalls bereit zu einer beruflichen Umorientierung, hat eine gute Basis für eine spätere Beschäftigung.

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abi>> 12.03.2018