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Betriebswirtschaftslehre auf Japanisch

Isabelle Kreutzmann mit zwei Vogel-Maskottchen und einer Kommilitonin.
"Japanisch habe ich mir über Jahre autodidaktisch mit Büchern und Hör-CDs beigebracht", sagt Isabelle Kreutzmann.
Foto: Privat

Auslandssemester in Japan

Betriebswirtschaftslehre auf Japanisch

Die angehende Betriebswirtin Isabelle Kreutzmann (24), die an der FH Mainz studiert, absolviert ihr letztes Mastersemester über ein Austauschprogramm an einer japanischen Universität in Osaka. Neben Sprachunterricht besucht sie auch Vorlesungen über Gesellschaft und Kultur sowie zur Betriebswirtschaftslehre.

Im Masterstudiengang „International Business“ an der FH Mainz verbringen die Teilnehmer die ersten beiden Semester in Mainz, das dritte und vierte an einer der über 20 Partnerhochschulen rund um den Globus. Eigentlich hat Isabelle Kreutzmann bereits zwei Semester in Frankreich absolviert, aber aufgrund ihrer Begeisterung für Japan wollte sie zusätzlich ein Auslandssemester an der Osaka Gakuin University, einer privaten Hochschule für Wirtschaftswissenschaften, dranhängen: „Es fasziniert mich, wie sich dort Tradition und Moderne mischen“,

Isabelle Kreutzmann mit zwei Vogel-Maskottchen und einer Kommilitonin.

Isabelle Kreutzmann (2. v. l.)

Foto: Privat

begründet die 24-Jährige ihr „Extrasemester“. Zudem kann sie sich sehr gut vorstellen, im Anschluss an den Master in Japan zu bleiben und dort zu arbeiten.

Die Organisation des freiwilligen Auslandsemesters hat das International Office der FH Mainz übernommen. Voraussetzung für die Teilnahme am Partnerprogramm sind zwei erfolgreich abgeschlossene Studiensemester sowie entsprechende Sprachkenntnisse. Da sie die einzige Bewerberin für Osaka war, lief ihre Bewerbung außer Konkurrenz. Neben Zeugnissen und Leistungsnachweisen musste sie zwei Aufsätze über ihre Motivation schreiben, wahlweise auf Englisch oder Japanisch: „Japanisch habe ich mir über Jahre autodidaktisch mit Büchern und Hör-CDs beigebracht. Mit den Aufsätzen habe ich mich trotzdem sehr schwer getan, aber ich wollte sie unbedingt auf Japanisch schreiben“, berichtet sie. Ob ihr Japanisch oder die Tatsache, dass sie die einzige Bewerberin ihres Jahrgangs war, die im Austausch nach Japan gehen wollte, ausschlaggebend für die Zusage war, darüber kann sie nur spekulieren: „Auf jeden Fall freue ich mich, dass es funktioniert hat.“

Sprach- und Fachunterricht

Die Studiensprachen an der Osaka Gakuin University sind Englisch und Japanisch. Neben den japanischen Kommilitonen studieren dort noch rund 50 weitere ausländische Studierende aus 30 Ländern. Neben zehn Stunden Sprachunterricht besucht die 24-Jährige sechs Stunden Vorlesungen über die Gesellschaft und Kultur Japans und etwa drei Stunden zu BWL. Sie selbst muss keine Credit Points mehr sammeln, jedoch ist das Austauschprogramm an der FH Mainz grundsätzlich so konzipiert, dass im Ausland erbrachte Studienleistungen anerkannt werden können.

Untergekommen ist Isabelle Kreutzmann auf eigenen Wunsch bei einer Gastfamilie: „Ich hatte die Wahl zwischen ‚Home Stay’ und ‚Dormitory’ und habe mich für die Familie entschieden, um mehr vom Alltagsleben mitzubekommen und auch, um neben dem Unterricht möglichst viel Japanisch zu sprechen“, sagt sie. Sie hat ein eigenes Zimmer, isst regelmäßig mit den Gasteltern zu Abend. Viel Freizeit bleibt ihr nicht, da sie neben dem Studium noch arbeitet. „Ich habe zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein verkauft. Es gibt für ausländische Studierende viele Möglichkeiten, nebenher zu arbeiten, unter anderem als Tutor an der Hochschule.“

Das Leben in Japan ist teuer, allein mit dem Nebenjob hätte sie den Aufenthalt nicht finanzieren können. Sie hatte das Glück, ein Stipendium der Stipendienstiftung des Landes Rheinland-Pfalz zu bekommen, das unter anderem Teilnehmer internationaler Austauschprogramme fördert. Die Bewerbung lief ebenfalls über das International Office der FH Mainz. Ihr Studentenvisum hat die japanische Universität beantragt. Isabelle Kreutzmann bekam zunächst ein temporäres Dokument zugeschickt, das „Certificate Eligibility for Status Residence“, das sich bei den japanischen Konsulaten oder Botschaften in ein Visum umwandeln lässt.

abi>> 20.02.2012