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"Ich liebe diesen Beruf"

Ein Porträtfoto von Chris Tall
Der preisgekrönte Nachwuchs-Comedian Chris Tall schaffte mit seinem Standup "Darf er das?" den Durchbruch.
Foto: Robert Maschke

Chris Tall

"Ich liebe diesen Beruf"

Bevor er als Comedian durchgestartet ist, hat Chris Tall eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann abgeschlossen. Im Gespräch mit abi» erzählt er von den Gemeinsamkeiten und dem Unterschied zwischen den beiden Berufen und beichtet seine peinlichste Bühnen-Erfahrung.

abi>> Du hast nach dem Abitur eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann absolviert. Warum Versicherungskaufmann? Wie bist du auf diesen Berufswunsch gekommen?

Ein Porträtfoto von Chris Tall

Chris Tall

Foto: Robert Maschke

Chris Tall: Nachdem ich die Realschule hinter mir hatte, wusste ich erstmal nicht, wie es weitergeht. Ich habe dann noch zwei Jahre drangehängt und mein Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung gemacht. Dann habe ich mich eben auf kaufmännische Berufe beworben. Die Ausbildung will ich auch nicht missen. Das war eine sehr, sehr coole Zeit und hat mich auch erwachsener gemacht.

abi>> Und wie ist der gelernte Versicherungskaufmann dann als Comedian auf der Bühne gelandet?

Chris Tall: Für Comedy habe ich mich bereits sehr früh interessiert. Mario Barth habe ich schon im Hamburger Theater gesehen, da war ich noch ganz klein. Im März 2011 habe ich mich dann das erste Mal selbst auf eine offene Bühne getraut. Dadurch haben sich immer mehr Auftritte auf anderen Bühnen ergeben. So fing es an.

abi>> Warst du eigentlich schon in der Schule der Klassenclown?

Chris Tall: Ja, aber ich war eher nervig als lustig. (Lacht)

abi>> Profitierst du in deinem jetzigen Beruf von deiner Ausbildung?

Chris Tall: Auf jeden Fall! In der Comedy muss man sehr diszipliniert arbeiten. Das habe ich als Kaufmann gelernt. Und auch als Versicherungskaufmann hat man am Ende des Tages mit Menschen zu tun, die ebenso gerne lachen wie die Zuschauer in meiner Show heute.

abi>> Und was ist der größte Unterschied zwischen einem Comedian und einem Versicherungskaufmann?

Chris Tall: Der Anzug!

abi>> Hast du ein komödiantisches Vorbild?

Chris Tall: Oh ja, es gibt so viele tolle Komiker in Deutschland! Zum Beispiel Sascha Korf, Kay Ray, Bülent Ceylan, Mario Barth, Bastian Pastewka, Torsten Sträter, Luke Mockridge …Alle sind so unterschiedlich und auf ihre Weise genial.

abi>> Mal ehrlich: Hast du auf der Bühne auch schon peinliche Situationen erlebt?

Chris Tall: Ich war mal bei einer Comedyshow in Köln auf einer offenen Bühne. Da waren sehr wenige Leute, aber Bülent Ceylan war zu Gast. Ich kannte ihn zu der Zeit noch nicht persönlich und er war für mich voll der Megastar und ich entsprechend nervös. Da bin ich einfach komplett abgestürzt, die Leute haben nicht gelacht. Ich war so schlecht und hatte dazu einen hochroten Kopf. Mein bester Kumpel ist sogar rausgegangen, weil er sich so für mich geschämt hat. Das war einfach ein sehr, sehr peinliches Erlebnis.

abi>> Und was ist das Schöne an deinem Beruf?

Chris Tall: Ich liebe diesen Beruf! Jeder Tag ist anders und neu. Und du weißt nie genau, was dich auf der Bühne erwartet. Dieses Kribbeln, bevor du da rausgehst …Dass ich als Comedian meinen Lebensunterhalt verdienen darf, ist ein großes Geschenk.

abi>> Man kann also sagen, das ist dein Traumjob?

Chris Tall: Ja!

abi>> Kannst du dir vorstellen, irgendwann wieder in deinem erlernten Beruf zu arbeiten?

Chris Tall: Ich sage niemals nie, aber im Moment? Nein.

Über Chris Tall

Chris Tall wurde am 4. Mai 1991 als Christopher Nast in Hamburg geboren. Bekannt wurde er vor allem durch einen Auftritt in Stefan Raabs Sendung TV Total und seinem StandUp „Darferdas?“. Inzwischen füllt er bei seinen Tourneen ganze Hallen und war auch schon in drei Kinofilmen zu sehen (2015 in Abschussfahrt, 2016 in Männertag und Smaragdgrün).
Er wurde unter anderem mit dem RTL Comedy Grand Prix ausgezeichnet und bekam 2016 den „Deutschen Comedypreis“ als bester Newcomer.

abi>> 01.02.2017