FAQs: Zivildienst
Die Alternativen zum Einsatz beim Bund sind mannigfaltig: Arbeit mit Behinderten, Entwicklungshilfe in fernen Ländern oder Ausrücken mit der Feuerwehr. abi>> beantwortet alle Fragen rund um Zivil- und Ersatzdienste.
Wer Zivildienst machen will, muss vorher eine Verweigerung schreiben. Foto: WillmyCC
Wie verweigere ich?
Du kannst den Wehrdienst erst nach positiv verlaufener Musterung verweigern. Dazu musst du einen Antrag beim Kreiswehrersatzamt stellen, in dem du dich auf das Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung im Sinne des Artikels 4 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes berufst. In einem ausführlichen Schreiben musst du glaubwürdig darlegen, welche Gewissensgründe dir zwingend verbieten, Dienst an der Waffe zu leisten. Dies können religiöse Ansichten oder die Erziehung zur Gewaltlosigkeit sein. Vergiss auf keinen Fall, einen vollständigen tabellarischen Lebenslauf beizulegen.
Wie finde ich eine Zivildienststelle?
Bei der Suche nach einer Zivildienststelle helfen die Verwaltungsstellen der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und Zivildienstgruppen. Auf der Website des Bundesamtes für den Zivildienst findest du außerdem eine Online-Börse mit vielen freien Plätzen.
Welche Alternativen gibt es zum Zivildienst?
Es gibt zahlreiche Alternativen zum Zivildienst: Du kannst ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr machen (Mindestdauer acht Monate), zwei Jahre Entwicklungsdienst leisten oder einen achtmonatigen Anderen Dienst im Ausland (ADiA) absolvieren. Wenn du dich verpflichtest, mindestens vier Jahre bei der Feuerwehr oder dem Katastrophenschutz mitzuarbeiten, wirst du ebenfalls vom Zivildienst befreit. Frag aber immer vorher nach, ob der Dienst als Ersatz für den Zivildinest anerkannt wird.
Wie bin ich während meines Zivildienstes krankenversichert?
Durch deinen Zivildienst sollen dir keine gesundheitlichen Nachteile entstehen. Deshalb hast du während deiner sechsmonatigen Pflichterfüllung Anspruch auf unentgeltliche Heilfürsorge. Sie umfasst ambulante und stationäre ärztliche und zahnärztliche Behandlungen sowie die Versorgung mit Arznei-, Hilfs- und Heilmitteln. Genau genommen handelt es sich bei diesem Sorglos-Service allerdings um keine Krankenversicherung, sondern um eine Sachleistung.
Wann sollte ich mich um eine Zivildienststelle kümmern?
Du solltest dich möglichst frühzeitig um eine Zivildienststelle kümmern, da attraktive Einrichtungen oft mehr Anfragen als freie Plätze zur Verfügung haben. Spätestens wenn die „Ankündigung der Heranziehung“ in den Briefkasten flattert, ist Eile geboten. Dann bleiben dir noch zwei Monate, um eine Stelle zu finden. Ansonsten weisen dir die Mitarbeiter des Bundesamtes einen Platz zu – irgendwo in Deutschland.
Wie lange dauert der Zivildienst?
Der Zivildienst dauert mit sechs Monaten genauso lange wie der Grundwehrdienst. Du kannst ihn aber freiwillig um drei bis sechs Monate verlängern.
Wie viel Geld bekomme ich?
Als Zivi erhältst du kein Gehalt, sondern ebenfalls einen Sold. Dieser beträgt in den ersten drei Monaten 9,41 Euro täglich. Ab dem vierten Monat erhöht sich die Vergütung auf 10,18 Euro. Zusätzlich kannst du, je nach Dienststelle und Einsatzbereich, mit Zuschlägen beispielsweise für Verpflegung oder Dienstkleidung rechnen. Wenn du den Dienst freiwillig verlängerst, erhältst du ab dem siebten Monat 10,95 Euro Sold.

