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Sich im Medizinertest beweisen

Eine Frau lernt mit Buch in der Hand an einem Modell.
Mit einem guten Ergebnis im TMS kann man an vielen Unis seine Chancen auf einen Studienplatz in Medizin erhöhen.
Foto: Julia Hendrysiak

Test für medizinische Studiengänge: Hintergrund

Sich im Medizinertest beweisen

Wer Medizin studieren will, braucht ein ausgezeichnetes Abitur. Für den Erfolg in medizinischen Studiengängen sind neben guten Noten jedoch auch andere Fähigkeiten wichtig. Damit auch diejenigen, die keinen 1,0-Schnitt vorweisen können, eine Chance bekommen, setzen viele Hochschulen den „Test für medizinische Studiengänge“ (TMS) ein.

Arzt sein, Menschen helfen und viel Verantwortung tragen – davon träumen viele Schüler. Da wundert es wenig, dass nur die Schüler mit den besten Abiturnoten zum anspruchsvollen Medizinstudium zugelassen werden. In Deutschland werden Studienplätze in Human-, Zahn- und Tiermedizin über das Onlineportal hochschulstart.de vergeben. Hier kommt ein sogenanntes Quotenverfahren zum Tragen: 20 Prozent der Studienplätze werden an die Bewerber mit den besten Abiturnoten vergeben, weitere 20 Prozent werden nach Anzahl der Wartesemester verteilt. Die restlichen 60 Prozent erhalten ihre Plätze über das „Auswahlverfahren der Hochschulen“ (AdH). Für letzteres können Hochschulen den Test für medizinische Studiengänge (TMS) einsetzen, der vom Beratungsunternehmen ITB Consulting in Bonn entwickelt wurde. „Die Hochschulen suchten nach einem Verfahren, das den Studienerfolg prognostizieren kann. Viele wissenschaftliche Studien zeigen: Studierfähigkeitstests können objektiv und fair den späteren Studienerfolg, aber auch die Studienabbruchswahrscheinlichkeit und bisweilen die Studienzufriedenheit voraussagen. Dafür haben wir den TMS entwickelt“, erläutert Dr. Alexander Zimmerhofer, Mitarbeiter beim Testentwickler ITB.

An 23 Hochschulen im Einsatz

Inwiefern das Testergebnis die Chance auf einen Studienplatz erhöhen kann, hängt von der jeweiligen Universität ab, die im Rahmen gesetzlicher Vorgaben den Test entsprechend gewichten kann. „In einem einfachen Fall, in dem eine Hochschule den Test zu 49 Prozent gewichtet und die Abiturnote zu 51 Prozent, wird bei einem hervorragenden Testergebnis die Abiturnote 2,0 fast zu einer 1,5“, erklärt Alexander Zimmerhofer.

Ein Porträtfoto von Dr. Alexander Zimmerhofer

Dr. Alexander Zimmerhofer

Foto: privat

Die Hochschulen in Deutschland nehmen den Test gut an. „Die Zahl der Universitäten, die ihn berücksichtigt, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen auf derzeit 23“, sagt der Experte. Die vollständige Liste der jeweiligen Hochschulen, an denen ein sehr gutes Testergebnis die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen kann, finden Interessenten über die TMS-Koordinierungsstelle an der Uni Heidelberg. Hier erfolgt auch die Anmeldung für den Test – die Frist endet jedes Jahr am 15. Januar – an einem von rund dreißig Orten in ganz Deutschland. Registrieren für den freiwilligen Test kann man sich erst, nachdem die Teilnahmegebühr von derzeit 73 Euro überwiesen wurde.

TMS als „einmalige“ Chance

Da der Test nur einmal absolviert werden darf, sollten Studieninteressierte sich gut darauf vorbereiten. ITB stellt ihnen dafür – teils kostenfrei, teils kostenpflichtig – Online-Angebote zur Verfügung. „Man sollte sich vor dem Testtag über die Durchführungsbedingungen und Aufgabentypen informieren. Es beruhigt die meisten Teilnehmer, wenn sie vorab wissen, was sie erwartet“, betont Alexander Zimmerhofer. „Außerdem müssen die Aufgaben innerhalb einer vorgegebenen Zeit bearbeitet werden. Wenn man sich vorher mit den Bearbeitungshinweisen vertraut macht, spart man wertvolle Minuten.“

Der Test dauert immerhin neun Stunden. Er erfasst, wie der Teilnehmende medizinische und naturwissenschaftliche Probleme löst, und misst, wie gut er mit Größen, Einheiten und Formeln umgehen kann, ob die Person ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen hat und sich Dinge gut merken kann. Reines Abiturwissen wird hingegen nicht abgefragt.

Neben dem TMS bietet der Hamburger Naturwissenschaftstest, kurz HAM-Nat, eine Alternative. Dieser vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelte Test für künftige Medizinstudierende spielt in den Auswahlverfahren der Charité Berlin, der Universität Magdeburg und der Universität Hamburg eine Rolle. Der Test, der jährlich Mitte August stattfindet, ist kostenlos, dauert 120 Minuten und kann beliebig oft wiederholt werden. Die Unis in Magdeburg und Hamburg bieten auf ihren Homepages einen Selbsttest zur Vorbereitung an.

Weitere Informationen

abi>> Infomappen

Willst du wissen, welche Studienberufe es im Bereich Medizin noch gibt? Dann schau in die abi>> Infomappe 5.1 „Human-, Zahn-, Tiermedizin“ in deinem Berufsinformationszentrum (BiZ). Den Online-Katalog zur Auswahl interessanter Mappen gibt es unter www.biz-medien.de/abi.

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

ITB Consulting GmbH

Hier findest du allgemeine Infos zum Test.
www.itb-consulting.de

Vorbereitung auf den TMS

Paket mit Aufgaben und Hinweisen zur Vorbereitung auf den TMS
www.medizinertest-vorbereitung.de

TMS-Koordinierungsstelle

Infos unter anderem zur Anmeldung, zu Teilnahmebedingungen, Fristen und Testorten
www.tms-info.org

Medizinischer Fakultätentag (MFT)

Homepage der Konferenz aller universitären medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten in Deutschland
www.mft-online.de

abi>> 31.03.2017