Steckbrief:
Name: Anna-Lena Brieske
Alter: 20
Abitur: 2011
Macht gerade: Au-pair in New Jersey, USA
Und später? Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf
Schon mit 16 war mir klar, dass ich nach dem Abi für ein Jahr weg möchte. Weg vom Lernen, weg vom „langweiligen“ Deutschland und weg von Freunden und Familie. Auf eigenen Beinen stehen und die Welt sehen. Das alles wollte ich mit der Liebe zur Arbeit mit Kindern verbinden und so wurde ich Au-pair in den USA.
Es gibt viele Organisationen, die Au-pairs vermitteln. Ich habe mich für „Cultural Care Au-pair“ entschieden, da mir eine gute Betreuung vor und während meines Auslandsaufenthaltes sehr wichtig war. Außerdem fand ich es gut, dass ich die circa 800 Euro Gebühr, welche Hin- und Rückflug sowie vier Tage Aufenthalt in einer Au-pair-Training-School beinhaltet hat, erst nach einer erfolgreichen Vermittlung bezahlen musste. Nachdem ich ein Vorbereitungstreffen meiner Organisation besucht habe, konnte ich schon die Bewerbungsunterlagen ausfüllen. Das war eine Menge Arbeit und noch dazu auf Englisch. Zudem musste ich mindestens 200 Kinderbetreuungsstunden nachweisen, dafür habe ich sehr viel babygesittet und ein dreiwöchiges Praktikum im Kindergarten absolviert.
Vom Suchen und Finden der Gastfamilie
Es hat einige Wochen gedauert, bis ich meine Gastfamilie gefunden habe, so dass ich zwischendurch echt schon an der Realisierung meines Traums von den USA gezweifelt habe. Mitte August 2011 war es dann endlich so weit, ich habe meine neue Familie gefunden. Schon nach den ersten paar E-Mails und dem ersten
Telefonat hatte ich dieses WOW-Gefühl und wusste, dass das die richtige Familie ist. Und das ist sie auch immer noch. Bevor ich in den Flieger steigen konnte, musste ich noch zum Arzt, um mich durchchecken zu lassen, und nach Berlin zur amerikanischen Botschaft, um mein Visum zu beantragen. Und schon drei Wochen später stand ich mit meinem Koffer in Hamburg am Flughafen.
Seit September 2011 lebe ich nun mit meinen wirklich netten und liebevollen Gasteltern und den drei Mädchen Aoife (damals 5 Monate), Molly (damals 2) und Kate (damals 4) in einem netten Haus mit großem Garten und Pool im Norden von New Jersey, ganz in der Nähe von New York City. Am Anfang kam mir alles riesig und so anders als in Deutschland vor, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Auch dass die Menschen hier anders sind, war am Anfang sehr komisch. Wir Deutschen würden sagen „oberflächlich“, aber es ist einfach die freundliche Lebensart der Amerikaner. An Heimweh war die ersten zwei Monate gar nicht zu denken, alles war neu und so aufregend, ich hatte gar keine Zeit, um an zu Hause zu denken, aber auch als ich mich dann eingelebt hatte und alles zum Alltag wurde, habe ich nie das große Heimweh bekommen.
Ein ganz normaler Tag
Da meine Gastkinder noch so klein sind, arbeitet meine Gastmutter nur zwei volle Tage in der Woche. Das heißt auch für mich nur zwei volle Tage und drei halbe Tage Arbeit. Die Wochenenden habe ich eigentlich immer frei. Insgesamt komme ich meistens auf etwa 40 Stunden, und bekomme die mit 195,75 Dollar pro Woche bezahlt. Ich wohne und esse natürlich umsonst bei meiner Gastfamilie.
Ein langer Tag geht bei mir von 6.45 bis 17.45 Uhr, ohne Pause, da nur „meine Große“ zur Pre-School geht. Um kurz vor 9 Uhr bringe ich sie dorthin und um 11.30 Uhr hole ich sie wieder ab. Dann gibt es Lunch und am Nachmittag die „ganz normale“ Kinderbeschäftigung wie basteln, lesen, spielen, draußen sein, Streitereien schlichten und Tränen trocknen. Man sollte das Arbeiten und Leben mit Kindern allerdings nicht unterschätzen. Leicht ist es definitiv nicht immer.
In meiner Freizeit unternehme ich viel mit meinen Freunden und versuche so viel wie möglich zu sehen. Die Wochenenden verbringe ich häufig in New York, war aber auch schon in Boston und Chicago. Nach meinem Jahr in meiner Familie habe ich noch die Chance, vier Wochen lang durch die USA zu reisen. Das werde ich auch nutzen, um mir die Westküste anzuschauen.
Jedem, der was von der Welt sehen möchte, sein Englisch verbessern will und Spaß an der Arbeit mit Kindern hat, kann ich das Jahr als Au-pair nur empfehlen!





