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Weiß ich, was mich erwartet?

Nach links zeigendes Schild mit der Aufschrift "Traumberuf" an einen Baum genagelt
Auf dem Weg zum Traumberuf? Mit der abi» Checkliste kannst du prüfen, ob deine Vorstellungen der Realität entsprechen.
Foto: Martin Rehm

Berufsbilder im Fernsehen und in Wirklichkeit: Checkliste

Weiß ich, was mich erwartet?

Es spricht nichts dagegen, sich bei der Berufswahl von der Lieblingsserie inspirieren zu lassen. Du solltest dir allerdings im Klaren darüber sein, dass der Berufsalltag im wahren Leben anders aussehen kann, als er im Fernsehen dargestellt wird. Hier findest du Tipps, wie du herausfinden kannst, ob der Beruf tatsächlich deiner Vorstellung entspricht.

Woher kommt dein Berufswunsch?

Manchmal ist einem nicht bewusst, warum man sich für einen bestimmten Beruf interessiert. Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle – zum Beispiel Fernsehserien oder ein Familienmitglied, das den Beruf ausübt. Für eine erste Orientierung ist es hilfreich, sich zu verdeutlichen, woher der Berufswunsch kommt. Im nächsten Schritt kannst du dir überlegen, warum dich der Beruf fasziniert.

Was gefällt dir an dem Beruf?

Um herauszufinden, ob der Beruf das ist, was du tatsächlich willst, frage dich selbst, was dich daran begeistert. Sind es vielleicht die Tätigkeiten, das Arbeitsumfeld oder der Umgang mit Menschen? Versuche, so genau wie möglich zu benennen, was dich interessiert.

Wie realistisch schätzt du die Darstellung deines Traumberufs im TV ein?

Vielleicht ist dir schon klar, dass es sich eher um eine geschönte Darstellung handelt, vielleicht willst du aber auch herausfinden, was der Realität entspricht. Das funktioniert am besten, wenn du echte Praxisluft schnupperst. Zum Beispiel in Form eines Praktikums. Tausche dich mit Menschen aus, die diesem Beruf nachgehen – beispielsweise in deinem Umfeld oder über einen Berufsverband.

Genauso wichtig wie eine realistische Vorstellung vom Arbeitsalltag ist es, sich mit dem zu beschäftigen, was dem vorangeht. Nutze deshalb die Gelegenheit, dir im Rahmen von Schnuppertagen die Hochschule genauer anzusehen oder bei einem „Tag der offenen Tür“ in Unternehmen einen Einblick in den Ausbildungs- und Arbeitsalltag zu erhalten.

Weißt du, wie du ans Berufsziel gelangst?

Was im Fernsehen nicht thematisiert wird: Manche Berufe lassen sich nur über ein Studium erreichen. Deshalb solltest du dich vorab fragen, ob du dich an einer Hochschule gut aufgehoben fühlst. „Wer wissenschaftliche Methoden erlernen und damit zu neuen Erkenntnissen gelangen will, ist an einer Uni oder Fachhochschule richtig“, sagt Cornelia Wilke von der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder). „Wer schon in der Schule stöhnt, wenn er mehr lesen soll, für den ist vielleicht eine Ausbildung besser geeignet. Hier gibt es einen klaren Tagesablauf, vorgegebene Strukturen und Theorie und Praxis sind eng miteinander verzahnt.“ Eine Mischung aus beidem stellt das duale Studium dar, bei dem man auch Praxiserfahrungen in einem Betrieb sammelt.

Erfüllst du die Zugangsvoraussetzungen?

Bestimmte Studiengänge haben einen Numerus clausus (NC). Das bedeutet, dass es für einen Studiengang nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen gibt. Die Auswahlgrenzen, also die Note oder die Wartezeit der in der jeweiligen Quote zuletzt erfolgreichen Bewerbung, werden im Nachhinein gewöhnlich auf den Webseiten der Hochschulen veröffentlicht. In manchen Fächern werden auch Vorpraktika erwartet oder Bewerber müssen einen Eignungstest absolvieren. Ebenso setzen manche Unternehmen bestimmte Schulnoten in Fächern voraus, die für die Ausbildung wichtig sind.

Passt der Beruf zu dir?

Die Eignung spielt eine wichtige Rolle bei der Suche nach dem Traumberuf. „Deshalb sollten die Persönlichkeitsmerkmale und Interessen zum Berufsbild passen“, sagt Cornelia Wilke. Die örtlichen Arbeitsagenturen sind eine hilfreiche Anlaufstelle, wenn es um die Berufsorientierung geht. Im Gespräch mit einem Berufsberater erfährst du nicht nur, welche Voraussetzungen du erfüllen musst. Gemeinsam könnt ihr ausloten, ob der Beruf der richtige für dich ist.

Welche Perspektiven bietet der Beruf?

Manche Berufe werden im Fernsehen als sehr prestigeträchtig dargestellt, Anwälte oder Architekten tragen zum Beispiel teure Kleidung und fahren Luxusautos. Je nachdem, welche Rolle Berufsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten für dich spielen, solltest du an dieser Stelle überprüfen, wie realistisch die Darstellung ist.

Gefallen dir die Arbeitsbedingungen?

Viele Berufe bringen abwechslungsreiche Aufgaben mit sich. Doch das ist nicht alles: Wer zum Beispiel gerne als Arzt in einem Krankenhaus arbeiten will, sollte sich darüber klar sein, dass Schichtarbeit dazugehört. Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende ist nicht jedermanns Sache. Deshalb solltest du dich vorab über Arbeitszeiten und -bedingungen informieren.

Was bist du bereit zu investieren?

Der Weg in den Beruf kann mitunter lang sein, so dauert ein Studium mehrere Jahre – vor allem, wenn sich beispielsweise noch ein praktisches Jahr oder eine Promotion anschließen. Auch wer auf einen Studienplatz warten muss und vorab beispielsweise eine Ausbildung absolviert, wird dementsprechend später ins Berufsleben starten. Finde deshalb heraus, welche Anforderungen das Studium oder die Ausbildung an dich stellt und ob du bereit bist, diese zu erfüllen.

Gibt es Alternativen?

Es muss nicht immer Arzt oder Anwalt sein: Oft gibt es in dem jeweiligen Berufsfeld weitere interessante Berufe. Um herauszufinden, welche Studiengänge angeboten werden, welche Zugangsvoraussetzungen es gibt und wie der jeweilige Berufsalltag aussieht, bieten sich zum Beispiel Portale wie abi>>, BERUFENET und studienwahl.de an.

abi>> 13.03.2017