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„Sprache ist wie ein Ball, mit dem ich spiele“

Bunte Sprechblasen aus Papier, auf denen auf verschiedenen Sprachen "Hallo" und "Wie geht es dir?" steht.
Englisch, Spanisch, Italienisch oder Französisch – seine Leidenschaft für Sprachen konnte Mark Wendt beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen unter Beweis stellen.
Foto: Julien Fertl

Bundeswettbewerb Fremdsprachen

„Sprache ist wie ein Ball, mit dem ich spiele“

Mark Wendt ist aktueller Preisträger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen. Die Liebe zur Sprache wurde dem 18-Jährigen bereits in die Wiege gelegt.

Ich werde oft gefragt, warum ich mich derart für Sprachen interessiere. Eine Antwort darauf zu geben, fällt mir gar nicht so leicht: Liegt es daran, dass ich eine mexikanische Mutter und einen deutschen Vater habe, mehrsprachig aufgewachsen bin und meine ersten Lebensjahre in Mexiko verbracht habe? Oder daran, dass ich eine Schule besuche, an der ich das deutsch-französische Abitur mache? Oder weil ich schon seit der Grundschule Englisch und seit dem achten Schuljahr Italienisch lerne und Fremdsprachen immer schon zu meinem Alltag gehören? Ich glaube, es ist eine Mischung aus allem. Fest steht: Sprachen sind mein großes Hobby.

Während andere zum Fußballtraining gehen, setze ich mich an den Schreibtisch und werfe einen Blick auf neue Vokabeln: Mein Ball, das sind die Wörter. Zurzeit lerne ich noch Portugiesisch und Russisch im Eigenstudium, weil ich das spannend finde.

Am Bundeswettbewerb Fremdsprachen habe ich das erste Mal im achten Schuljahr teilgenommen, zusammen mit meiner Klasse. Seitdem habe ich jedes Jahr wieder mitgemacht, auch alleine in der Kategorie Solo und Solo Plus und dabei mehrfach einen der ersten Plätze belegt.

Gruppendiskussionen und Begegnung mit der Jury

Ein Portrait-Foto von Mark Wendt.

Mark Wendt

Foto: privat

In der vergangenen Runde mussten alle Teilnehmer zunächst einen Videobeitrag über eine bekannte Persönlichkeit sowie einen Audiobeitrag über die Erfolge und Schwierigkeiten bei der Erstellung des Videos einreichen.

Ich habe auf Französisch einen dreieinhalbminütigen Beitrag über Ludwik Lejzer Zamenhof, den Erfinder der Kunstsprache Esperanto, erstellt. Dessen Ziel war es, eine Sprache für die gesamte Menschheit zu schaffen und so die einzelnen Völker friedlich zu vereinen. Mit meiner Präsentation konnte ich die Jury überzeugen und wurde in die nächste Runde zum Landeswettbewerb nach Mannheim eingeladen.

Dort drehte sich drei Tage lang alles rund um Sprache. Unser Können sollten wir anhand unterschiedlicher Aufgaben unter Beweis stellen, dazu gehörte beispielsweise eine Gruppendiskussion zum Thema „Die wahre Reise beginnt im Internet“. Alle Teilnehmer – und das war die Herausforderung – kommunizierten in unterschiedlichen Sprachen, darunter Französisch und Mandarin. Als gemeinsames Kommunikationsmedium stand nur Englisch zur Verfügung, denn Deutsch war natürlich streng verboten.

Begegnung mit Gleichgesinnten

Am meisten Spaß hatte ich am freien Teil des Wettbewerbs. Hier spricht man mit einer zweiköpfigen Jury 20 Minuten lang über ein Thema, das man vorher selbst vorgeschlagen hat. Das kann von Politik über Geschichte bis hin zu Kunst alles sein. Dabei geht es nicht darum, mit Fachwissen zu glänzen, sondern um Spontanität und Kreativität, indem man improvisiert, wenn man eine Antwort oder eine Vokabel mal nicht kennt.

Dass ich am Ende sogar als Sieger aus diesem Treffen hervorgehen würde, hätte ich ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten. Über meinen Preis, die Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes, habe ich mich sehr gefreut. Wichtiger war mir allerdings, an diesem Wochenende so viele vielseitig interessierte Menschen kennenzulernen, die meine Leidenschaft für Sprachen teilen. Und dank meiner Teilnahme am Fremdsprachenwettbewerb habe ich eine klare Vorstellung davon bekommen, was ich später einmal beruflich machen möchte: Ich träume davon, im diplomatischen Dienst zu arbeiten und dort meine Sprachkenntnisse in Verhandlungen mit Gesprächspartnern aus aller Herren Länder anzuwenden. Ich möchte definitiv noch mehr Sprachen lernen – Arabisch und Mandarin stehen ganz oben auf meiner Liste.

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abi>> 22.05.2019