Bungee-Jump in Down-Under
Christian Schubert (20) hat ein Jahr lang in Australien gejobbt, gelebt und viel erlebt. Von seinen Abenteuern in Down Under berichtet er für abi>>.
Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung bietet Infos für jeden, den es in die Ferne zieht.
Foto: Ritter
Mein Work&Travel-Aufenthalt hat im Mai 2008 in Sydney angefangen. Erstmal mit einem Orientierungsseminar, in dem ich lernte, wie man seine Steuernummer beantragt, wo und wie ich am besten ein Auto kaufen kann, aber auch Wissenswertes über die australische Mentalität. Das Seminar wurde von TravelWorks angeboten, über die ich meinen Aufenthalt organisiert habe. Dann gab es noch ein paar Tage Sightseeing, einen Surfkurs, eine Tour bis nach Byron Bay und danach zwei Wochen Brisbane.
Dort in der Nähe habe ich fast vier Monate auf einer Holzfällerfarm gearbeitet, was wirklich ein Erlebnis war, denn ich hab’ dort alles gemacht, was man sich nur vorstellen kann: Bäume mit der Kettensäge gefällt, zersägt, Holz gespalten, Traktor und „forklift“ (Stapler) gefahren, ab und zu beim Packen geholfen. Es war harte Arbeit, aber ich glaube einer der besten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen kann. Alle waren supernett, es war eine gute Unterkunft und jedes Wochenende gab’s ein BBQ.
Ostküste mit Karibikflair
Ein Highlight war auf jeden Fall die Ostküste: Fraser Island, Airlie Beach, Segeltörn zu den Whitsundays und Mission Beach – für mich war das einer der besten Orte auf meinem Work&Travel-Abenteuer: wunderschöner Strand und Kokosnusspalmen so weit das Auge reicht. Ich habe in einem kleinen, familiären Hostel direkt am Strand gewohnt und eigentlich wollte ich auch nur zwei Tage dort bleiben. Am Ende war ich aber über eine Woche da, weil ich mich einfach nicht von dem Karibikfeeling à la „Ich sitze den ganzen Tag am Strand unter Palmen und esse so viele selbst gepflückte Kokosnüsse wie ich will“ losreißen konnte.
Hier habe ich übrigens auch meinen „skydive“ (Bungee-Sprung mit Wassereintauchen) gemacht. Waaaaaahnsinn! Beim Fall hat man eine atemberaubende Aussicht. Links das türkisblaue Meer, rechts tiefgrüner Regenwald und in der Mitte verläuft der weiße Sandstrand. Dazu habe ich mich natürlich auch noch an anderen halsbrecherischen Sportarten geübt: White Water Rafting in Tully River und natürlich – das darf eigentlich nicht fehlen – mein Bungee Jump in Cairns! Ich war echt kreidebleich, aber sobald man unten ist, will man eigentlich auch sofort wieder rauf und noch mal springen.
Banana-Humper
Danach wollte ich natürlich weiter meine Reisekasse aufbessern und habe vier Monate auf einer Bananenfarm in Lakeland gearbeitet. Hier musste ich mich zum „Banana-Humper“ (Bananen-Pflücker) hocharbeiten. Die Arbeit war anfangs zwar höllisch hart, aber nach einem Monat trägt man die 40 bis 100 Kilogramm schweren Teile mit Links durch die „paddocks“ (Plantage). Was natürlich immer noch eine kleine Herausforderung war, wenn die Bananen in vier Metern Höhe hingen und man sie sozusagen fast aus dem freien Fall fangen musste. Na ja, aber ich habe es überlebt und ich kann sagen, es war einfach richtig gut! Jedes Mal, wenn ich jetzt eine Banane esse, mache ich mir darüber Gedanken, wie viel Arbeit dahinter steckt und denke an die schwer schuftenden „humper“, die die gepflückt haben.
Die letzten zwei Monate ging es dann mit einem 4-Wheel-Drive (Jeep) durch das australische Outback. Mitten durch die Pampa, weil uns der normale Highway zu langweilig war. Das war Natur pur und die vielen fantastischen Nationalparks hatten wir fast immer nur für uns. Die Devils Marbles habe ich gesehen und bin dann nach Alice Springs gefahren, wo ich ein paar Freunde getroffen habe. Danach ging es dann noch durch die kompletten West MacDonnall Ranges und dann im Mai 2009 im Flieger zurück nach Sydney. Einfach super! Australien, ich komme auf jeden Fall noch mal!
Leider habe ich dennoch nicht alles von Australien sehen können (ein Jahr ist kürzer als man denkt), aber mein Aufenthalt in Australien hat mir unzählige neue Lebenserfahrungen und -erkenntnisse gebracht. Unter anderem hat es mich aber auch selbst verändert: Ich bin nun viel offener anderen Menschen gegenüber und habe viel über mich selbst gelernt. Außerdem habe ich viele neue Leute kennen gelernt und unheimlich viele Freundschaften geschlossen. Australien hat sich wirklich in jeder Hinsicht gelohnt und das Work&Travel-Jahr war einfach der Hammer!

