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Balance zwischen Studium, Kind und Engagement

Auf dem Foto sind Geldscheine zu sehen.
Durch das Deutschlandstipendium erhält Sevda Atik 300 Euro im Monat.
Foto: Heidrun Hönninger

Deutschlandstipendium

Balance zwischen Studium, Kind und Engagement

Die Universität Bremen vergibt vergleichsweise viele Deutschlandstipendien – gemessen an der Zahl ihrer Studierenden. Eines davon erhält Sevda Atik (34), die Kommunikations- und Medienwissenschaft studiert.

15:30 Uhr – seit eineinhalb Stunden ist Sevda Atik im Büro der AG Familienfreundliches Studium der Universität Bremen, wo sie Studierende mit Kind berät. Sie weiß, wovon sie spricht, schließlich hat die Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaft selbst einen achtjährigen Sohn.

Ein Porträt-Foto von Sevda Atik

Sevda Atik

Foto: Privat

Die 34-Jährige ist im dritten Semester, sehr zielstrebig und engagiert. Sie weiß, was sie will. „Ich habe bereits ein BWL-Studium und ein paar Berufsjahre in einem Unternehmen hinter mir, das hilft natürlich zu definieren, was wichtig ist.“ Sevda Atiks Entscheidung für ein zweites Studium hängt mit dem Medienwandel zusammen. Sie wollte lernen, wie man Radiospots und Kurzfilme erstellt, Plakate entwirft, mit Pressevertretern umgeht und journalistische Texte schreibt. Dass sie die richtige Wahl getroffen hat, bestätigen ihre Studienleistungen. Die sind so gut, dass ein Dozent ihr riet, sich um ein Deutschlandstipendium zu bewerben.

Spielraum bei der Vergabe

Stipendiaten erhalten 300 Euro monatlich, wobei eine Hälfte des Geldes vom Bund, die andere von privaten Förderern wie Unternehmen, Stiftungen und Alumni (ehemaligen Studierenden) stammt. Diese Gelder müssen von den Hochschulen selbst eingeworben werden. Auch haben sie einen Spielraum bei den Vergabekriterien. So legt die Uni Bremen neben sehr guten Studienleistungen Wert auf soziales Engagement und berücksichtigt die persönlichen Umstände der Bewerber. Förderungsfähig sind außer einem Erststudium grundsätzlich auch ein Zweit- oder Ergänzungsstudium sowie Masterstudiengänge. Bewerben kann sich generell jeder. Wer noch keine Studienleistungen vorweisen kann, aber bereits an einer Hochschule eingeschrieben ist, reicht sein Abiturzeugnis ein.

„Auf der Homepage ist alles im Detail beschrieben. Ich musste mich erst online bewerben und hatte noch etwas Zeit, um Unterlagen wie Notennachweise, Lebenslauf und Motivationsschreiben einzureichen“, erzählt Sevda Atik. Am Motivationsschreiben hat sie lange gefeilt. „Es war gar nicht so einfach zu begründen, warum gerade ich ein Stipendium erhalten sollte. Ich habe mir gut überlegt, wie ich mich für das Stipendium empfehlen kann, und zwar nicht nur wegen meiner Noten.“

Ihr soziales Engagement spricht für sich. Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass sie Studium und Kind unter einen Hut bringen muss. Zeit, um einem Nebenjob nachzugehen, bleibt ihr da kaum. „Natürlich sind 300 Euro im Monat eine wertvolle finanzielle Hilfe. Aber für mich ist es vor allem eine Anerkennung meiner Arbeit, und das motiviert.“

Die Förderer persönlich kennenlernen

Die 300 Euro werden nicht auf das BAföG angerechnet. Bewilligt wird das Deutschlandstipendium für zwei Semester. Danach wird überprüft, ob die Förderkriterien weiterhin erfüllt werden und Fördergeld zur Verfügung steht. Sevda Atiks 123 Mitstipendiaten kommen aus allen Fachrichtungen und engagieren sich in diversen Bereichen. „Wir stehen in ständigem Kontakt. Wenn einer eine Idee hat oder ein Projekt umsetzen möchte, fragt er einfach, wer dabei ist“, erklärt sie. Die Projekte werden vom Förderrat unterstützt: „Die Zusammenarbeit ist wirklich super.“

In einem Auftakt-Workshop kommen die Stipendiaten mit den Förderern in Kontakt. In weiteren Treffen können die Teilnehmer ihre Projekte vorstellen. „Daraus hat sich auch bereits das ein oder andere Jobangebot ergeben“, sagt sie.

abi>> 12.01.2016