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Passt mein Wunschberuf zu mir?

Eine Gruppe Studenten sitzt auf Bänken im Campushof und hängen zusammen ab.
Wie realistisch ist unsere Selbsteinschätzung? Manchmal sieht uns das Umfeld ganz anders als wir selbst.
Foto: André Braun

Berufswahlpass

Passt mein Wunschberuf zu mir?

Durch den Berufswahlpass weiß Gymnasiastin Anna Mantler (15) jetzt genauer, was sie mal werden will. Auch außerhalb des Unterrichts nutzt sie den Pass – zum Beispiel, um Bewerbungen für das Berufspraktikum in der zehnten Klasse zu schreiben.

Zum ersten Mal hörte Anna Mantler vor zwei Jahren vom Berufswahlpass. Eine Referendarin am Ritzefeld-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Stolberg brachte ihn mit in ihre Klasse – einen Ordner mit bunten Registerkarten, Infoblättern, Checklisten und Formularen zum Ausfüllen. Insgesamt umfasst der Berufswahlpass rund 60 Seiten. Weitere 28 Seiten gibt es an Ergänzungsmaterial speziell für Schüler der Sekundarstufe II.

Zum Einsatz kam er zum Beispiel im Deutschunterricht in der achten Klasse; auf dem Stundenplan stand das Thema Bewerbungen. „Wir haben mit den Materialien aus dem Pass unter anderem gelernt, wie man einen Lebenslauf aufbaut, ein Anschreiben formuliert und eine E-Mail an einen potenziellen Arbeitgeber schreibt”, erzählt Anna Mantler.

Schätze ich mich richtig ein?

Ein Porträt-Foto von Anna Mantler

Anna Mantler

Foto: Privat

Besonders gefiel ihr die Partnerübung zum Thema „Stärken und Schwächen“, die man in den Unterricht einbauen kann. Dabei geht es darum, die eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten zu erforschen und einzuordnen, um sich darüber klar zu werden, in welche berufliche Richtung es nach dem Abitur gehen soll. „Die Klasse wurde in Zweierteams aufgeteilt, und wir mussten uns gegenseitig bewerten, um zu schauen, wie realistisch unsere Selbsteinschätzung ist“, erzählt die 15-Jährige. „Manchmal sieht das Umfeld einen ja ganz anders als man selbst – und so konnten wir herausfinden, ob ein bestimmter Berufswunsch überhaupt zu uns passt oder ob wir den einen oder anderen Plan vielleicht noch mal überdenken sollten.“

Anna Mantler möchte seit einigen Jahren Kinderärztin werden – und die Übung hat sie in ihrem Berufswunsch bestärkt: Das Gespräch mit ihrer Klassenkameradin hat ergeben, dass sie für den Beruf wichtige Eigenschaften mitbringt: Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen und Stressresistenz zum Beispiel.

Instrument für die Zukunftsplanung

Mit diesem Wissen und dem Berufswahlpass im Gepäck traf sie sich mit einer Berufsberaterin der örtlichen Agentur für Arbeit, die an ihrer Schule eine Sprechstunde abhielt. „Ich wollte mich informieren, wie es nach der Schule für mich weitergehen könnte, und herausfinden, welche Alternativen es gibt, falls ich mit meinem Notenschnitt nach dem Abitur nicht sofort ins Medizinstudium einsteigen kann.“

Die Beraterin riet ihr für diesen Fall zu einer Ausbildung im medizinischen Bereich, um Fachwissen und Erfahrungen zu sammeln und die Wartezeit zu überbrücken. „Die Unterlagen, die ich dort bekommen habe, habe ich in meinen Berufswahlpass geheftet, damit ich die Infos zu den einzelnen Berufen später alle parat habe“, sagt Anna Mantler. Der Berufswahlpass ist für sie ein wichtiges Instrument für die Zukunftsplanung geworden.

Der verflixte erste Satz

Die Referendarin, die den Berufswahlpass vor zwei Jahren in ihrer Klasse eingeführt hat, ist mittlerweile nicht mehr an der Schule. Den Pass nutzt Anna Mantler aber immer noch. Regelmäßig holt sie ihn wieder hervor, auch dann, wenn im Unterricht gerade nicht mit ihm gearbeitet wird. „Ich nutze die Unterlagen vor allem, wenn ich Bewerbungen schreiben muss“, sagt sie.

Gerade steht wieder eine solche Phase an: Alle Zehntklässler des Gymnasiums werden im Januar ein Berufspraktikum machen. Die Schülerin möchte den Beruf der Hebamme genauer kennenlernen. Ihre Unterlagen für die Bewerbung in Kliniken und Geburtshäusern hat sie schon fertig gestellt. „Im Berufswahlpass findet man jede Menge Formulierungshilfen“, erzählt sie. „Das ist vor allem für den Einstieg in das Anschreiben sehr hilfreich, denn den idealen ersten Satz zu finden – das fällt mir schwer.“

Weitere Informationen

Berufswahlpass

Offizielle Seite zum Berufswahlpass:
www.berufswahlpass.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

abi>> 09.10.2015