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Was erwartet das Publikum?

Eine junge Frau hält vor zwei Kollegen eine Präsentation zur Umsatzentwicklung.
Bei der Präsentation achtet die Fachjury auf Adressatenorientierung, Sachkenntnis und Darstellungsvermögen.
Foto: Axel Jusseit

Jugend präsentiert: Interview

Was erwartet das Publikum?

Naturwissenschaftliche Phänomene anschaulich in einem Vortrag darstellen – das ist das Ziel des Wettbewerbs „Jugend präsentiert“. Im Interview mit abi» erklärt Projektleiter Christian Kleinert von Wissenschaft im Dialog, wie man die Jury überzeugen kann.

abi>> Herr Kleinert, was sollte man für den Wettbewerb „Jugend präsentiert“ mitbringen – großes Interesse an Naturwissenschaften?

Christian Kleinert: Ja, es ist ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb. Wir hoffen aber, dass wir auch jene Leute ansprechen, die vor allem Interesse am Präsentieren und erst in zweiter Linie an Naturwissenschaften haben. Auffällig ist, dass sich im Vergleich zu anderen naturwissenschaftlichen Wettbewerben viele Mädchen anmelden.

abi>> Wie kann man am Wettbewerb teilnehmen?

Ein Porträt-Foto von Christian Kleinert

Christian Kleinert

Foto: Patrick Gerstorfer

Christian Kleinert: Die Schüler bewerben sich mit einem fünfminütigen Video ihrer Präsentation oder einem Erklärvideo zu einem frei gewählten Thema aus den Bereichen Naturwissenschaften, Mathe oder Informatik. Bei der Präsentation achten wir vor allem auf Gestik und Mimik, bei Erklärvideos schauen wir auf Machart und Stimme. Die Jury wählt die besten 250 Bewerber aus, die in einer regionalen Qualifikationsrunde die Kernaussagen ihres Themas und ihre Faszination erläutern.

abi>> Alle 120 Teilnehmer, die schließlich ins Finale einziehen, dürfen zuvor an einer Präsentationsakademie teilnehmen. Was verbirgt sich dahinter?

Christian Kleinert: Das ist eine dreitägige Veranstaltung, bei der die Schüler von professionellen Rhetorik-Trainern geschult werden. Wir wollen, dass die Teilnehmer eine tolle Zeit haben und möchten sie gleichzeitig fördern. Eigentlich ist die Akademie also bereits ein großer Gewinn.

abi>> Was braucht man, um die Jury im dreitägigen Bundesfinale in Berlin zu überzeugen?

Christian Kleinert: Wir konzentrieren uns auf drei Kriterien: Adressatenorientierung, Sachkenntnis und Darstellungsvermögen. Daher setzt sich die Jury entsprechend aus drei Experten zusammen: einem Schüler, einem Fachlehrer und einem Vertreter des Seminars für Allgemeine Rhetorik der Uni Tübingen. Was mich immer wieder beeindruckt: Die Schüler wollen ein ehrliches, kritisches Feedback; sie wollen sich verbessern. An die Vorrunde schließt sich das Finale mit den besten sechs Präsentationen an. Diese Veranstaltung findet öffentlich statt, im Kino International in Berlin mit rund 500 Zuschauern.

abi>> Wie viele Schüler haben sich 2016 beworben?

Christian Kleinert: Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. 2016 hatten wir über 800 Teilnehmer mit 410 Videos. Mein Wunsch ist es, im kommenden Jahr die 1.000-Teilnehmer-Marke zu knacken. Aber wir betreiben nicht nur Spitzenförderung. Wir wollen möglichst viele Schüler fördern und bieten daher auch Lehrertrainings an. 750 Lehrer haben wir zum Thema Präsentieren bereits trainiert.

abi>> Haben Sie zum Abschluss noch Tipps für künftige Bewerber?

Christian Kleinert: Die Vorbereitung der Präsentation spielt die Hauptrolle, nicht der Vortrag an sich: Bevor man loslegt, sollte man zunächst eine rhetorische Situationsanalyse machen: Zu wem spreche ich? Was erwartet das Publikum? Wie sind die Rahmenbedingungen – habe ich einen Beamer, zu welcher Tageszeit findet der Vortrag statt? Daraus folgt alles Weitere – die Länge, die Präsentationsform, das Sprachniveau.

abi>> 29.12.2016