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Förderung für ein Praktikum im sibirischen Winter

Winterlandschaft
Ein Praktikum im eisigen Sibirien? Paul Assies zieht es schon immer in ungewöhnlichere Gefilde.
Foto: Lisa Zirkelbach

DAAD-Kurzstipendium für Praktika im Ausland

Förderung für ein Praktikum im sibirischen Winter

Drei Monate lang arbeitete der Geschichtsstudent Paul Assies (24) am Goethe-Institut in Nowosibirsk – dank des Kurzstipendiums für Praktika im Ausland des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Paul Assies hat es immer gen Osten gezogen. Während Kommilitonen für ein Auslandssemester nach Spanien wollten oder ein Praktikum in den USA machten, verbrachte der Geschichtsstudent lieber ein Semester in Istanbul, ging für eine Sommerschule ins russische Woronesch und absolvierte im vergangenen Jahr ein Praktikum in Nowosibirsk.

„Gerade über Russland gibt es so viele Vorurteile – ich finde es spannend, in solche Länder zu gehen und zu schauen: Wie sieht es da tatsächlich aus?“ Was er sah, fand er interessant: „Ich habe mich schließlich auch fachlich in meinem Geschichtsstudium immer weiter nach Osten bewegt.“

Erst das Praktikum, dann das Stipendium

Ein Porträt-Foto von Paul Assies.

Paul Assies

Foto: privat

Diese eher exotische Vorliebe hat einen großen Vorteil: „Auslandsaufenthalte in Spanien oder in den USA sind extrem beliebt – da bewerben sich deutlich mehr Studierende auf Programme und Stipendien als etwa für Russland“, erzählt Paul Assies. „Meine Bewerbungen dagegen verliefen meist unkompliziert.“

Auch bei seinem Praktikum in Sibirien hat er diese Erfahrung gemacht: „Ich wollte vor meiner Bachelorarbeit gerne noch mal Praxiserfahrung im Ausland sammeln“, erzählt der 24-Jährige. Gezielt informierte er sich daher auf der Internetseite des Goethe-Instituts nach Angeboten. „Die Institute bieten ständig und weltweit Praktika an. Voraussetzungen dafür sind, dass man ein Studium begonnen oder abgeschlossen hat, sehr gute Deutschkenntnisse hat und sich außerdem für die Kultur des jeweiligen Landes interessiert.“ Der Geschichtsstudent bewarb sich online per Lebenslauf, Zeugnissen und Co. bei den Instituten in St. Petersburg und Nowosibirsk: „Einmal einen sibirischen Winter erleben – das hat mich schon gereizt.“

Bereits vor dieser Bewerbung hatte er sich auch über Fördermöglichkeiten informiert: „Das Praktikum ist unbezahlt – ohne ein Stipendium wäre das finanziell sehr eng für mich geworden.“ Von seinen früheren Auslandsaufenthalten wusste er, dass der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zahlreiche Stipendien im Programm hat und fand nach kurzer Recherche auch die passende Förderung für sein Praktikum: Die Kurzstipendien für Praktika im Ausland fördern bis zu dreimonatige Aufenthalte speziell bei deutschen Institutionen und Organisationen im Ausland.

1.400 Euro für drei Monate in Russland

Als er die Zusage für ein Praktikum am Goethe-Institut Nowosibirsk erhalten hatte, bewarb er sich für das DAAD-Stipendium. „Wenn man sich rechtzeitig informiert und alle Unterlagen zusammengetragen hat, ist ein Großteil der Arbeit bereits erledigt“, sagt Paul Assies. Und weder für das Praktikum noch für das Stipendium spielten seine Noten eine entscheidende Rolle.

1.400 Euro betrug seine Förderung, die sich aus einer Reisekosten- und einer Tagespauschale zusammensetzte. „Das deckt nicht alle Kosten, aber ist natürlich dennoch eine große Hilfe“, findet der 24-Jährige. Einen Sprachkurs vor Ort finanzierte er aus eigener Tasche.

Gute Chancen abseits ausgetrampelter Pfade

Ende Januar 2017 flog Paul Assies dann für drei Monate in den sibirischen Winter. Er half in dieser Zeit am Goethe-Institut, dessen deutsches Filmfestival zu organisieren, und betreute während der Veranstaltung etwa Lars Hubrich, der das Drehbuch für den Film „Tschick“ geschrieben hat. Der DAAD-Stipendiat übersetzte Texte, unterstützte in Sprachkursen und betreute die Web-Plattform „Konverter“, auf der junge Menschen aus dem postsowjetischen Raum aus ihrem Alltag und von ihren Erlebnissen berichten. „Das Praktikum war richtig interessant“, berichtet der Student rückblickend.

Studierende, die gerne für ihr Studium oder ein Praktikum ins Ausland gehen wollen, kann er nur raten, sich genau zu informieren: „Es gibt so viele Förderprogramme – auch wer nicht die besten Noten vorweisen kann, hat viele Möglichkeiten. Vor allem wenn man sich auf Pfade wagt, die nicht ganz so ausgetrampelt sind.“

Paul Assies konzentriert sich nun erst einmal auf sein Studium in Deutschland. Nach der Bachelorarbeit geht es für ihn weiter mit dem Master für Osteuropäische Geschichte.

abi>> 24.04.2018