Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Nachhaltig erfolgreich

An einer Tür kleben Zettel.
Im JUNIOR-Projekt sollen Schüler und Schülerinnen unter anderem erfahren, was freie Wirtschaft in der Praxis bedeutet.
Foto: Martin Rehm

Bundesweite Schülerfirmenwettbewerbe

Nachhaltig erfolgreich

Von der Idee zur Auszeichnung: Ragna Jebsen (22) gründete während ihrer Schulzeit ein Schülerunternehmen mit, das in deutschlandweiten und internationalen Wettbewerben Erfolg hatte. Das simple wie geniale Produkt – Flaschenöffner aus Gurtschnallen.

Begonnen hat alles mit dem Input eines Lehrers in der Oberstufe. „Im Rahmen des Profils Wirtschaft-Politik wurde uns das JUNIOR-Projekt vorgestellt – mit dem Ziel, Inhalte nicht nur theoretisch erklärt zu bekommen, sondern durch praktische Erfahrungen zu erleben, was freie Wirtschaft überhaupt bedeutet“, erklärt Ragna Jebsen.

Konkret heißt das: Schüler gründen ein eigenes Unternehmen und werden von JUNIOR mit Infomaterialien, Workshops und Fachwissen von Experten vor Ort unterstützt – von der Gründungsphase mit der Geschäftsidee über rechtliche und finanzielle Fragen bis hin zu den Wettbewerben.

Produkt und Gründung

Für Ragna Jebsen und ihre Mitschüler war das Motivation genug, das Unternehmen „Rauteck“ zu gründen und damit an dem Projekt teilzunehmen. „Die Herausforderung wollten wir unbedingt annehmen, schließlich gab es auch etwas zu gewinnen.“

Doch zuallererst musste ein Produkt her. „Im Brainstorming diskutierten wir Vorschläge, bis wir eine nachhaltige wie praktikable Idee gefunden hatten: Wir wollten Flaschenöffner aus alten Gurtschlosszungen und andere Produkte aus recycelten Autoteilen herstellen und vertreiben. Wir fuhren Autoverwertungshöfe ab und verkauften zum Beispiel Anteilsscheine, um ein Startkapital zu haben“, berichtet die Gründerin weiter.

Wettbewerb heißt Vorbereitung

Ein Portrait-Foto von Ragna Jebsen.

Ragna Jebsen

Foto: privat

Doch für die im Rahmen von JUNIOR ausgetragenen Wettbewerbe war im Vorfeld mehr zu erarbeiten als bloß das fertige Produkt. „Voraussetzung für die Teilnahme am Landeswettbewerb von JUNIOR war etwa ein zehnseitiger Geschäftsbericht. Daneben arbeiteten wir daran, unseren Firmenwert durch Verkäufe zu steigern, erstellten eine Unternehmenspräsentation und gestalteten einen Messestand.“

Vom landes- über den bundesweiten hin zum europäischen Wettbewerb professionalisierten sich die Abläufe. „Wir haben versucht, unseren Firmenauftritt zu optimieren und Umsätze und Gewinne zu steigern. Anfangs war die gesamte Produktion noch in unserer Hand, was mit der Zeit irgendwann nicht mehr möglich war, sodass wir lokale bzw. regionale Kooperationen entwickelten und die Produktion nahezu vollkommen outsourcen konnten.“

Gemeinsam bestehen …

Die drei Wettbewerbe waren dabei inhaltlich ähnlich aufgebaut und qualifizierten das Siegerunternehmen jeweils für den nächsten Contest. „Bestandteile jedes Wettbewerbs waren zum Beispiel der zuvor entwickelte Messestand, eine fünfminütige Bühnenpräsentation und Jury-Interviews“, erklärt Ragna Jebsen. „Der Bundes- wie auch der Europawettbewerb sind mehrtägige Veranstaltungen, sodass hier außerdem auch ein Rahmenprogramm mit Workshops, einer Stadtrallye und einem Volleyballturnier geboten wurde.“

Als sich das Schülerunternehmen „Rauteck“ schließlich gegen 37 Schülerunternehmen aus 36 Ländern durchsetzen konnten, war die Freude groß. Viel wichtiger als der Erfolg ist für Ragna Jebsen aber die Erfahrung aus dem Gesamtprojekt – auch für ihre eigene berufliche Perspektive. „Man wächst mit seinen Aufgaben – persönlich sowie im Team. Im theoretischen Unterricht hätte ich definitiv nicht so viel über Wirtschaft und deren Zusammenhänge lernen können.“

… persönlich profitieren

Mittlerweile befindet sie sich mitten im BWL-Studium und kann auch hier ihre in der Gründerphase erlernten Fähigkeiten einbringen. „Durch die praktischen Erfahrungen aus unserem Unternehmen kann ich viel eher theoretische Inhalte nachvollziehen. Außerdem engagiere ich mich mittlerweile sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene im Alumni-Netzwerk.“

abi>> 21.08.2019