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In vielen Schritten an die Uni

Junge Frau mit Brille lernt und arbeitet an ihrem Schreibtisch.
Karina Böhme (28) machte erst eine Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin und entschied sich danach, Lehrerin zu werden.
Foto: Martin Rehm

Studieren mit fachgebundener Hochschulreife

In vielen Schritten an die Uni

Mit der fachgebundenen Hochschulreife an die Uni: Nach einer Ausbildung und dem Besuch eines Berufskollegs studiert Karina Böhme (28) nun Mediendesign und Germanistik auf Lehramt an der Universität Wuppertal.

Nach ihrem Realschulabschluss absolvierte Karina Böhme zunächst eine schulische Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin. Zwei Jahre lang lernte sie an der Berufsfachschule theoretische Grundlagen und schnupperte in Praxiseinheiten in das Berufsleben. Im Anschluss besuchte sie die Berufsfachschule ein weiteres Jahr, um die Fachhochschulreife zu erlangen, denn die praktische Arbeit in der Werbebranche war leider nicht so, wie sie sich vorgestellt hatte. „Daher schmiedete ich einen neuen Plan: Ich möchte Lehrerin werden, um andere angehende gestaltungstechnische Assistenten zu unterrichten“, erzählt die heute 28-Jährige.

Da ihr das mit Fachhochschulreife nicht möglich war, drückte Karina Böhme weiter die Schulbank und erwarb an einem Berufskolleg in neun Monaten die fachgebundene Hochschulreife. „Mit zwei Fremdsprachen hätte ich die allgemeine Hochschulreife erlangt. Aber mir reichte für meine gewählten Studienfächer Mediendesign und Germanistik an der Universität Wuppertal die fachgebundene Hochschulreife“, erklärt die Studentin.

Künstlerische Begabung unter Beweis stellen

Ein Porträt-Foto von Karina Böhme

Karina Böhme

Foto: privat

„Den Studienplatz zu bekommen, war kein Problem: Mediendesign ist an der Uni Wuppertal nicht mit einem Numerus clausus belegt. Und für Germanistik reichte mein Notendurchschnitt“, erinnert sich die junge Frau. Wie alle anderen angehenden Studierenden musste sie in einem Test jedoch ihre künstlerische Begabung nachweisen: Fotografieren und zeichnen war angesagt. Mit ihren Ergebnissen überzeugte sie und bald wird sie bereits ihr Bachelorstudium beenden. Im anschließenden Masterstudium setzt sie sich dann auch mit pädagogischen Inhalten auseinander, die für den Lehrberuf wichtig sind.

Welche Unterschiede sieht sie im Vergleich zu ihren Kommilitonen, die direkt nach der Schule mit der allgemeinen Hochschulreife ihr Studium aufgenommen haben? „Gut ist natürlich, dass mir meine Ausbildung teilweise auf die Studienleistung angerechnet wurde“, sagt Karina Böhme. „Ich arbeite auf ein Ziel hin – das manche meiner jüngeren Kommilitonen vielleicht noch nicht so konsequent im Blick haben.“ Apropos jung: Da Karina Böhme erst mit 24 Jahren ihr Studium begonnen hat, fand sie es schwer, mit dem sozialen Leben ihrer meist jüngeren Kommilitonen mitzuhalten. „Ich wohne allein und habe zwei Nebenjobs, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Da bleibt keine Zeit für Studentenpartys“, erklärt die Studentin, die als studentische Aushilfe in einer Werbeagentur arbeitet und Nachhilfe gibt.

Das Lernen für das Studium fällt ihr nicht schwer: „Ich habe immer gern gelernt und war durch meine Ausbildung und den Besuch des Berufskollegs nie ganz raus aus dem Lernrhythmus.“ Ihr Antrieb für die Mühe: „Ich möchte in meinem Beruf glücklich sein. Dafür habe ich die vielen Schritte gern in Kauf genommen.“

abi>> 29.04.2019