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4. Station: Studium oder Ausbildung?

Wo liegt dein Königsweg?

Mit dem Abitur stehen dir alle Wege offen, ob Hochschulstudium oder Ausbildung. Mit den dualen Studiengängen bieten sich darüber hinaus auch kombinierte Formen an. Die folgenden Aspekte sollen dir helfen, zu prüfen, welcher Weg der beste für dich ist.

Die Hochschul-Informations-GmbH untersucht in regelmäßigen Abständen die Studierneigung von Abiturientinnen und Abiturienten. Dabei stellt sich heraus, dass jedes Jahr etwa 70 Prozent ein Studium anstreben (2008: 72 Prozent). Das heißt aber auch, dass sich ein Teil der Abiturienten für eine Ausbildung entscheidet. Ob du mit einem Studium den für dich besten Weg wählst oder mit einer Berufsausbildung, liegt natürlich ganz bei dir.

Karrierestart mit Berufsausbildung?

Wer großes Interesse an praktischen Tätigkeiten hat und sofort ins Berufsleben einsteigen möchte, für den kann eine Ausbildung ein attraktiver Start sein. In den Betrieben werden die Azubis in konkrete Unternehmensabläufe eingearbeitet und haben dadurch eine gute Chance, nach dem Abschluss übernommen zu werden. Außerdem bekommst du, zumindest bei einer betrieblichen Ausbildung, Geld für deine Arbeit: Laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) betrug 2010 die durchschnittliche Ausbildungsvergütung pro Monat im Westen Deutschlands 688 Euro und im Osten 612 Euro.

Dank vieler Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung kannst du auch ohne Studium schrittweise die Karriereleiter hochklettern. Und selbstverständlich kannst du auch nach der Ausbildung noch ein Studium aufsatteln. Wer Ausbildung und Studium kombinieren möchte, der sollte sich einmal duale Studiengänge oder Sonderausbildungen für Abiturienten genauer ansehen.

Lieber eine akademische Ausbildung?

Einige Berufe erfordern ein Studium, etwa wenn man Arzt, Lehrer oder Anwalt werden möchte. Es gibt aber auch junge Menschen, die einfach aus Interesse vertieft in ein bestimmtes Thema einsteigen wollen, sei es Neurologie, Kernphysik oder Islamwissenschaften.

Ein junger Mann und eine junge Frau denken über ihre Möglichkeiten nach.  

Foto: konzeptquartier

Ein großer Vorteil des Studiums sind die vermittelten theoretischen Grundlagen: Vor allem die Fähigkeit, sich Wissen selbstständig zu erschließen und zu interpretieren, macht Hochschulabsolventen zu begehrten Arbeitskräften, natürlich in Abhängigkeit vom jeweiligen Studienfach. Doch generell sind Akademiker nach wie vor die Gruppe mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Dazu Wolfgang Biersack vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): „Mittelfristig deutet sich nach unseren Erkenntnissen sogar ein Akademikermangel an. Ein Studium lohnt sich also, in Zukunft noch mehr als bisher - Interesse und Begabung für das jeweilige Fach natürlich vorausgesetzt."

Gute Einstellungschancen gibt es aber grundsätzlich nur in Verbindung mit Verankerung in der Praxis. Aus diesem Grund solltest du darauf achten, dass du durch Praktika, Werkstudententätigkeiten oder anderes Engagement das theoretische Wissen praxisbezogen trainierst.

 

Wie hängen Studium und Beruf zusammen?

Während Ausbildungen in der Regel direkt auf eine bestimmte Berufstätigkeit vorbereiten, gibt es zwischen Studium und Berufsziel drei Beziehungstypen.
Manche Studiengänge qualifizieren direkt für einen Beruf (zum Beispiel Architektur, Medizin, Jura), andere führen zu einem breiteren Berufsfeld (zum Beispiel im Bereich Chemie oder Physik).
Die dritte Art bereitet nicht auf einen festgelegten Beruf vor (etwa geisteswissenschaftliche Studiengänge wie Germanistik, Soziologie oder Philosophie). Gerade hier ist es wichtig, durch eigenes Engagement während des Studiums den Berufseinstieg vorzubereiten.

 

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