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Test: Wäre ich ein guter Lehrer?

Aufschrift "Lehrer werden?" auf einer Schultafel.
Wer in Baden-Württemberg Lehramt studieren möchte, muss die Teilnahme an einem Orientierungstest nachweisen.
Foto: Martin Rehm

Fachspezifische Self-Assessments

Test: Wäre ich ein guter Lehrer?

Christian Scharun (24) wusste schon in der fünften Klasse, dass er Mathelehrer werden möchte. Um nach dem Abitur das Studium am Karlsruher Institut für Technologie aufnehmen zu können, musste er zunächst einen fachspezifischen Selbsttest absolvieren.

„Bei meiner Immatrikulation musste ich vorweisen, dass ich am Lehrerorientierungstest Career Counselling for Teachers (CCT) teilgenommen habe“, erinnert sich der Lehramtsstudent. Es handelt sich dabei um einen in drei Kategorien gegliederten Online-Test, der vom Kultusministerium Baden-Württemberg vorgeschrieben ist. „Fachspezifische Fähigkeiten werden dabei allerdings nicht getestet, vielmehr wird bewertet, ob die berufsbezogenen Interessen und Persönlichkeitsmerkmale zum Lehrerberuf passen“, erklärt Christian Scharun.

In der ersten Kategorie werden rund 30 Fragen gestellt, um das Interesse der Teilnehmer an Lehrertätigkeiten einzuschätzen: Zum Beispiel sollen sie ankreuzen, wie gern sie sich Übungsaufgaben ausdenken würden, oder inwiefern sie darauf achten, dass möglichst alle Schüler im Unterricht mitarbeiten. Die Skala der Antwortmöglichkeiten reicht von „sehr ungern“ bis „sehr gern“. In den beiden anderen Kategorien sollte er seine Persönlichkeit beschreiben und angeben, ob er bereits pädagogische Erfahrungen gesammelt hat – beispielsweise beim Organisieren eines Ferienlagers oder durch Nachhilfeunterricht.

Nachdem die Fragen einer Kategorie beantwortet wurden, erscheint eine kurze Auswertung. Am Ende des gesamten Tests folgen ein Resümee und Tipps, die zusätzlich bei der Entscheidung helfen sollen.

Voraussetzung für das Lehramtsstudium

Ein Porträt-Foto von Christian Scharun

Christian Scharun

Foto: privat

„Da der Test computergeneriert ist, fehlt leider der persönliche Kontakt zu Studienberatern, mit denen sich Studieninteressierte über das Ergebnis austauschen können“, bedauert Christian Scharun. Positiv empfand er hingegen, dass auf die Persönlichkeit der Teilnehmer eingegangen wurde: „Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass Lehrer eine gefestigte Persönlichkeit haben, um mit gutem Beispiel voranzugehen – nur dann können sie ihren Schülern helfen, sich selbst zu finden.“

Das Endergebnis ist bei der Bewerbung um ein Lehramtsstudium allerdings nicht entscheidend – wichtig ist nur die Bestätigung, dass die angehenden Studierenden den Test absolviert haben. Zudem soll der Test Studieninteressierten dabei helfen, sich selbst besser einzuschätzen. „Eine Vorbereitung ist eigentlich nicht nötig. Theoretisch hätte man sich in wenigen Minuten durch den Test klicken können“, sagt der Student. „Aber ich habe mir Zeit genommen, weil ich sehen wollte, ob ich eine positive Rückmeldung erhalte. Wäre mein Ergebnis schlecht ausgefallen, hätte ich mir wohl noch mal überlegt, ob ich mit meiner Studienwahl richtig liege.“

Die richtige Wahl

Doch wie erwartet, bestätigte der Test, dass er für ein Lehramtsstudium geeignet ist. „Als Jugendleiter eines Akkordeon-Orchesters bin ich den Umgang mit Jugendlichen gewohnt“, sagt der Student. Wie man sich durchsetzt und Streitereien schlichtet, weiß Christian Scharun ebenfalls: „Ich habe eine Ausbildung zum Fußballschiedsrichter absolviert – das kommt mir zugute, wenn ich in einer Schulklasse für Ordnung sorgen muss.“

Inzwischen studiert er im neunten Semester Mathematik und Geographie. „Im Studium merke ich, dass ich mit meiner Berufswahl richtig liege – zum Beispiel wird mir bei Vorträgen oft gesagt, dass ich sehr enthusiastisch wirke und andere Menschen motivieren kann.“ Inzwischen arbeitet er an der Hochschule auch als Mathe-Tutor und unterrichtet jüngere Studierende. „Je mehr Praxiserfahrung man hat, desto besser und geübter wird man im Unterrichten.“

abi>> 05.12.2016