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„Die Ideen sind irgendwie da“

Das Riesenrad im Wiener Prater.
Der Nino aus Wien hat ein Faible für seine Lieblingsstadt - besonders für den Prater mit dem berühmten Riesenrad.
Foto: Martin Rehm

Der Nino aus Wien

„Die Ideen sind irgendwie da“

Im Gespräch mit abi» erzählt der österreichische Liedermacher Der Nino aus Wien von seinem bisherigen Werdegang, wie er beim Komponieren vorgeht und was er in Wien am liebsten unternimmt.

abi>> Nino, wie bist du zum Musikmachen gekommen?

Der Nino aus Wien: Zum Musikmachen bin ich vor allem durchs Musikhören gekommen. Mit 15 Jahren habe ich derartig viel Beatles gehört, dass ich unbedingt selber Musik machen wollte. Ich bekam eine Gitarre zu Weihnachten – seither spiele ich jeden Tag zumindest einen Akkord.

Porträt von "Der Nino aus Wien".

Der Nino aus Wien

Foto: Problembär Records

abi>> Welche Instrumente beherrschst du?

Der Nino aus Wien: Richtig beherrsche ich nur die Rhythmusgitarre. Ich besitze zwar ein Keyboard, eine Flöte und eine Mundharmonika, die sind aber selten im Einsatz.

abi>> In deinen Liedern singst du vom Grantigsein, von Brillen für die Ohren und Fußball – häufig mit melancholischem Unterton. Woher nimmst du die Ideen für deine Songs? Was inspiriert dich?

Der Nino aus Wien: Die Ideen sind irgendwie da; ich bin nicht auf der Suche nach ihnen. Wenn ich ein Lied schreiben will, schreibe ich eines. Spazierengehen und Alleinsein hilft aber auf jeden Fall.

abi>> Wie gehst du beim Komponieren vor? Steht erst der Text oder erst die Musik?

Der Nino aus Wien: Im besten Fall beides gleichzeitig. Allerdings kann es noch Stunden, Tage, Wochen oder sogar Jahre dauern, bis ein Lied fertig ist.

abi>> Wie stehst du zu dem aktuellen Hype um „den neuen Austropop“, mit dem vor allem Bands wie Wanda oder Bilderbuch assoziiert werden? Fühlst du dich dem zugehörig?

Der Nino aus Wien: Bilderbuch gibt es schon viel länger als „Nino aus Wien“ und auch Wanda machen schon ihr Leben lang Musik. Mir haben damals Bands wie „A Life, A Song, A Cigarette“ oder „Ja, Panik“ Mut gemacht und mir gezeigt, dass es so etwas wie eine Szene in Wien gibt.

abi>> Gemeinsam mit Ernst Molden hast du ein sehr tolles Album mit dem Titel „Unser Österreich“ aufgenommen, auf dem ihr Austropop-Legenden covert. Siehst du dich in der Tradition berühmter österreichischer Musiker und wie beeinflussen sie dich?

Der Nino aus Wien: Ich weiß nicht genau, wie sehr sie mich beeinflussen. Wahrscheinlich heute mehr als früher. Ich hörte früher eigentlich fast nur englische Musik. Die Beschäftigung mit dem Austropop kam eigentlich erst, nachdem mir Leute gesagt haben, ich klinge ein bisschen danach.

abi>> 2014 hast du mit „Bäume“ und „Träume“ zwei Alben gleichzeitig veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Der Nino aus Wien: Ich kann mich gar nicht genau erinnern, aber ich glaube, es ging einfach um die Herausforderung, zwei verschiedene Alben an einem Tag zu veröffentlichen. Ich brauch schon immer irgendwelche Spompanadeln*, damit ich mich nicht langweile. Die Idee ist jedenfalls eher im Spaß entstanden.

abi>> Hast du ein klassisches Studium absolviert und falls ja, welche/s?

Der Nino aus Wien: Oh, nein, ich habe nie studiert. Vielleicht sollte ich das noch tun bei Zeiten.

abi>> Gibt es einen Plan B, falls du mit dem Musikmachen einmal aufhören solltest?

Der Nino aus Wien: Plan B ist sicher der falsche Ausdruck, aber das Leben geht wahrscheinlich noch einige Jahre und ich werde sicher nicht immer nur neue Alben machen.

abi>> Welcher ist dein liebster Ort in Wien?

Der Nino aus Wien: Da gibt es einige! Am liebsten gehe ich nachts im Herbst durch die Innere Stadt und entdecke eine Gasse, die ich noch nicht kannte.

* umgangssprachlicher, österreichischer Ausdruck für Schwierigkeiten, ausgefallene, widersetzliche Verhaltensweisen, Sperenzchen

 

Der Nino aus Wien über ...

Porträt von Nino aus Wien

Der Nino aus Wien

Foto: Michael Breyer

… den Wiener Prater: Ich besuche den Prater gern zum Air-Hockey spielen. Und ich nehme mir immer vor, häufiger ins Schweizerhaus (Anm. der Redaktion: eine traditionelle Wiener Gaststätte) zu gehen, schaffe es aber dann nur zwei bis drei Mal im Jahr. Was kaum einer weiß: Im Prater gibt es viele Tiere. Ich konnte zum Beispiel schon Rehe, Dachse und Füchse beobachten.
… Falco: Falco finde ich sehr gut, höre ich aber eigentlich kaum.
… Fußball: elende Qual mit kostbaren Momenten der Euphorie.

 

Über "Der Nino aus Wien"

Nino Mandl wird am 22. Mai 1987 in Wien geboren. Erste Aufmerksamkeit erregte er 2009, als seine Single „Holidays“ in die Rotation des österreichischen Jugendsenders FM4 aufgenommen wurde. Im selben Jahr nahm er mit dem „Spinat Song“ am Protestsongcontest des Radiosenders teil. Immer wieder wird der Künstler aufgrund seiner Texte als österreichischer Bob Dylan bezeichnet. Er selbst gibt als Einflüsse die Beatles, Syd Barrett oder die Ramones an, aber auch André Heller oder Wolfgang Ambros. 2016 wurde er beim Amadeus Austrian Music Award mit dem Preis in der Kategorie „Alternative Pop/Rock“ ausgezeichnet.
Nino Mandl tritt auch als „The Euphoric Flenson“ in Erscheinung, seinem zweiten Alter Ego, welches seine traurige und dunkle Seite repräsentieren soll. Gemeinsam mit Natalie Ofenböck hat er das Musikprojekt „Krixi, Kraxi und die Kroxn“ ins Leben gerufen und das Album „Die Gegenwart hängt uns schon lange zum Hals heraus“ veröffentlicht. Mit dem österreichischen Schriftsteller und Liedermacher Ernst Molden hat er 2016 mit „Unser Österreich“ zu unrecht vergessene Austropop-Klassiker neu aufgenommen.

abi>> 24.11.2016