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„Es gewinnt nicht derjenige, der die meisten Vokabeln kennt“

Lehrerin unterrichtet Schülerinnen in verschiedenen Sprachen.
Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen richtet sich an sprachbegabte junge Menschen. Die Teilnahme ist sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen möglich.
Foto: Martin Rehm

Bundeswettbewerb Fremdsprachen – Interview

„Es gewinnt nicht derjenige, der die meisten Vokabeln kennt“

Bernhard Sicking, Leiter des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen, hat mit abi>> über Teilnahmebedingungen, Preise und eine Leidenschaft namens Kommunikation gesprochen.

abi>> Herr Sicking, der Bundeswettbewerb Fremdsprachen feiert 2019 einen runden Geburtstag. Wie kam es vor 40 Jahren zu dieser Idee?

Bernhard Sicking: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, auf den die Initiative zurückgeht, wollte mit dem Wettbewerb talentierte junge Menschen, die eine Leidenschaft für Sprachen haben, finden und durch anspruchsvolle, anregende Aufgaben individuell fördern. Wir glauben, dass die Gesellschaft junge Menschen braucht, die sich in einer zunehmend verflochtenen Welt zurechtfinden – und wie kann das besser gelingen als durch Kommunikation?

Ein Portrait-Foto von Bernhard Sicking.

Bernhard Sicking

Foto: privat

abi>> Wie ist der Wettbewerb aufgebaut?

Bernhard Sicking: Der Wettbewerb gliedert sich in vier verschiedene Kategorien: Da wäre einmal der Bereich „Team Schule“, an der Gruppen aus den Jahrgangsstufen 6 bis 10 teilnehmen können, dann der Bereich „Solo“ für Einzelpersonen aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10 und „Solo Plus“ für Schüler ab der 10. Klasse. Seit 30 Jahren richtet sich der Wettbewerb darüber hinaus auch an Auszubildende, die in einer Gruppe teilnehmen können.

Je nach Kategorie reichen die Teilnehmer in einem ersten Schritt beispielsweise einen Video- oder einen Audiobeitrag ein, konzipieren ein Spiel oder ein Theaterstück. Gleich für welche Variante sie sich entscheiden, es geht immer darum, ihre Sprachkenntnisse und ihre Kreativität zu beweisen. Wer überzeugen kann, qualifiziert sich für Sprachenfeste und Sprachenturniere, bei denen die Teilnehmer gemeinsam Aufgaben bearbeiten oder sich einem Gespräch mit der Jury stellen.

abi>> Welche Sprachen sind zugelassen?

Bernhard Sicking: Die mit Abstand am meisten gewählte Wettbewerbssprache ist Englisch. Danach folgen Französisch und Latein. Aber wir freuen uns auch über Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit anderen Sprachen, die der Wettbewerb anbietet, zum Beispiel Spanisch, Italienisch, Niederländisch oder ganz andere Sprachen wie Chinesisch.

abi>> Welche Kriterien zieht die Jury heran, um die Preisträger zu ermitteln?

Bernhard Sicking: Wir schauen sowohl auf die sprachliche Leistung als auch auf die Inhalte. Es gewinnt aber nicht derjenige, der die meisten Vokabeln im Repertoire hat oder jede Feinheit der Grammatik kennt – auch wenn das natürlich wichtig ist –, sondern derjenige, der mit seiner Sprachbeherrschung am meisten anfangen kann, also beispielsweise in einem mündlichen Gespräch mit der Jury auch auf Unvorhergesehenes spontan und kreativ reagieren kann.

abi>> Welche Preise winken den Siegern?

Bernhard Sicking: Bei den älteren Schülerinnen und Schülern ist der herausragende Preis die Aufnahme in die Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes. Weitere Preisträger aller Altersklassen können Kurzstipendien, Einladungen zu Ausflügen oder Geldpreise erlangen. Aber auch über die Preise hinaus ist die Teilnahme am Wettbewerb für alle ein Gewinn: Sie stärkt das Selbstbewusstsein, man lernt junge Menschen mit der gleichen Leidenschaft kennen und viele Schulen honorieren die Teilnahme an Schülerwettbewerben bei der Notenvergabe.

abi>> Haben Sie einen Wunsch den Wettbewerb betreffend?

Bernhard Sicking: Vor 40 Jahren sind wir mit 200 Teilnehmern gestartet, heute beteiligen sich jedes Jahr in allen Kategorien zusammen um die 10.000 Schülerinnen und Schüler am Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Das ist erfreulich, aber ich würde mir noch mehr Teilnehmer wünschen – gerade aus der Oberstufe. Und ich lade explizit junge Herren zur Teilnahme ein.

abi>> Weil Frauen überrepräsentiert sind?

Bernhard Sicking: Aktuell sind tatsächlich drei Viertel der Teilnehmer weiblich. Das heißt aber nicht, dass die Männer weniger erfolgreich sind. Einen der Preisträger kann man sogar an vielen Abenden in den Tagesthemen der ARD sehen: Ingo Zamperoni.

Weitere Informationen

Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Internetauftritt des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen mit Informationen zu den einzelnen Kategorien, zu Teilnahmebedingungen und Bewerbungsschluss

www.bundeswettbewerb-fremdsprachen.de

 

Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Schülerwettbewerbe

Das Portal gibt eine Übersicht über die unterschiedlichen Wettbewerbe.

www.bundeswettbewerbe.de

 

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Fremdsprachen)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Fremdsprache)

www.studienwahl.de

 

Zentrum für Begabungsförderung

www.bildung-und-begabung.de

 

Stiftung Bildung und Gesellschaft

www.stiftung-bildung-und-gesellschaft.de/stiftung.html

 

abi>> 22.05.2019