Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Wer unterstützt mich, wenn ich Hilfe brauche?

Eine junge Frau sitzt auf einem Sofa und hält ein Tablet in den Händen.
Wo man was findet und wer Ansprechpartner ist, ist wichtig zu wissen. abi» gibt einen Überblick.
Foto: Julien Fertl

Schritt 5

Wer unterstützt mich, wenn ich Hilfe brauche?

Bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Studium können viele Fragen auftauchen. Tim Frerichs, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Osnabrück, erklärt, wer sie dir beantworten kann.

1. Wo kann ich Deutsch lernen?
2. Wer hilft mir, einen passenden Beruf zu finden?
3. Wo kann ich selbst recherchieren?
4. An wen wende ich mich, wenn ich eine Ausbildung machen möchte?
5. Wer beantwortet meine Fragen zum Studium?
6. Wer hilft mir bei Fragen zur Finanzierung, Wohnungssuche oder zu Nebenjobs?
7. Wer hilft noch?

Wo kann ich Deutsch lernen?

Ein Porträt-Foto von Tim Frerichs

Tim Frerichs

Foto: privat

„Wer eine Ausbildung machen oder ein Studium aufnehmen will, sollte gut Deutsch sprechen können. Wer eine Ausbildung machen möchte, sollte vorab das Level B2 erreichen, Studieninteressierte das Niveau C1. Um Deutsch zu lernen, kannst du einen oder mehrere Sprachkurse besuchen. Viele Sprachkurse werden auf regionaler oder kommunaler Ebene angeboten. Es lohnt sich daher, bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde nachzufragen, in der man lebt. Auch die Volkshochschulen (VHS) haben Sprachkurse im Angebot. Als Ergänzung empfehle ich kostenfreie Online-Sprachkurse, wie sie etwa im Portal Deutsche Welle oder in der App Ankommen zu finden sind. An einigen Hochschulen besteht auch die Möglichkeit, als Gasthörer an Sprachkursen des Sprachenzentrums teilzunehmen. Auch hier gilt: nachfragen!“

<< nach oben

Wer hilft mir, einen passenden Beruf zu finden?

„Wenn es um die Frage nach dem richtigen Beruf geht, besucht man am besten zuerst die Berufsberater der Agenturen für Arbeit. Wer möchte, kann vor Ort im Gespräch zunächst grundlegende Fragen zum deutschen Bildungssystem klären. Beispielsweise, warum es in Deutschland so wichtig ist, eine Ausbildung zu machen oder welche Ausbildungsformen es überhaupt gibt. Im Anschluss geht es darum, deinen eigenen Weg ins Berufsleben zu finden: Anhand der persönlichen Stärken und Interessen versucht der Berufsberater mit dir zusammen herauszufinden, welche beruflichen Möglichkeiten für dich in Frage kommen. Der nächste Schritt ist, zu klären, wie man dieses Berufsziel erreicht – über eine Ausbildung oder über ein Studium (Mehr dazu in Schritt 3: Welcher Weg passt zu mir?). Damit sich die Berufsberater der Agenturen für Arbeit genügend Zeit für dich nehmen können, solltest du vorab einen Termin vereinbaren: telefonisch unter der Nummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei), über das Kontaktformular oder persönlich vor Ort.“

<< nach oben

Wo kann ich selbst recherchieren?

„Ohne Anmeldung kannst du dich in den Berufsinformationszentren (BiZ) der örtlichen Agenturen für Arbeit über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren. An den PC-Arbeitsplätzen kannst du nicht nur im Internet recherchieren, sondern beispielsweise auch Bewerbungen schreiben. Falls es Verständnisprobleme gibt, helfen die Mitarbeiter vor Ort. In den Berufsinformationszentren gibt es auch Infomappen zu Studienberufen und Ausbildungsberufen. Die Mappen sind übersichtlich in verschiedene Berufsfelder aufgeteilt, zum Beispiel Informatik, Medizin, Tourismus oder Verkauf.“

<< nach oben

An wen wende ich mich, wenn ich eine Ausbildung machen möchte?

