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Zuerst der Test, dann die Entscheidung

Eine junge Frau sitzt an einem Schreibtisch voller Bücher.
Bei der Vielzahl der angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge kann man leicht den Überblick verlieren. Hier können Testverfahren Orientierung bieten.
Foto: Katharina Kemme

Testverfahren zur Studienorientierung

Zuerst der Test, dann die Entscheidung

Studieninteressierte haben die Qual der Wahl: Sie stehen vor der Herausforderung, aus einer nahezu unüberschaubaren Anzahl an Bachelorstudiengängen den passenden Studiengang zu finden. Da wundert es nicht, dass es vielen jungen Menschen schwerfällt, sich auf ein Fach festzulegen. Verschiedene Testverfahren können Abiturienten helfen, sich zu entscheiden.

„Logisch abstraktes Denken liegt mir“ oder „Ich interessiere mich für die Kultur meines Landes und anderer Länder“ – wer am Online-Test BORAKEL der Ruhr-Universität Bochum teilnimmt, muss bewerten, inwieweit solche Aussagen auf ihn zutreffen. Inzwischen gibt es viele Anbieter, deren Ziel es ist, junge Menschen mit unterschiedlichen Testverfahren bei der Studien- und Berufswahl zu unterstützen. „Bereits Schüler der Mittelstufe können an einfachen Testverfahren teilnehmen, um in einem ersten Schritt eine grobe Selbsteinschätzung zu erhalten“, erklärt Annegret Müller vom Team Akademische Berufe der Agentur für Arbeit Hamburg.

Test zur fachübergreifenden Selbsterkundung

Ein Porträt-Foto von Annegret Müller

Annegret Müller

Foto: privat

Zu dieser Kategorie gehören Tests, die eine grundlegende Orientierung ermöglichen – wie beispielsweise der eingangs genannte BORAKEL-Test. Neben kostenfreien gibt es einige kostenpflichtige Tests wie Explorix oder geva. Im Rahmen dieser fachübergreifenden Testverfahren zur Berufs- und Studienorientierung können Schüler ihre Stärken, Interessen und mitunter persönlichen Eigenschaften ausloten und Antwort auf die Frage finden, ob ein Studium oder eine Ausbildung besser zu ihnen passt.

„Im besten Fall erweitern solche Tests den eigenen Horizont und liefern Ideen für Berufswege. Manchmal neigen Teilnehmer jedoch dazu, Selbsttests so zu beantworten, dass ein Wunschergebnis dabei herauskommt – ein Selbsttest kann so zum unbewussten Selbstbetrug werden“, schildert Annegret Müller ihre Erfahrung. Umso wichtiger seien persönliche Gespräche mit Beratern, die den Teilnehmern helfen, die Ergebnisse richtig zu interpretieren. 

Studienbezogene Self-Assessments

Ein Auswertungsgespräch mit einem Psychologen ist Bestandteil des kostenlosen, studienfeldbezogenen Beratungstests (SFBT) der Bundesagentur für Arbeit. „Dieser zweistündige fachspezifische Fähigkeitstest eignet sich für Studieninteressierte, die bereits eine bestimmte Fachrichtung im Blick haben und klären wollen, ob sie dafür auch geeignet sind“, verdeutlicht Nadia Harde, Leiterin des Berufspsychologischen Services Hamburg. Zur Auswahl stehen hierbei die Bereiche Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik/Mathematik, Philologische Studiengänge und Rechtswissenschaften. „Anschließend geben wir den Teilnehmern eine objektive Einschätzung und klären zum Beispiel, wie das Ergebnis mit der bisherigen Vorstellung zusammenpasst oder aus welchen Gründen das Ergebnis vielleicht anders ausfällt als erwartet.“ Dass der Beratungsbedarf groß ist, zeigen die Zahlen der Teilnehmer, die 2015 den SFBT absolviert haben: „Bundesweit haben 17.387 Menschen das Angebot genutzt“, sagt Nadia Harde. 

Fachspezifische Self-Assessments

Ob man für ein konkretes Studienfach geeignet ist, kann man anhand eines fachbezogenen Tests überprüfen. Hier müssen Teilnehmer beispielsweise anhand ihres Schulwissens Aufgaben aus dem Studium bearbeiten.

An manchen Hochschulen können sich Studieninteressierte erst dann bewerben, wenn sie an einem derartigen Test teilgenommen haben. „Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg zum Beispiel hat den HAW-Navigator eingerichtet – die Bewerber sollen zeigen, dass sie sich mit ihrer Studienwahl auseinandergesetzt haben“, erläutert Annegret Müller. 

Nicht verpflichtend, aber unter Umständen ratsam sei laut Annegret Müller der Test für medizinische Studiengänge (TMS). „Es gibt deutlich weniger Studienplätze für Medizin als Bewerber, deshalb sind die Auswahlkriterien an medizinischen Fakultäten sehr hart“, sagt die Beraterin. Wenn der Notendurchschnitt im Abitur für einen Platz nicht ausreicht, kann man mit Hilfe des TMS an manchen Universitäten die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen. „Teilnehmer zahlen eine Gebühr von 73 Euro und haben nur diese eine Chance: Das Ergebnis gilt dann für alle künftig noch folgenden Bewerbungen um einen Studienplatz für Human- oder Zahnmedizin.“ 

Weitere Informationen

Studienfeldbezogene Beratungstests der Agentur für Arbeit

Faltblatt mit den wichtigsten Informationen zum SFBT zum Download
www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public

/documents/webdatei/mdaw/mtu5/~edisp

/l6019022dstbai381911.pdf

Studium-Interessenstest (SIT)

Orientierungstest des Hochschulkompasses
www.hochschulkompass.de/studium-interessentest.html

„Mein Stand in der Berufswahl“

Gemeinschaftsprojekt der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) und der Berufsberatung der BA
www.meine-berufswahl.org

BORAKEL

Online-Beratungstool der Ruhr-Universität Bochum
www.ruhr-uni-bochum.de/beratungstool/

HAW-Navigator

Fachspezifischer Test der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
www.haw-navigator.de/bek

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

abi>> 05.12.2016