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„Probieren geht vor Studieren“

Zwei junge Frauen schauen auf ein Tablet
Einige Testverfahren helfen, Interessen und Stärken mit Studiengängen zusammenzubringen.
Foto: Julien Fertl

Studienbezogene Self-Assessments

„Probieren geht vor Studieren“

Bereits seit längerer Zeit spielte Natalie Muno mit dem Gedanken, Rechtswissenschaften zu studieren. Allerdings war sich die 18-Jährige nicht sicher, ob der Studiengang ihren Vorstellungen und Fähigkeiten entspricht. Der studienfeldbezogene Beratungstest (SFBT) der Bundesagentur für Arbeit half ihr bei der Entscheidung.

An meiner Schule wurde uns angeboten, dass wir einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster wahrnehmen können“, erzählt die 18-Jährige, die zurzeit die Jahrgangsstufe 13 des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Ahaus besucht. „Bei diesem Termin habe ich geäußert, dass ich eigentlich weiß, was ich studieren möchte. Um herauszufinden, ob Rechtswissenschaften auch zu mir passen, hat mir die Berufsberaterin empfohlen, am SFBT teilzunehmen.“

Porträtfoto von Natalie Muno

Natalie Muno

Foto: privat

Frei nach dem Motto „Probieren geht vor Studieren“ ist dieser studienfeldbezogene Selbsttest in sechs verschiedenen Studienrichtungen möglich – unter anderem in Natalie Munos Wunschfach Rechtswissenschaften. „Eine Psychologin des Berufspsychologischen Services erklärte mir, wie der Test abläuft und wies mich darauf hin, dass ich mich nicht wundern solle, wenn ich nicht rechtzeitig mit allen Aufgaben fertig werde“, berichtet die Schülerin. „Ihr zufolge sei ein gewisser Zeitdruck normal und auch in Klausuren an der Uni sei es nicht immer möglich, alle Aufgaben in der vorgegeben Zeit zu bearbeiten.“

Drei Aufgabenbereiche

Der rund zwei Stunden dauernde Test bestand aus drei Teilen, deren Aufgaben die Teilnehmer jeweils in einer bestimmten Zeit lösen sollten. „Im ersten Teil ging es um logisches Denken: Es wurde jeweils eine These beschrieben und ich sollte ankreuzen, welche Schlussfolgerung ich daraus ableiten kann.“

Im zweiten Teil konnte Natalie Muno ihre sprachlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen und zeigen, dass sie beispielsweise die deutsche Rechtschreibung und den korrekten Satzbau beherrscht und ob sie bestimmte Redewendungen kennt. „Das war wahrscheinlich Bestandteil des Tests, weil Studierende der Rechtswissenschaften sich präzise ausdrücken können und die juristische Fachsprache beherrschen müssen“, vermutet die Schülerin.

Der dritte und ihrer Ansicht nach anspruchsvollste Teil des Tests sei ähnlich wie der erste Teil gewesen, sagt Natalie Muno. „Allerdings wurde hier ein konkreter Rechtsfall ausführlich geschildert und ich musste entscheiden, wer schuldfähig ist und das entsprechend begründen.“ In der Aufgabe seien als Hilfestellung drei Gesetzesvorlagen und zwei Thesen genannt worden. „Ich sollte entscheiden, welche These richtig ist beziehungsweise ob sogar beide Thesen zutreffen.“

Persönliches Beratungsgespräch

Den SFBT hat die Schülerin in den Räumen der Arbeitsagentur absolviert – zusammen mit einer Gruppe weiterer Teilnehmer, die sich aber für andere Fachrichtungen angemeldet hatten. Anschließend folgte ein zweites Gespräch mit der Psychologin: „Bevor sie auf mein Ergebnis einging, fragte sie mich, wie ich den Test empfunden habe und ob ich mit den Aufgabenstellungen gut zurechtgekommen bin“, erinnert sich Natalie Muno. „Danach sagte sie mir, dass ich im Vergleich zu anderen Teilnehmern am SFBT sehr gut abgeschnitten habe: Insgesamt lag ich leicht über dem Durchschnitt und im letzten Aufgabenbereich lag mein Ergebnis sogar deutlich über dem Durchschnitt.“

Die Psychologin ging mit ihr nochmal die einzelnen Aufgaben durch und erklärte der Abiturientin, was sie für ein mögliches Studium der Rechtswissenschaften sonst noch wissen sollte. „Zum Beispiel sagte sie mir, dass ich gerade am Anfang auch mit schlechteren Noten rechnen muss, weil viele Studienanfänger sich erst an das Lernsystem an einer Hochschule gewöhnen müssen“, führt Natalie Muno aus.

Für sie war der SFBT eine Bestätigung, dass sie die passende Studienwahl getroffen hat: „Jetzt weiß ich, dass ich für Rechtwissenschaften geeignet bin.“ Aufgrund ihrer Erfahrung würde sie jedem Abiturienten empfehlen, an dem Test teilzunehmen, „weil man so erfährt, womit man es später im Studium zu tun hat und wie man sich eine Klausur im Wunschstudiengang vorstellen kann“, resümiert die angehende Studentin.

 

 

abi>> 29.11.2016