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Wichtiger Baustein zur Selbsteinschätzung

Blick auf ein Lehrerpult mit einem Laptop, einem aufgeschlagenen Buch und verschiedenen Stiften.
Das Angebot an Testverfahren zur Studien- und Berufsorientierung im Internet wird immer größer. Dr. Nicolas Crost gibt im abi»-Interview Tipps und Tricks zur sinnvollen Nutzung.
Foto: Julien Fertl

Interview

Wichtiger Baustein zur Selbsteinschätzung

Dr. Nicolas Crost, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Berufspsychologischen Service der Bundesagentur für Arbeit, erklärt, wie angehende Studierende Testverfahren richtig für sich nutzen.

abi>> Herr Dr. Crost, Testverfahren sollen Unentschlossenen bei der Berufswahl helfen. Aber wie funktionieren diese Tests?

Nicolas Crost: Im Internet gibt es eine große Auswahl an Testverfahren, die über verschiedene Algorithmen funktionieren. Inhaltlich und organisatorisch sind diese Tests unterschiedlich aufgebaut. Unter anderem gibt es Self-Assessments zur Selbsterkundung, bei denen Fähigkeiten, Kompetenzen und Interessen geprüft werden. Oft werden Tests angeboten, bei denen die Teilnehmer Fragebögen und Leistungstests bearbeiten, die meistens aus Multiple-Choice-Aufgaben bestehen. So können sie ihre Stärken herausfinden – etwa ob sie sprachlich talentierter sind als im mathematischen Bereich. Neben den Fähigkeiten werden zudem die Interessen beleuchtet. Zum Beispiel müssen Teilnehmer beantworten, ob sie gerne mit Patienten arbeiten würden oder ob es ihnen Spaß macht, Leute zu beraten. Wer sich ungern mit mathematischen Formeln beschäftigt, kommt zum Beispiel für naturwissenschaftliche Studienfächer nicht in Frage. Auf diese Weise kristallisieren sich eigene Schwerpunkte heraus.

abi>> Und wann sind fachspezifische Testverfahren hilfreich?

Nicolas Crost: Bei fachspezifischen Tests sollen die Teilnehmer ähnlich wie in einer Klausur fachtypische Aufgaben einer Studienrichtung bewältigen. Solche Verfahren finden zum Beispiel an Hochschulen oder in den örtlichen Arbeitsagenturen statt. So merken Teilnehmer, ob sie die Fähigkeiten mitbringen, ein bestimmtes Studium zu absolvieren. Daher sind diese Tests am hilfreichsten, wenn man schon eine ungefähre Vorstellung hat, welche Fachrichtung zu einem passt – zum Beispiel eher Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften.

abi>> Was gilt es sonst noch zu beachten?

Nicolas Crost: Zunächst sollten Abiturienten sich einen groben Überblick über mögliche Fachrichtungen verschaffen, da sich das Studienangebot ständig ändert. Beispielsweise können sie sich auf Hochschulwebsites informieren – die bieten oft eigene Online-Self-Assessments an. Solche Online-Tests kommen in verschiedenen Varianten zum Einsatz und sind ein wichtiger Baustein für die Gesamteinschätzung.

abi>> Wie gewinnt man mit diesen Tests die meisten Erkenntnisse?

Nicolas Crost: Wer an einem Online-Self-Assessment teilnimmt, sollte Disziplin mitbringen, denn hierbei neigen manche zum Schummeln, da die Antworten nicht überprüft werden – das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Am Ende erhält man oft eine detaillierte schriftliche Rückmeldung.
Als nächsten Schritt würde ich einen Beratungstermin an einer Hochschule oder einer Agentur für Arbeit vereinbaren. Unsere Tests sind kostenlos und werden in ein größeres Beratungskonzept eingebunden. So erhalten die Teilnehmer zuverlässige Ergebnisse und eine persönliche Beratung.

abi>> Wie erkenne ich unseriöse Angebote?

Nicolas Crost: Für Laien ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen, welche Tests seriös sind und welche nicht. Dazu müsste man zum Beispiel den Algorithmus kennen und wissen, wie der Test entwickelt wurde. Ich empfehle, sich an die großen Anbieter zu halten. Neben den Hochschulen, den Bundesländern und der Agentur für Arbeit ist das unter anderem der Orientierungstest www.was-studiere-ich.de, der in Zusammenarbeit mit Hochschulen entwickelt wurde.

abi>> 05.12.2016