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„Es kann nicht jeder behaupten, mit Dirk Nowitzki gespielt zu haben“

Foto von Karsten Tadda mit Medienvertretern
Nicht nur auf dem Spielfeld gefragt: Profis wie Karsten Tadda sind es gewohnt, nach Abpfiff mit Medienvertretern zu sprechen.
Foto: Hans-Martin Issler

Karsten Tadda

„Es kann nicht jeder behaupten, mit Dirk Nowitzki gespielt zu haben“

Eine Karriere im Profisport: Karsten Tadda hat es geschafft. Mit den Brose Baskets Bamberg gewann der Shooting-Guard fünf Meisterschaften. Seit Oktober 2015 läuft er für den Liga-Konkurrenten Gießen 46ers auf. Mit abi» sprach er über seinen Karriereweg, Selbstdisziplin und Titelträume.

abi>> Wie bist du zum Basketball gekommen?

Karsten Tadda: Über meinen Papa, der früher selbst gespielt hat. Als kleiner Junge habe ich ihn immer zu den Spielen begleitet. Als Jugendlicher habe ich aber vieles ausprobiert, auch Fußball und Tennis. Schritt für Schritt musste ich dann aber eines nach dem anderen aufgeben und bin beim Basketball geblieben.

abi>> Was hat dich angetrieben, eine Profikarriere zu verfolgen?

Karsten Tadda: Das ist schwer zu beantworten … Man geht als Jugendlicher natürlich nicht heran und sagt: „Jetzt werde ich Profi“. Das hat sich eher so ergeben. Ich habe in meinem Heimatdorf mit dem Basketballspielen angefangen und bin dann ins Jugendprogramm von Bamberg reingerutscht. Dann hat sich meine Karriere gut entwickelt und am Ende war ich im Profikader.

abi>> Was muss man mitbringen, um als Basketballer erfolgreich zu sein?

Karsten Tadda: Man braucht sehr viel Selbstdisziplin. Man muss sich immer wieder neu motivieren, viel arbeiten, viel Zeit investieren, die andere Jugendliche vielleicht nicht opfern.

abi>> Wie schwer ist es, eine angehende Profikarriere mit der Schule zu vereinbaren?

Karsten Tadda: Das ist schwierig, aber wenn man viel Disziplin hat und sich mittags gleich hinsetzt und was für die Schule macht, lernt und sich auf den Unterricht vorbereitet, dann kann man abends guten Gewissens ins Training gehen. Man muss aber natürlich auf einiges verzichten und ist umso glücklicher, wenn man am Ende als Profi spielen darf.

abi>> Musstest du denn auf viel verzichten?

Karsten Tadda: Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie alles gelaufen ist. Andere Jugendliche in meinem Alter gingen jedes Wochenende feiern und verbrachten Zeit mit ihren Freunden. Darauf musste ich schon verzichten, aber ich bin nicht traurig deswegen, sondern sehr glücklich darüber, wo ich jetzt stehe.

abi>> Wie sieht dein Alltag als Basketball-Profi heute aus?

Karsten Tadda: Momentan stehe ich früh morgens auf und fahre zum Training. Mittags komme ich nach Hause, esse, verbringe Zeit mit meiner Frau und fahre am späten Nachmittag wieder ins Training. Wenn ich abends nach Hause komme, ruhe ich mich einfach aus. Meistens läuft das jeden Tag so. Nach Spieltagen haben wir oft einen Tag frei, wenn nicht ein paar Tage später schon wieder ein Spiel ist. Aber es ist schon mehr oder weniger so, dass sich mein ganzes Leben um Basketball dreht.

abi>> Wie fühlt es sich an, im Dress der deutschen Nationalmannschaft aufzulaufen und mit Dirk Nowitzki in einer Mannschaft zu spielen?

Karsten Tadda: Das ist eine sehr, sehr große Ehre. Es kann nicht jeder von sich behaupten, mit Dirk Nowitzki zusammen gespielt zu haben, und ich bin sehr stolz, dass ich das dieses Jahr machen durfte und Dirk noch näher kennenlernen konnte. Es war ein phänomenales Erlebnis, das mir keiner mehr nehmen kann.

abi>> Wie ist es, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen?

Karsten Tadda: Das ist ein sehr schönes Gefühl. Wenn man sie für die eigene Heimatstadt gewinnt, ist es sogar noch schöner.

abi>> Welcher Moment war bislang der schönste deiner Karriere?

Karsten Tadda: Ich würde sagen, der Gewinn der ersten Meisterschaft. Als Jugendlicher stand ich in der Halle, war Fan, habe die erste und die zweite Meisterschaft miterlebt. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, in der eigenen Stadt mit diesem Verein die Meisterschaft zu gewinnen. Es war einfach unbeschreiblich.

abi>> Welchen Titel würdest du gerne noch gewinnen und warum?

Karsten Tadda: Man kann ja mal träumen: Wenn man sagt, man möchte die Euroleague gewinnen, dann ist das natürlich etwas ganz Großes. Aber ich denke, dieses Ziel ist sicherlich schwer zu erreichen. Ich möchte aber grundsätzlich immer hungrig sein, Titel gewinnen und erfolgreich Basketball spielen.

abi>> Hast du schon Pläne für deine berufliche Zukunft nach dem Basketball?

Karsten Tadda: Darüber habe ich mir noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Ich habe noch sechs, sieben Jahre vor mir, in denen ich professionell Basketball spielen kann. Im Laufe dieser Zeit werde ich mich orientieren, in welche Richtung ich gehen möchte. Ob ich dem Basketball treu bleibe oder eine komplett andere Schiene einschlage, das werde ich sehen.

Karsten Tadda

Geboren wurde Karsten Tadda 1988 in Bamberg. In seiner Jugend begann er, Basketball zu spielen. Er wurde ins Jugendprogramm der Brose Baskets aufgenommen und spielte anfangs für das Zweitligateam TSV Breitengüßbach. Ab 2007 trainierte er mit dem Profikader und bekam auch immer mehr Einsatzzeit in der Basketball Bundesliga. In der Saison 2008/09 erspielte er sich einen festen Platz in der Rotation. Im Oktober 2015 schloss er sich den Gießen 46ers an. 2012 wurde Karsten Tadda zudem in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Seine größten Erfolge feierte er mit den Brose Baskets, mit denen er insgesamt fünf Meisterschaften und drei Pokalsiege gewann.

abi>> 30.11.2015