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„Kritisches Konsumverhalten muss gefördert werden“

Gruppe junger Menschen lernt und unterhält sich in Uni-Bibliothek
Im Team ein Projekt entwickeln: Bei "Jugend testet" prüfen Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren Dienstleistungen oder Produkte auf ihre Funktionalität.
Foto: Verena Westernacher

Jugend testet – Interview

„Kritisches Konsumverhalten muss gefördert werden“

Bettina Dingler, Leiterin des Wettbewerbs „Jugend testet“ bei der Stiftung Warentest, erklärt, wozu es den Wettbewerb gibt, wie die Teilnahme funktioniert und was es zu gewinnen gibt.

abi>> Frau Dingler, welche Ziele verfolgt der Wettbewerb „Jugend testet“?

Bettina Dingler: Mit dem Wettbewerb wollen wir junge Leute an kritisches Konsumverhalten heranführen und ihnen zeigen, dass ein solches Verhalten auch Spaß machen kann.

abi>> An wen richtet sich der Wettbewerb konkret? Wie kann man sich anmelden?

Ein Porträt-Foto von Bettina Dingler

Bettina Dingler

Foto: Anke Jacobs

Bettina Dingler: Ob alleine, mit Freunden oder der ganzen Klasse, teilnehmen können alle Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren. Sie sollten Lust haben, ein Produkt oder eine Dienstleistung anhand ihrer eigenen Kriterien kritisch unter die Lupe zu nehmen. Die Anmeldung erfolgt ganz einfach über ein Formular auf unserer Homepage (www.jugend-testet.de). Die neue Anmelderunde startet im September 2017 und läuft bis Ende November. Der Einsendeschluss für fertige Arbeiten ist der 31. Januar 2018.

abi>> Wie läuft das Ganze für die Tester ab?

Bettina Dingler: Im ersten Schritt geht es um die Wahl eines originellen Testobjekts. Ob Taschentuch, Orangensaft oder App – getestet werden kann und darf alles. Im nächsten Schritt gilt es, eine kreative Testmethode zu entwickeln. Welche Kriterien machen für mich ein gutes Produkt aus? Mit welchen Methoden kann ich diese prüfen, um anschließend die Produkte auch vergleichen zu können? Den Test und die Testprodukte organisieren die Teilnehmer selbstständig. Das Ganze muss dann nachvollziehbar und möglichst ansprechend dokumentiert und eingereicht werden.

abi>> Wie werden aus den zahlreichen Einsendungen die besten ermittelt?

Bettina Dingler: Hierzu gibt es ein dreistufiges Bewertungsverfahren. In der ersten Runde wird anhand der Kriterien Originalität des Themas und Nutzen der Fragestellung, Vorgehensweise und Informations- und Erkenntniswert sowie Aufbereitung der Präsentation ausgesiebt. In der nächsten Runde überprüfen Fachleute der Stiftung Warentest die Arbeiten. Am Ende legt eine mehrköpfige Jury aus den Bereichen Verbraucherschutz, Medien und Wissenschaft aus den verbleibenden Arbeiten die drei Preisträger aus den beiden Kategorien „Produkttests“ und „Dienstleistungstests“ fest.

abi>> Was gibt es zu gewinnen?

Bettina Dingler: Die Preisträger werden im Sommer für zwei Tage nach Berlin zur Preisverleihung eingeladen. Zu gewinnen gibt es Preisgelder im Gesamtwert von 12.000 Euro. Alle Teilnehmer erhalten zudem eine Urkunde, weitere herausragende Arbeiten werden mit Sachpreisen gewürdigt.

abi>> Erinnern Sie sich an besonders interessante Tests?

Bettina Dingler: Mich beeindrucken vor allem die cleveren Prüfmethoden. Ein Team testete zum Beispiel den Crunch-Effekt von Chips mithilfe eines Lärmpegelmessgerätes. Eine Mädchengruppe prüfte die Sauberkeit von Umkleidekabinen anhand des Verschmutzungsgrades ihrer weißen Socken. Auch die Ergebnisse sind spannend. So stellte ein Team fest, dass die Ergiebigkeit von Textmarkern, je nach Marke, von gerade einmal einer DIN-A4-Seite bis zu 14 Seiten reichen kann. Das ist doch erstaunlich!

abi>> 06.07.2017