„Die Agenturen für Arbeit beraten und vermitteln in Ausbildung und Arbeit. Grundsätzlich können sie die Vermittlung durch finanzielle Fördermöglichkeiten unterstützen. Weitere Ansprechpartner speziell für Ausbildungsberufe sind die Industrie- und Handelskammern (IHK) beziehungsweise die Handwerkskammern (HWK). Die IHKs sind für Ausbildungsberufe im Bereich Industrie und Handel zuständig, zum Beispiel Bankkaufmann oder Technischer Produktdesigner. Die HWKs sind dagegen auf Berufe im Handwerk ausgerichtet, etwa Tischler oder Maurer. Beide Kammern arbeiten eng mit den Agenturen für Arbeit zusammen, bieten aber auch selbst Beratungen an. Da sie in Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben stehen, können die Kammern zwischen den Betrieben, die ausbilden, und Auszubildenden vermitteln. Außerdem kennen die Kammern Förderprogramme für Auszubildende. Welche Kammern für deine Region zuständig sind, kannst du jeweils auf der Hauptseite der Kammern im Internet nachlesen: Das ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für die IHKs und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für die HWKs.
Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurden 2013 außerdem die KAUSA Servicestellen ins Leben gerufen. An bundesweit 24 Standorten beraten und informieren die KAUSA Servicestellen seit 2016 auch junge Geflüchtete zu Ausbildungsmöglichkeiten. Weitere Informationen findest du unter www.jobstarter.de.“

<< nach oben

Wer beantwortet meine Fragen zum Studium?

„Auch bei Fragen zum Studium sind die Berufsberater der Agenturen für Arbeit gerne behilflich. Steht der Studiengang oder der Hochschulort fest, kann auch die Zentrale Studienberatung oder das International Office der jeweiligen Hochschule weiterhelfen. Dort können Mitarbeiter beispielsweise Fragen zum Studienangebot, zur Zulassung oder Bewerbung beantworten. Hast du Fragen zu einem bestimmten Studiengang, ist die jeweilige Fachstudienberatung die richtige Anlaufstelle. Diese ist an der Fakultät beziehungsweise im Fachbereich zu finden. Kontaktdaten zu den Ansprechpartnern findest du auf der Website der Hochschule."

<< nach oben

Wer hilft mir bei Fragen zur Finanzierung, Wohnungssuche oder zu Nebenjobs?

„Suchst du eine Wohnung, einen Nebenjob oder hast du Fragen zur Finanzierung des Studiums? Dann sind die Studentenwerke die richtige Anlaufstelle. Welches Studentenwerk für deinen Hochschulstandort zuständig ist, kannst du auf der Landkarte unter www.studentenwerke.de herausfinden. Nach 15 Monaten geduldetem oder gestattetem Aufenthalt kann man als Student beim Studentenwerk einen Antrag auf BAföG, eine staatlich geförderte Finanzierungshilfe, stellen. Die Studentenwerke helfen auch dabei, ein Zimmer in einem Studentenwohnheim zu finden – für Studierende meist die günstigste Wohnmöglichkeit. Ebenso bieten die Studentenwerke Infos zu Nebenjobs. Wer nebenbei arbeitet, sollte aber möglichst darauf achten, dass das Studium nicht darunter leidet.“

<< nach oben

Wer hilft noch?

„Die Jugendmigrationsdienste des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind in verschiedenen Regionen tätig. Träger sind oft kirchliche Einrichtungen wie beispielsweise die Caritas. Die Jugendmigrationsdienste unterstützen nicht nur bei der Suche nach einem passenden Beruf, sondern helfen auch bei der Integration in die Gesellschaft oder bei familiären Schwierigkeiten. Ziel der Jugendmigrationsdienste (JMD) ist eine längerfristige Unterstützung bei der Integration in Deutschland. Auf www.jugendmigrationsdienste.de sind derzeit 454 Jugendmigrationsdienste gelistet.
Generell empfehle ich, nicht nur eine Anlaufstelle zu nutzen, sondern sich über verschiedene Wege zu informieren. Auch selbst aktiv zu werden, ist wichtig. Wer viele Gespräche führt und Kontakte zu Einheimischen knüpft, schafft sich eine gute Basis für seine berufliche Zukunft.“

<< nach oben

 

<< zurück zu Schritt 4            << zurück zum Überblick

abi>> 31.08.2016