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Berufsziel: Unterrichten an der BOS

Lehrer steht mit einem Notenbuch in der Hand da und führt eine Abfrage mit einem Schüler durch.
Nach der Ausbildung die fachgebundene Hochschulreife nachholen? Diese Möglichkeit bieten Berufsoberschulen.
Foto: André Braun

Schulabschlüsse – Fachgebundene Hochschulreife

Berufsziel: Unterrichten an der BOS

Seine Zeit an der Berufsoberschule hat Thorsten Wirner geprägt – so sehr, dass er später selbst dort unterrichten möchte. Um dieses Ziel zu verwirklichen, studiert der 26-Jährige Wirtschaftspädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Als Thorsten Wirner die Realschule abgeschlossen hatte, war das Thema Schule für ihn zunächst abgehakt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann (seit 2011 lautet die Berufsbezeichnung Tourismuskaufmann) und startete ins Berufsleben. Nach einem halben Jahr jedoch kam er ins Grübeln. „Ich habe mich gefragt, ob ich das mein Leben lang machen möchte. Noch dazu waren die Aufstiegschancen gering. Da habe ich doch Lust bekommen, weiterzumachen.“

Sein Weg führte ihn an die Berufsoberschule (BOS). Sie richtet sich gezielt an Personen, die eine abgeschlossene Ausbildung mitbringen. „Außerdem wusste ich bereits, dass ich anschließend Wirtschaftspädagogik an der Uni Erlangen-Nürnberg studieren möchte. Die Universität hat einen guten Ruf und ich wollte gern in meiner Heimat bleiben.“

Die fachgebundene Hochschulreife passte zu seiner Studienwahl. „Ich kann mir gut vorstellen zu unterrichten, möchte mir aber mehrere Optionen offenhalten. So kann ich mit dem Studienabschluss zum Beispiel auch im Bereich Personalentwicklung eines Unternehmens Fuß fassen.“

Nach zwei Jahren bereit für die Uni

Ein Porträt-Foto von Thorsten Wirner

Thorsten Wirner

Foto: FAU/Giulia Iannicelli

Die BOS bietet zwei Varianten: Nach einem Jahr kann die Schule mit der Fachhochschulreife abgeschlossen werden, mit der ausschließlich das Studium an einer FH möglich ist. Nach zwei Jahren Schulzeit erlangen Schüler, die eine Fremdsprache gewählt haben, die fachgebundene Hochschulreife. Damit steht auch ein universitäres Studium im Rahmen der gewählten Fachrichtung offen.

Für seinen Weg an die Uni war also entscheidend, dass Thorsten Wirner die zweijährige BOS und die entsprechende Fachrichtung – in diesem Fall Wirtschaft – wählte. Nach dem erfolgreichen Abschluss konnte er sich für den angestrebten Studienplatz an der Universität bewerben. „Ausschlaggebend war, dass man einen passenden Schulabschluss hatte und die Zulassungsvoraussetzungen der Uni erfüllte, für die mein Notendurchschnitt genügte. Es wurde bei der Zulassung kein Unterschied zwischen Bewerbern mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife gemacht.“

Von der BOS überzeugt

Im sechssemestrigen Bachelorstudiengang belegte er zunächst Module wie Buchführung, Statistik oder Absatz. Ab dem zweiten Semester setzte er den Schwerpunkt Wirtschafts- und Betriebspädagogik, um sein berufliches Ziel zu erreichen: selbst an einer BOS oder Berufsschule unterrichten. „Mich hat das Prinzip dieser Schule derart überzeugt, dass ich später gern in dem Bereich arbeiten möchte. Darum habe ich nach Abschluss des Bachelorstudiums das entsprechende Masterstudium begonnen. Es ist Voraussetzung, um in dem Bereich als Lehrer tätig sein zu können.“

abi>> 17.05.2017