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„Man muss den ganzen Tag hundertprozentig konzentriert sein“

Eine junge Frau lernt und liest in medizinischen Fachbüchern.
Der neunstündige Test für medizinische Studiengänge (TMS) verlangt von den Teilnehmern höchste Konzentration.
Foto: Jörg Moritz

Test für medizinische Studiengänge: Reportage

„Man muss den ganzen Tag hundertprozentig konzentriert sein“

Clara Petersen (20) absolvierte vor rund zwei Jahren den Test für medizinische Studiengänge (TMS). Sie erzählt, warum sie daran teilnahm, wie sie den Testtag erlebte und ob ihr das Ergebnis half, einen Studienplatz in ihrem Wunschfach Medizin zu bekommen.

Clara Petersen entschied bereits bei ihrem Eintritt in die Oberstufe, dass sie sich für ein Medizinstudium bewerben würde. „So war ich motiviert, ein Abitur zu machen, das gut genug für einen Studienplatz in diesem Fach sein würde“, berichtet sie. Dieses Vorhaben hat die 20-Jährige realisiert; sie studiert im dritten Semester Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Dass sie an dieser Hochschule einen Studienplatz in ihrem Wunschfach ergatterte, hat sie nicht zuletzt ihrer sorgfältigen Planung zu verdanken. „Ich unterzog mich bereits während des Abiturs dem TMS, weil ich mir davon einen Vorteil in der hochschulinternen Quote versprach“, erzählt die gebürtige Bonnerin.

Neun Stunden fokussiert

Den Testtag in der Stadthalle Bad Godesberg hat die Studentin als anstrengend in Erinnerung. „Der Test dauert insgesamt neun Stunden. In dieser Zeit muss man stets hundertprozentig konzentriert sein.“ Da der TMS den Teilnehmern Ergebnisse abverlangen muss, die miteinander vergleichbar sind, ist der Ablauf streng durchgetaktet. Einen Teil der Aufgaben müssen die Teilnehmenden am Vormittag lösen. Nach einer einstündigen Mittagspause folgt der zweite Durchgang. „Man darf nur wenige persönliche Dinge mit in den Testraum nehmen, nicht miteinander sprechen und nur zu bestimmten Zeitpunkten bis zu einer bestimmten Seite im Testheft blättern“, sagt Clara Petersen. Ihr half dieses geregelte Umfeld, sich zu fokussieren.

Ein Porträtfoto von Clara Petersen

Clara Petersen

Foto: privat

Als problematisch hat sie empfunden, dass man den Test nur einmal machen darf. „Hat man einen schlechten Tag, ist ein optimales Ergebnis kaum zu schaffen“, gibt die Medizinstudentin zu bedenken. Als Vorbereitung auf den 73 Euro teuren Test hatte sie Onlinematerialien des Testentwicklungsunternehmens ITB bearbeitet: „Ich machte mich vor allem mit den Abläufen, Vorgaben und Aufgabenformaten vertraut. Das war sehr hilfreich.“

Informiert auf hochschulstart.de

Aufmerksam auf den TMS wurde Clara Petersen auf www.hochschulstart.de, der Homepage der Stiftung für Hochschulzulassung. Diese regelt die Vergabe der bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer, wozu auch die Humanmedizin gehört. Sie hatte sich über das Auswahlverfahren für Medizinstudienplätze informiert: 20 Prozent vergibt die Stiftung an die Abiturienten mit den besten Notendurchschnitten, weitere 20 Prozent an die Bewerber mit den längsten Wartezeiten. Die restlichen 60 Prozent dürfen die Unis nach eigenen Kriterien verteilen.

An der Universität Heidelberg wird der Abischnitt in dieser Quote mit 46 Prozent gewichtet, der TMS mit 44 Prozent und weitere Kriterien mit 10 Prozent. Zu diesen gehören eine medizinische Berufsausbildung, Einzelnoten in naturwissenschaftlichen Prüfungsfächern oder gute Ergebnisse in universitätsinternen Auswahlgesprächen. „Da mein Notendurchschnitt von 1,2 nicht für die oberen 20 Prozent reichte und ich nur zwei Wartesemester vorzuweisen hatte, wollte ich meinen Wert in der Quote des Auswahlverfahrens der Hochschulen verbessern. Am Ende lag mein TMS-Ergebnis nur leicht über meinem Abischnitt, der ja auch schon ganz gut gewesen war“, kommentiert Clara Petersen. Doch vielleicht half ihr gerade diese geringfügige Aufwertung, einen Platz in Heidelberg zu erhalten.

abi>> 31.03.2017